Wo ist die FEU, während die Polizei die Kongolesen schlägt?

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Am Montag drang die Polizei in den Campus der Medizinischen Fakultät Salvador Allende in Havana ein. (Facebook)

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YOANI SÁNCHEZ | GENERACIÓN Y | 9.April 2019

Seit Jahrzehnten zeigt die offizielle kubanische Presse ausführlich die polizeiliche Gewalt gegen Studentendemonstrationen auf der ganzen Welt. So haben wir gesehen, wie die Bereitschaftspolizei mit Tränengas, Schlagstöcken und Gummigeschossen auf Studenten in zahlreichen Ländern losgegangen ist. Aber an dem Tag, als dieses Ereignis in Kuba geschah, haben die nationalen Medien nichts ausgestrahlt.

An diesem Montag griff ein beeindruckendes, repressives Einsatzkommando Dutzende kongolesischer Studenten der medizinischen Fakultät Salvador Allende in Havanna an. Die Jugendlichen protestierten seit Tagen gegen die Nichtzahlung ihrer Stipendien und die schlechten Bedingungen in den Unterkünften. Die Situation erreichte ihren Höhepunkt, als sie den Protest vor der Botschaft ihres Landes auf den Universitätscampus verlagerten.

Die Bilder sind überwältigend. Eine große Anzahl von Militär- und Polizeifahrzeugen kommt an die Hochschule. Die Uniformierten fallen – von Hunden begleitet – über die unbewaffneten Jugendlichen her.

Die Bilder sind überwältigend. Eine große Anzahl von Militär- und Polizeifahrzeugen kommt an die Hochschule. Die Uniformierten fallen – von Hunden begleitet – über die unbewaffneten Jugendlichen her. Ein Polizist zieht seine Waffe und richtet sie auf einen Studenten, während spezielle Truppen andere Studenten bewegungsunfähig machen und auf den Boden werfen. All dies, inmitten von Schreien der Entrüstung und der Forderungen nach Gewaltlosigkeit, die von mehreren Studenten, die die Ereignisse filmen, erhoben werden.

Die Anwohner berichten auch über die Grausamkeit der offiziellen Aktion und einige, die ihre Handys benutzten, um die Ereignisse festzuhalten, wurden sogar verhaftet und auf die Wache gebracht. Dort wurden alle Bilder gelöscht, die sie auf ihren Handys gespeichert hatten.

Trotz der Absicht, Beweise zu beseitigen, waren die Videos der Repression innerhalb weniger Stunden in sozialen Netzwerken verfügbar und die Nachricht erschien auf der Titelseite vieler internationaler Zeitungen.

Neue Bilder der gewaltsamen Unterdrückung von Studenten aus dem Kongo durch die kubanische Polizei kommen ans Licht. Stipendiaten protestieren gegen zweijährige Verzögerung ihrer Gelder.

Die unverhältnismäßige Operation hat zwar bei vielen Empörung hervorgerufen, aber sie hat nicht zu einer einzigen Verurteilung durch die gefügige Föderation der Universitätsstudenten (FEU), durch den kommunistischen Jugendverbandes (UJC) oder durch die Kontinentalorganisation Lateinamerikanischer und Kubanischer Studenten (OCLAE) ohne Stimme und Stimmrecht geführt. In keiner einzigen Fakultät im Land protestierten die Studenten am Dienstag aus Solidarität mit den kongolesischen Kommilitonen.

Es mag den Anschein haben, dass alles in einem anderen Land, in einer fernen und fremden Galaxie passiert sei, aber die nationale Geschichte konfrontiert uns mit der Realität, dass der Schauplatz der Ereignisse tatsächlich Kuba ist und alles schon einmal geschehen ist.

Während der Diktatur von Fulgencio Batista fielen der Polizeichef Rafael Salas Cañizares und seine Truppen in die Universität von Havanna ein, um dort Schläge zu verteilen und Angst zu verbreiten.

Während der Diktatur von Fulgencio Batista drangen der Polizeichef Rafael Salas Cañizares und seine Truppen in die Universität ein, um dort Schläge zu verteilen und Angst zu verbreiten. Jener Tag im April 1956 galt als Affront gegen die Autonomie der Universitäten und brannte sich in das historische Gedächtnis dieser Insel als eine Tatsache ein, die sich nie mehr so wiederholen sollte. Dieses Ereignis wird in den Lehrbüchern, die nach 1959 geschrieben wurden, als deutlicher Beweis für den repressiven Charakter des Batista-Regimes und die schwache Demokratie der republikanischen Zeit erwähnt.

An diesem Montag betraten bewaffnete Männer wieder einen Universitätscampus. Zahlreiche Studenten wurden gefesselt, geschlagen und verhaftet, aber die Bilder werden nicht in den nationalen Medien zu sehen sein, noch werden Studentenorganisationen diese Tatsache verurteilen.

Übersetzung: Berte Fleißig


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