Bürger… es ist Zeit den Gürtel enger zu schnallen

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Raúl Castro präsidiert die Militärparade diesen Januar nicht im Schatten seines Bruders.  (EFE/Archivo)

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YOANI SÁNCHEZ  | GENERACIÓN Y | 29. Dezember 2016   Meine Generation kennt keine guten Nachrichten. Wir wuchsen im subventionierten Einheitsgrau des rationierten Marktes auf, kamen inmitten der Einschränkungen der Sonderperiode* in die Pubertät, zogen unsere Kinder in einem Land mit zwei Währungen groß, und nun warnen sie uns davor, dass Zeiten wirtschaftlicher Spannungen bevorstehen. Es scheint, als würde es keine Verschnaufpause in dieser langen Abfolge von Pleiten, wirtschaftlichen Niedergängen und Kürzungen geben, unter denen wir jahrzehntelang gelitten haben.

Im Dezember 2016 hat die Asamblea Nacional del Poder Popular, das Parlament Kubas, mit negativen Zahlen bestätigt, was in Wirklichkeit schon vor langer Zeit zum Vorschein kam. Kuba wächst nicht, die Produktion steigt nicht an und die sogenannten Reformen von Raúl Castro brachten den Kubanern kein besseres Leben. Die Insel bewegt sich auf den Abgrund der Zahlungsunfähigkeit zu, mit dem Abbau von wichtigen Wirtschaftszweigen und der kontinuierlichen Stagnation.

Anderenorts würden die Regierenden beim Anblick der Situation, in der sich die Nation befindet, aufgeben; verschuldet hat dies ihre schlechte Führung. Da jedoch das Amt dem Präsidenten General nicht durch ein Votum des Volkes zugekommen ist, wird ihn niemand an den Urnen bei den nächsten Wahlen bestrafen können. Im Umgang mit der Opposition, die seinen Rücktritt fordert, bleibt ihm immer die Möglichkeit, Mittel der Repression und Bestrafung einzusetzen.

An Stelle eines mea culpa erläuterten die Funktionäre am vergangenen Dienstag das wirtschaftliche Debakel und die düstere wirtschaftliche Stimmung, die auch das kommende Jahr eintrüben wird. Sie haben dazu aufgerufen produktiver zu sein, auf unnötige Ausgaben zu verzichten und sogenannte „Effizienzreserven“ zu nutzen; der letzte offizielle Euphemismus, um zu erklären, wie wenig in der Staatskasse übriggeblieben ist.

 Die Militärparade, die mit der eigenen Stärke prahlen will, wird einen Teil der Mittel verschwenden, die zur Reparatur der beschädigten Straßen auf der Insel benötigt werden, um nur ein Beispiel zu nennen

Dennoch begann wenige Stunden nach Ende der Parlamentssitzung, in der so schlechte Vorzeichen ans Licht kamen, die zweite von drei vorgesehenen Proben – morgen Freitag folgt die dritte – für das große Militärdefilee, das in Havanna am 2. Januar auf der Platz der Revolution stattfinden wird. Eine Massenveranstaltung, mit einer Panzerparade und Soldaten im Gleichschritt, die Kuba hunderttausende – wenn nicht Millionen – Pesos kosten wird.

Auf den wichtigsten städtischen Verkehrsschlagadern herrscht seit Mittwochmorgen Stillstand. Tausende Staatsbedienstete mussten nicht zur Arbeit gehen und eine lange Schlange von Omnibussen musste von verschiedenen Gemeinden aus bis zur Esplanade ausweichen. Unmengen von Lunchpaketen wurden unter den treusten Zuschauern der Parade verteilt, es hatte schon den Anschein einer „Krönung Raúl Castros“. Der kleine Bruder plante seine eigene Amtseinführung, mittlerweile alleiniger Machthaber, nach dem Tod des Expräsidenten Fidel Castro.

Weshalb diese militärische Verschwendung inmitten einer Krise? Diese Anfälle von martialischem Größenwahn passen nicht zu einem Rückgang des BIP um 0,9 % in 2016. Diese Militärparade, die mit der eigenen Stärke prahlen und „Zähne zeigen“ will, wird einen Teil der Mittel verschwenden, die zur Reparatur der beschädigten Straßen auf der Insel benötigt werden, um nur ein Beispiel zu nennen.

Die Stadt leidet unter ernsthaften Kürzungen bei der Straßenbeleuchtung, unter kollabierenden Busterminals am späten Nachmittag, aufgrund der wenigen verfügbaren provinzübergreifenden Überlandlinien und unter Preisen von bis zu zwei Tageslöhnen für ein Pfund Schweinefleisch. Was in dieser Stadt am nächsten Montag passiert, ist mehr als nur Verschwendung, es ist ein Skandal.

So sind bestimmte Politiker. Sie rufen – zum x-ten Mal – dazu auf, den Gürtel enger zu schnallen und die Erwartungen auf ein besseres Leben zu senken, während sie selbst enorme Mengen an Staatsgeldern verschwenden, um Krieg zu spielen.

Anm. d. Übers.:

* Bezeichnung der kubanischen Regierung für eine Wirtschaftskrise in den 90er Jahren

Übersetzung: Lena Hartwig

Maduro, Schüler einer verfallenden Schule

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Es gibt unzählige Unterschiede im Führungsstil der beiden Staatsoberhäupter, aber etwas noch viel Wichtigeres trennt sie voneinander: Die Zeit. (nicolasmaduro.org.ve)

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YOANI SÁNCHEZ  | GENERACIÓN Y | 21. Dezember 2016   Im Fernsehen ertönt eine Rede von Nicolás Maduro. Er spricht von internationalen Verschwörungen, dem Feind, der die bolivianische Revolution beenden möchte und von einer „Währungsmafia“. Wieder die gleiche alter Leier, die stark an den verstorbenen kubanischen Expräsidenten Fidel Castro erinnert, besessen davon andere für das selbst verursachte Chaos verantwortlich zu machen.

Es gibt unzählige Unterschiede im Führungsstil der beiden Staatsoberhäupter, aber etwas noch viel Wichtigeres trennt sie voneinander: Die Zeit. Jahrzehnte sind zwischen dem Moment, in dem Castro Kuba mit seiner Sprachgewalt umgarnte und dem, in dem der fehlgeleitete Maduro anfing Venezuela zu regieren, vergangen. In diesen Zeiten sind die Lateinamerikaner populistischen Diskursen gegenüber misstrauisch geworden und haben gelernt autoritäre Herrscher, die sich unter dem Deckmantel des vermeintlichen Erlösers verstecken, zu erkennen. Die politischen Diskurse funktionieren nun nicht mehr wie vorher. Genau wie die abgedroschenen Verse, die die Augen mit den Sternen und den Mund mit einer Rose verglichen und nun nur noch Spott hervorrufen.

In diesen Zeiten, in denen von der Tribüne aus zu stark zur Vaterlandstreue aufgerufen wird, das Ausmaß der ausländischen Einmischung verzerrt wird und keine Lösungen angeboten werden, sollte man wachsam werden

In diesen Zeiten, in denen von der Tribüne aus zu stark zur Vaterlandstreue aufgerufen wird, das Ausmaß der ausländischen Einmischung verzerrt wird und keine Lösungen angeboten werden, sollte man wachsam werden. Wenn die Anführer uns dazu aufrufen auch noch den letzten Tropfen unseres Blutes zu vergießen, während sie sich selbst mit Leibwächtern umringen oder sich an irgendeinem „punto cero“* verstecken, sollte man aufhören ihnen zu glauben.

Eine gesunde Dosis Skepsis immunisiert gegen diese niederträchtigen Tiraden, in denen erklärt wird, dass die Probleme des Landes ihren Ursprung außerhalb der nationalen Grenzen haben. Es ist bedenklich, dass der Denunziant keinerlei Verantwortung an diesem Debakel übernimmt und die Schuld an seinem Scheitern angeblichen Verschwörungen und Medienfeldzügen zuschiebt.

Maduro wurde in dieser Schule der ständigen politischen Anspannung, deren wichtigster Lehrstuhl in Havanna liegt, ausgebildet. Obendrein war der venezolanische Staatschef ein mittelmäßiger Schüler, der die ursprünglichen Grundsätze mit übermäßigen Gefühlsäußerungen, wenig Charisma und einem großem Haufen Unsinn garnierte. Sein größter Irrtum bestand darin, nicht zu bemerken, dass das „Lehrbuch“ von Fidel Castro längst nicht mehr funktioniert.

Der venezolanische Präsident kam zu spät, um diese Leichtgläubigkeit ausnutzen, die jahrzehntelang dafür sorgte, dass viele Völker dieses Kontinents Diktatoren emporhoben. In seinen Reden schwingt die Vergangenheit mit, und wie die schlechten Gedichte, bewegen sie weder die Seele noch das Gemüt.

Anmerk. d. Übersetzers:

*Das Anwesen von Fidel Castro auf Kuba wird als „punto cero“ bezeichnet.

Übersetzung: Anja Seelmann

Kaputt: Die Träume von einem Goethe Institut in Havanna

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Der Hauptsitz des Goethe Instituts in München.

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YOANI SÁNCHEZ  | 14ymedio.com | 06. November 2016  Das Wort brachte mich zum Lächeln. Kaffeeweißer stand auf den winzigen Päckchen neben der Kaffemaschine in einem Berliner Hotel, die versprachen dieses dunkle Getränk, das meinen Jet Leg lindern würde, zu „weißen“. Ich hatte vergessen, wie direkt und mächtig die deutsche Sprache sein kann. Viele Jahre habe ich, wie auch die germanophile Gesellschaft Kubas, auf die Einweihung eines Goethe Institutes auf der Insel gewartet, doch letzte Woche erstickte ein Bericht der Deutschen Welle unsere Hoffnungen im Keim.

Die Eröffnung des lang ersehnten Zentrums, das es ermöglichen würde sich der deutschen Kultur anzunähern, schien in greifbarer Nähe. Der deutsche Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, trat im Juli des letzten Jahres die erste offizielle Reise eines deutschen Ministers in unser Land seit dem Fall der Berliner Mauer an. Im Mai dieses Jahres folgte dann ein Besuch des kubanischen Außenministers, Bruno Rodríguez Parrilla, in der Hauptstadt der Bären und Würste.

Wie bei einem diplomatischen Tanz, nahmen wir ungeduldig an einem Schritt zunächst in die eine, dann in die andere Richtung teil und auch an den vielversprechenden Handschlägen für das Foto. Währenddessen zählten wir die Tage bis die Heimat von Georg Wilhelm, Friedrich Hegel, Herta Müller und Günther Grass sich in einem Zentrum in Havanna einrichtet, das der Alliance Française* weder in Größe noch in Qualität nachsteht.

Ich kenne kein anderes Wort, das besser etwas Zerbrochenes ausdrückt als der deutsche Terminus kaputt. Ihr, der Sprache meiner Träume und meiner Sehnsüchte, verdanke ich die Stärke der verbalen Schläge, die die spanische Sprache in Umschreibungen und Versprechungen versteckt. Genau dieser schneidende Laut, der „zerbrochen“, aber aus der Frustration heraus, bedeutet, kam mir in den Sinn als ich an einem Samstag die Aussagen des Präsidenten der Subkommission für Außenpolitik im Bereich Kultur, Bernd Fabius, über die möglichen Gründe für eine Verschiebung sine die der Eröffnung eines Goethe Institutes hier auf Kuba, las.

“Kuba befürchtet, dass Deutschland mit dem Goethe Institut, das die deutsche Sprache und Kultur auf der ganzen Welt verbreitet, die Kontrarevolution ankurbelt“, bemerkt Fabius, und weist darauf hin, dass die Absage zeigt „wie schwach sich die Systeme von solchen Staaten selbst einschätzen.“

Die kubanische Regierung bevorzugt es, dass die “Dosis Deutsch“ über die eigenen Bildungseinrichtungen und unter strenger Kontrolle bei uns ankommt.

Die kubanische Regierung bevorzugt es, dass die “Dosis Deutsch“ über die eigenen Bildungseinrichtungen und unter strenger Kontrolle bei uns ankommt. In der Fakultät für Fremdsprachen der Universität von Havanna werden zwar Deutschkurse angeboten, aber ein selbstständiges Kulturzentrum, das von Berlin aus gesteuert wird, ist momentan nicht vorgesehen.

In einem Land mit ca. 30.000 Einwohnern, die in der DDR studiert oder gearbeitet haben und vielen anderen, die in den letzten Jahren aufgebrochen sind, um in diesem europäischen Staat zu leben, und in dem, trotz der Entfernung und den deutlichen kulturellen Unterschieden auch eine allgemeine Neugier, gemischt mit Sympathie für die teutonische Kultur herrscht, ist dies wirklich bedauerlich.

Bernd Fabius Schlussfolgerung über die Ängste der kubanischen Regierung verfehlt das wahre Motiv, das Projekt „Goethe Institut“ auf Eis zu legen, sicher nicht sehr weit. Jeder Ort, der nicht den strikten Vorgaben der Ideologie unterliegt, der Literatur weit ab von den gefilterten Verlagslisten der Insel anbietet oder dazu anregt über die Grenzen der politischen Blindheit und des Meeres um uns herum hinauszuschauen, verursacht Schäden an der Plaza de la Revolución**.

Das Lehrreichste dabei ist, dass sich die deutsche Regierung seit Jahren „gut benimmt“, um ein Schild, das den Namen des Autors von Faust trägt, in einer Straße von Havanna zu sehen. Fünf Jahre des Herantastens, der verschlossenen Ohren, der Vorsicht und des Fernhaltens von allem, was die Oberhäupter in olivgrün verärgern könnte. Nach all der Zeit, in der jedwede Empfindlichkeit umgangen wurde, hat der Bundestag ein lautes und deutliches Nein erhalten, eines wie man es nur in der Sprache Nietzsches zu hören bekommt.

Anmerkungen des Übersetzers:

*Die Alliance Française wurde 1883 in Paris gegründet und widmet sich der Verbreitung der französischen Sprache und Kultur auf der ganzen Welt.

** Die Plaza de la Revolución (Platz der Revolution) ist ein öffentlicher Platz in Havanna, Kuba und wurde durch die kubanische Revolution bekannt, während der die Regierung Batistas gestürzt und durch die von Fidel Castro abgelöst wurde. Zudem befindet sich hier der Sitz der Regierung.

Übersetzung: Anja Seelmann

Der greise Diktator starb schon vor langer Zeit

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Fidel Castro feiert seinen 90. Geburtstag im Theater ‚Karl Marx‘ in Havanna

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MIRIAM CELAYA  | 14ymedio.com | 26. November 2016  Die offiziellen Medien haben nun endgültig und definitiv den Tod Fidel Castros bestätigt und ich glaubte bei dieser traurigen Nachricht eher Erleichterung als Trauer zu spüren. Wenn ich ein frommer Mensch wäre, würde ich wenigstens einen Hauch von Mitleid empfinden, aber das ist nicht der Fall. Mitleid für Despoten zählt sicher nicht zu meinen wenigen Tugenden. Ich, die ich immer den Zynismus mehr geschätzt habe als die Heuchelei, bin überzeugt, dass die Welt ohne ihn ein besserer Ort sein wird.

Wie auch immer, für mich ist der greise Diktator schon vor langer Zeit gestorben, das Datum ist nicht bekannt. Tief in meinem Gedächtnis ruht er unter einem verstaubten Grabstein ohne Inschrift; also bin ich nur noch neugierig, was dieser erwartete (unerwartete) Vorgang für jene bedeutet, die ihr Schicksal zeitlebens mit allen Verkrampfungen Fidels verknüpft haben, die auf seine „zahllosen Tode“ folgten.

Dennoch, und nicht weil ich für ihn eine vorgezogene Trauerfeier hätte abhalten wollen, bleibt sein endgültiger Abschied von dieser Welt ein bedeutendes Ereignis. Jetzt wird das Bild des gescheiterten Phantoms verschwinden, in das er sich verwandelt hatte, und er wird aufhören, wie ein unvermeidbares Verhängnis um die abergläubische Seele unserer Nation zu kreisen. Und dann wird man sehen, ob die Vorhersage „wenn Fidel tot ist, wird sich alles ändern“ richtig oder falsch ist, weil es fast alle Kubaner für bequemer halten, bei Veränderungen der Natur ihren Lauf zu lassen, anstatt es zu wagen, diese selbst anzugehen. Völker, die sich ihres eigenen Schicksals schämen, pflegen die Schuld für ihren kollektiven Mangel an Verantwortung ihren „Statthaltern“ anzulasten.

Die wahre Macht Fidel Castros beruhte nie auf der Liebe der Kubaner, sondern auf der uneingestandenen Furcht vor ihm, dem irrationalen und cholerischen Führer.

Nichts desto trotz, meine Erinnerungen sind intakt geblieben, sie haben alle Katastrophen wohlbehalten überlebt. Wieso sollte man diese Erinnerungen hinter sich lassen, wenn unser Denken nur aus solchen besteht? Also betrachte ich sie ohne Liebe, ohne Groll, ohne Bitterkeit und ohne Gewissensbisse, so, als würde ich einen alten Film über meine eigene Geschichte anschauen; es ist die Geschichte von Millionen von Kubanern. Wie konnten wir jemals so naiv sein? Warum ließen es unsere Väter und Großväter zu, dass man uns so arg manipulieren konnte? War es aus Angst? Die wahre Macht Fidel Castros beruhte nie auf der Liebe der Kubaner, sondern auf der uneingestandenen Furcht vor ihm, dem irrationalen und cholerischen Führer, dessen übermäßiges Ego nur vergleichbar war mit seiner Unfähigkeit zu Empathie. Manchmal war der Fidelismo ( Treue zu Fidel ) nur ein Mittel, um zu überleben.

Ich schaue auf die ersten 20 Jahre meines Lebens zurück; ich sehe einen Fidel Castro, der wie eine Art zäher und allgegenwärtiger Magma in jeden öffentlichen und privaten Raum eindringt. Es scheint, als habe er die Gabe der Allgegenwart und an allen Orten zugleich zu sein. Die Erinnerungen an meine lang zurückliegende Kindheit sind untrennbar mit dem Bild eines bärtigen Mannes verbunden, der niemals lachte, eine „immergrüne“ Militäruniform trug, dessen Bild man überall sehen konnte, sei es an einer Hauswand, einer Mauer, auf den Titelseiten von Magazinen, in Zeitungen, oder sorgfältig gerahmt in den Wohnzimmern von kubanischen Revolutionären; die waren damals in der Überzahl.

Jedenfalls gehörte „Fidel“ zu den ersten Wörtern, die Kinder von tausenden von Familien sagen konnten, weil die Familien – wie auch meine – entdeckt hatten ,dass sie unerwartet – mit dem Heraufdämmern des Jahres 1959 – Revolutionäre waren. Und genauso plötzlich nahm in einem Land mit katholischer Tradition die Zahl derer zu, die sich zu Atheisten erklärten und Gott ablehnten, nur um jetzt der neuen „Lehre“ anzuhängen: Fidel Castro der „Retter“ und das kommunistische Programm der „Katechismus“.

In der Folge zerbrachen zahllose Familien an der politischen Polarisierung, an der Emigration von Vätern und Söhnen, Brüdern, Onkeln und Neffen, die vorher alle in Harmonie zusammenlebten; sie gerieten aneinander und distanzierten sich im Zorn voneinander. Manche sahen sich nie wieder und starben, ohne sich mit einer Umarmung versöhnen zu können. Viele von ihnen, die diese epochalen Brüche erlebt haben, sind immer noch dabei die Bruchstücke einzusammeln, um so zu versuchen, den Zusammenhalt von manch einer malträtierten Familie wieder herzustellen, und sei es nur aus Respekt und Verehrung für unsere Verstorbenen, die zu Feinden wurden, beeinflusst von einem fremden Hass.

Dann kamen die Milizen, die Invasion in der Schweinebucht 1961, die Kubakrise 1962, der verpflichtende Militärdienst, die Lebensmittelkarten, die riesigen Zuckerohrernten, die Revolutionäre Offensive, Angola, die Landschulen und die ständigen „Weihen“ der nicht enden-wollenden Wahnvorstellungen des Großen Egozentrikers. Und mit der Zeit kamen auch die Zeichen eines beginnenden Ruins, Zeichen, die man nicht wahrhaben wollte. Man überdeckte den zunehmenden Mangel an Gütern mit Losungen und mit ebenso überdimensionierten wie unsinnigen Produktionsplänen, die alle zum Scheitern verurteilt waren; alle persönliche Freiheiten wurden begraben, Rechte verschwanden, sie wurden auf dem olivgrünen Altar geopfert, begleitet von bedeutungsschweren Worten, die früher einmal heilig gewesen waren und die jetzt in Reden abgewertet wurden: „Vaterland“, am meisten beschmutzt, „Freiheit“, am häufigsten missbraucht. Unvorbereitet und blind halfen wir Kubaner dabei, ein Gitter um unser Gefängnis zu ziehen und -folgsam wie wir sind – die Schlüssel in die Hände des Gefängniswärters zulegen.

Wir Kubaner selbst halfen dabei, ein Gitter um unser Gefängnis zu ziehen und – folgsam wie wir sind – die Schlüssel in die Hände des Gefängniswärters zu legen.

Die Nachricht von seinem Tod weckt in mir keine Emotionen. Vor kurzem sagte mir ein kluger Freund, dass Fidel Castro nicht „Ursache“ sondern „Wirkung“ war. Ich glaube, dass diese treffende Bemerkung die Geschichte und die Wesensart der kubanischen Nation zusammenfasst. Denn wir Kubaner sind nicht (und sind es nie gewesen) ein Ergebnis von Fidels Existenz, sondern ganz im Gegenteil: die Existenz eines Fidel war nur wegen uns Kubanern möglich, jenseits aller politischer Strömungen und Ideologien und weit entfernt von unserer Sympathie oder Ablehnung. Ohne uns hätte sich seine lang andauernde Diktatur nicht an der Macht halten können.

Sein endgültiger Tod… für mich ist er eine Gelegenheit anzustoßen, nicht zu seinem Gedenken, sondern zu unserem. Möge die Erinnerung immer in uns wach bleiben, damit wir diese Jahrzehnte der Schande nicht vergessen, damit sich nie wieder neue „Fidel Castros“ auf dieser Erden wiederholen können. Mit all meiner Überzeugung erhebe ich mein Glas und stoße darauf an: möge dieser glückliche Tod uns die Möglichkeit für ein neues Leben eröffnen, das wir aufbauen müssen, in Frieden und Eintracht, wir Kubaner.

Übersetzung: Dieter Schubert

Schluss mit der Bastion Kuba

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Eine Nachrichtensprecherin in den Tagen der Militärübung „Bastión“ (14ymedio)

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YOANI SÁNCHEZ  | GENERACIÓN Y | 20. November 2016  Müde klingt die Stimme einer Freundin, die mich anruft und fragt, wann die Sirenen mit dem Heulen aufhören, was sie jetzt jeden Tag schon vom frühen Morgen an tun. Genervt ist der Nachbar, der nach seiner Arbeit nicht rechtzeitig nach Hause kommt, weil der Verkehr wegen eines Militärmanövers umgeleitet wird. Eine Belästigung ist das, sagt der junge Reservist, den sie zur Teilnahme an einer Militärübung verdonnert haben, genau jetzt, wo eine Spritztour mit seiner Freundin geplant war.

Die drei für „Bastion 2016″* benötigten Arbeitstage haben bei vielen Kubanern ein Gefühl von extremer Sättigung hinterlassen. Denn als sich nach 72 Stunden aggressiver Anspannung das Ende dieses MG-Alptraums abzeichnete, erklärte die Regierung per Dekret den darauf folgenden Samstag und Sonntag zu „Nationalen Tagen der Verteidigung“. Das sagt nur jemand, der keinen Krieg will…… drei Tage vergeudet, drei Schüsse in den Ofen.

.So wie das morgendliche Gebrüll – Weckruf genannt – die Uniformierten aus ihren Betten reißt, so haben diese Tage mit militärischen Übungen das Land aus manchen Träumen von Bürgerschaft gerissen.

Ermüdet von so viel „Schützengraben“ und zu vielen Anspielungen auf den „Feind“, fragen wir uns, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, all diese Ressourcen dafür zu verwenden, uns Bürgern das tägliche Leben leichter zu machen. Wenn man die chronischen Schwierigkeiten des öffentlichen Nahverkehrs betrachtet, die Brotqualität auf dem rationierten Markt oder die Belieferung unserer Apotheken mit Medikamenten…, es hätte bessere Verwendungsmöglichkeiten für das bisschen Geld in den staatlichen Schatztruhen gegeben.

Warum Geld in Form von Benzin für Panzer verschwenden? Geld, das man hätte verwenden können, um in den Grundschulen das Frühstück zu verbessern.

Die Drohungen mit bevorstehenden kriegerischen Auseinandersetzungen sind Teil der Kontrollmechanismen. Der Schützengraben ist das Loch, in dem man uns ruhig stellt und einschränkt; Truppenverbände radieren unsere Individualität aus; das Wasser in der Feldflasche schmeckt nach Metall und die Angst treibt uns die „Wohlstands-Dämonen“ aus.

„Bastion 2016“ hat uns daran erinnert, dass wir nur Soldaten sind. So wie das morgendliche Gebrüll – Weckruf genannt – die Uniformierten aus ihren Betten reißt, so haben die Tage mit militärischen Übungen das Land aus manchen Träumen von Bürgerschaft gerissen.

*Anmerkung des Übersetzers:

Bastion (span. Bastión) ist eine dreitägige Militärübung, die die kubanische Regierung nach dem Sieg von Trump organisierte. Es handelt sich dabei um eine aufwendige Mobilisierung von Truppen, Reservisten und der Zivilbevölkerung, um damit dem „Feind im Norden“ die Wehrfähigkeit Kubas zu demonstrieren.

Übersetzung: Dieter Schubert

Das Ende der Ära Obama: verschwendete wertvolle Zeit

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Barack Obama bei einer der letzten Wahlveranstaltungen für Hillary Clinton. (EFE/EPA/CRISTOBAL HERRERA)

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YOANI SÁNCHEZ  | 14ymedio.com | 08. November 2016  Am Tag nach der Wahl von Donald Trump begann eine neue Epoche für die USA und die anderen Nationen weltweit, während für Kuba die Zeit großer Chancen endete. Sie blieb ungenutzt, aufgrund der Starrköpfigkeit der Regierung rund um die Plaza de la Revolución.

Mit der am 17. November 2014 angekündigten Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Havanna begann eine Phase mit der Möglichkeit, das Leben der kubanischen Bevölkerung zu verbessern, was die Regierung nur mit übermäßiger Vorsicht aufnahm. Jedem Schritt von Obama in diese Richtung begegnete Raúl Castro mit Mistrauen. Die politische Repression wurde nicht verringert, dafür nahm in den letzten Monaten die ideologische Rhetorik zu.

Der Präsident General hat den Enthusiasmus der Wiederannäherung vergeudet, er hat Chancen vertan und die unvermeidliche politische Öffnung verzögert, die die Insel erleben wird

Der Präsident General hat den Enthusiasmus der Wiederannäherung vergeudet, er hat Chancen vertan und – durch seine Sturheit – die unvermeidliche politische Öffnung verzögert, die die Insel erleben wird. Castro zog es vor sich zu verschanzen, anstatt die eisernen Kontrollen zu lockern, die das wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben Kubas peinigen.

Als sich die Gelegenheit für kubanische Kaffeeplantagenbesitzer ergab, ihr Produkt auf US-amerikanischem Boden zu verkaufen, antwortete ihnen von der anderen Seite der erzürnte Nationale Verband der Kleinlandwirte. Angesichts der Vorschläge, engere Bindungen zwischen den Jugendlichen beider Nationen aufzubauen, verschanzte sich der „olivgrüne Regierungsapparat“ hinter einer bitteren Kampagne gegen die Stipendien der Organisation World Learning*.

Googles Angebot, der Insel beim Anschluss ans Internet zu helfen, stieß auf das Monopol der Etesca, dem staatlichen Unternehmen für Telekommunikation, das schon Ende dieses Jahres ein “Pilotprojekt“ starten wird, um das riesige weltweite „Spinnennetz“ in 2000 Haushalte in Alt-Havanna zu bringen. Währenddessen bleiben viele Webseiten aufgrund der scharfen Zensur gesperrt und die öffentlichen Internetzugänge behalten ihre hohen Preise und ihren schlechten Service bei.

Die Regierung rund um die Plaza de la Revolucíon spricht von einem halb leeren Glas. Monatelang beschuldigte man Obama, dass es ihm nicht gelungen ist, das Embargo aufzuheben oder Guantanamo Bay Naval Base zurückzugeben. Eine Propagandastrategie, ein schriller Protest, um das Offensichtliche zu überdecken: Der Nachbar im Norden zeigte bei Wiederannäherung eine bessere Herangehensweise.

Die Fotos, auf denen sich Castro und Obama die Hand geben und in die Kameras lächeln, haben nur geringe Bedeutung. In der Realität ist Kuba weit davon entfernt, die Schlagzeilen der ausländischen Presse zu verdienen, denen zufolge sich Kuba verändert hat, weil Madonna durch die Straßen der Hauptstadt spazierte, weil eine US-amerikanische Fußballmannschaft die Tribünen eines Stadions auf der Insel zum Beben brachte oder weil beide Länder beim Schutz der Haie in der Region zusammenarbeiten.

In der Realität ist Kuba weit davon entfernt, die Schlagzeilen der ausländischen Presse zu verdienen, denen zufolge sich Kuba verändert hat, weil Madonna durch die Straßen der Hauptstadt spazierte

In den letzten Wochen wurde der Bremseffekt viel stärker spürbar. Die kubanischen Behörden wissen, dass auf den neuen „Mieter“ im Weißen Haus viele Herausforderungen zukommen. In seinem Terminkalender für die ersten Monate stehen Dringlichkeiten wie der Syrienkrieg, der IS-Konflikt und seine eigenen internen Probleme, die weder klein noch unbedeutend sind. Kuba wird keine Priorität in der Agenda des nächsten US-Präsidenten haben.

Ob Hillary Clinton oder Donald Trump, der Wahlsieger wird sich erst nach einiger Zeit mit dem Thema Kuba befassen und das auf seine Art tun. Der neue Kurs kann ein erneutes Auseinanderdriften bedeuten oder den von Barack Obama eingeschlagenen Weg vertiefen. Aber die Zügel, die Kuba an das 20. Jahrhundert binden, gehen nicht vom Oval Office aus. Ein über achtzigjähriger Mann hält sie fest, der sich vor der Zukunft fürchtet, die uns erwartet und in der er nicht mehr sein wird.

Anmerkung d. Übers.:

*Dem von „World Learning“ organisierten US-Jugendprogramm wirft die kubanische Regierung vor, Jugendliche unter falschem Vorwand als Akteure für einen Systemwechsel auf Kuba anzuwerben.

Übersetzung: Lena Hartwig

Information als Verrat

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„Für die reaktionäre kubanische Regierung sind alle Katzen grau“. (EFE)

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YOANI SÁNCHEZ | Generación Y | 14. Oktober 2016 Die Ruhe ist nichts für autoritäre Regime. Sie brauchen den Schrecken, der sich unter den Bürgern breit macht, damit sie nach Herzenslust regieren können. Diese Angstszenarien haben sich auf Kuba in den vergangenen Monaten immer mehr zugespitzt, in denen die Regierung ihren Konfrontationskurs verschärft oder neu aufgenommen hat: gegen die Opposition, gegen die Selbstständigen, gegen jene Jugendlichen, die ein Stipendium in den Vereinigten Staaten anstreben und speziell gegen die unabhängige Presse.

Die Kriegstrommeln werden gerührt und der Hauptfeind wird diesmal von jenen Journalisten verkörpert, die nicht den staatlichen Medien angehören und die von dem Schaden berichten, den der Hurrikan Matthew verursacht hat. Die Regierung stellt sich dem entgegen und sagt, „private Stellen oder solche, die ganz offen der Kontrarevolution dienen“ gäben ein „Bild, das nicht nur der Realität fremd ist, sondern diese sogar verfälscht”, wie es aus einem Artikel hervorgeht, der diesen Donnerstag in der Granma veröffentlicht wurde.

Der Text mit dem Titel Matthew: Humanismus, Transparenz und Manipulation ist nur ein weiteres Scharmützel, um den Konflikt der vergangenen Wochen weiter eskalieren zu lassen, bei dem es um die Publikationen geht, die sich der Parteikontrolle entziehen. Das Neue daran ist, dass dieser Angriff auf bestimmte Bereiche der unabhängigen Presse zielt, die hart dafür gekämpft haben, nicht in den „Sack der Feinde” gesteckt zu werden.

Die Offensive, die gerade gegen sie geführt wird, zeigt sich bei den Verhaftungen von Mitgliedern des lokalen Nachrichtenblogs Periodismo de barrio und seiner Direktorin Elaine Díaz, aber auch bei der wiederholten Androhung auf eine mögliche Ausweisung, die sich gegen Fernando Ravsberg richtet, sowie den Sanktionen gegen den Journalisten José Ramírez Pantoja aus Holguín. Das beweist doch, dass für die reaktionäre Regierung alle Katzen grau sind, oder was das Gleiche ist: Der Journalist, der nicht mit der genügenden Begeisterung Beifall klatscht, ist ein Verräter.

Was gerade passiert, ist das Aufeinanderstoßen zweier Epochen

Der offizielle Angriff hat es sogar bis in den Bericht geschafft, den das „Komitee zum Schutz der Journalisten“ (CPJ) herausgab und in dem es um die Situation der Presse auf Kuba geht. Eine Studie, an der Ernesto Lodoño mitgearbeitet  hat, Journalist der Zeitung The New York Times, deren Verlagshäuser das Auftauen der Beziehungen mit den Vereinigten Staaten befürworten und sogar bis vor kurzem deswegen von unserer staatlichen Presse gelobt wurden.

Jetzt… haben sie uns alle in den gleichen Sack gesteckt.

Es nützt den neuen Opfern überhaupt nichts, sich von denjenigen zu distanzieren, die durch die offizielle Propaganda in Fernsehprogrammen, zur Hauptsendezeit, stigmatisiert worden sind. Es wird wenig bringen, dass die Attackierten sich nun – aufgrund des Staatsgrolls – von der unabhängigen Presse, die in den 90ern entstanden ist, lossagen. Und genauso wenig nützt es, wenn sie die „konfliktiven“ Blogger oder Dissidenten verfluchen und öffentlich zusichern, dass sie von einer linksgerichteten Ideologie geleitet werden.

Nichts von all dem zählt. Denn was gerade passiert, ist das Aufeinanderstoßen zweier Epochen. Eine davon war diejenige, in der die Kommunistische Partei Kubas sämtliche Informationen nach Lust und Laune kontrollieren, manipulieren und über ihre Veröffentlichung entscheiden konnte. Jene Zeiten, in denen wir erst Wochen später vom Fall der Berliner Mauer erfuhren, und die Bilder von den Unruhen in Havanna im Jahr 1994 auf den Titelseiten der nationalen Zeitungen unterdrückt wurden. Diese Epoche stirbt gerade und eine andere wird geboren; dank neuer Technologien und dass sich viele Journalisten der Wahrheit verpflichtet fühlen, sowie dem wachsenden Verlangen der Kubaner nach Information.

 Ist der Parteistempel nicht darunter gesetzt, wird jeder Versuch, Berichterstattung zu betreiben, als eine Kriegserklärung verstanden.

Trotzdem, für die Regierung, die daran gewöhnt ist, jeden Titel festzulegen und die Direktoren von Zeitungen, TV-Sendern und Nachrichtenprogrammen per Fingerzeig zu ernennen, ist es nicht wirklich wichtig, ob ihr neues „Objekt der Abscheu“ eine Modezeitschrift, ein Sportmagazin oder ein Nachrichtenprogramm ist. Ist der Parteistempel nicht darunter gesetzt, wird jeder Versuch, Berichterstattung zu betreiben, als eine Kriegserklärung verstanden.

Solange die kubanischen Journalisten nicht einsehen, dass sie sich – jenseits redaktioneller Nuancen, Phobien oder Ideologien – vereinigen und gegenseitig schützen müssen, solange wird der Regierungsapparat weiterhin solche Schläge austeilen. Er wird verteufeln, verhaften und die Arbeitsutensilien jener Reporter konfiszieren, die nicht auf seiner Gehaltsliste stehen – ganz egal, ob es sich bei der Berichterstattung um die Migration von Greifvögeln handelt oder um die gezielten Aktionen von öffentlicher Demütigung gegen die Opposition.

Auf Distanz zu gehen führt im Moment einzig und allein dazu, dass die Gegenmächte der Informationsfreiheit uns zerstören. Getrennt sind wir lediglich Journalisten, die der Willkür der Regierung ausgeliefert sind; zusammen aber bilden wir ein starkes und notwendiges Gremium.

Mag dieser Text dazu dienen, meine Solidarität all jenen Kollegen auszusprechen, die sich heute im Auge des Hurrikans der Repression befinden, ganz unabhängig von der Linie ihres Verlags, ihrem Arbeitsfokus oder der Farbe ihrer Träume, die sie für unser Land hegen.

Übersetzung: Nina Beyerlein