Die Insel flieht in einem Koffer

Hervorgehoben

Tag für Tag entscheiden sich viele Kubaner das Land zu verlassen; sie besteigen ein Flugzeug und blicken nicht zurück. (EFE)

YOANI SÁNCHEZ / 14ymedio / 3.Oktober 2021

In einer Schublade habe ich eine Schachtel mit Fotos, die ich nicht anschauen will. Sie zeigen Gesichter von Menschen, die fortgegangen sind; viele hundert  Freunde, Kollegen und Familienmitglieder, die nicht mehr auf der Insel leben. Die Flucht von Sportlern, Künstlern, „Balseros“ (Bootsflüchtlingen) oder Funktionären beschleunigt sich in dem Maße, wie das Land untergeht. Gerade jetzt erleben wir Zeiten eines lauten Zusammenbruchs und des ständigen Abschiednehmens.

Die Flucht von 11 kubanischen Spielern während der U23-Baseball-Weltmeisterschaft im mexikanischen Bundesstaat Sonora war das jüngste Kapitel im Zusammenhang mit diesem Aderlass; jeden Tag entscheiden sich auch viele andere Kubaner wegzugehen, sie besteigen ein Flugzeug ohne zurückzublicken, schlagen sich durch den Urwald oder überqueren das Meer. Mit ihren Füßen drücken sie aus, was sie sich nicht laut zu sagen trauen: das politische System ist ein Fiasko und das Land wird unbewohnbar.

Das endgültige Ziel der Reise kann irgendein Ort sein. Gestern kündigte eine Freundin an, dass sie nach Island gehen wolle, auch eine Insel, „von der sie nur weiß, dass sie weit entfernt von Kuba ist und sie dort keinen Sozialismus aufbauen“. Der Nachbar um die Ecke hat seinen Mitgliedsausweis der Kommunistischen Partei zerrissen und arbeitet jetzt in einer Putzkolonne in Miami; eine Freundin aus der Kindheit organisiert gerade eine Scheinehe, um nach Italien zu emigrieren.

Die Flucht von 11 kubanischen Spielern während der U23-Baseball-Weltmeisterschaft im mexikanischen Bundesstaat Sonora, war das jüngste Kapitel bei diesem Aderlass; jeden Tag entscheiden sich auch viele andere Kubaner dafür wegzugehen, sie besteigen ein Flugzeug ohne zurückzublicken.

Einige beklagen sich, so lange gewartet zu haben. „Meine Schwester warnte mich und ich dachte, dass es sich bessern würde, aber es geht wieder zurück, im Krebsgang“, sagte mir die Angestellte in einem nahen Bauernmarkt. „Ich möchte lieber an irgendeinem Ort bei null anfangen, als hier den Rest meines Lebens zu verbringen“, sagte sie noch. Zwei Kunden, die ein Glas Fruchtsaft schlürfen und ihr zuhören, nicken zustimmend mit dem Kopf.

Alle, die zu der Überzeugung kommen, dass „man das Land verlassen sollte und zwar jetzt“, haben jenen Blick der unumkehrbaren Entscheidung, den Blick von Menschen in Wendepunkten ihres Lebens. Ich habe diese Härte bei Witwen bemerkt, bei Familien, die nach einem Brand alles verloren haben, und sogar bei Gefangenen, die zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Es ist so, als ob sie nach dem Verlust von Allem verstehen würden, dass ihnen nur noch eine letzte Befugnis bleibt: die Macht über ihren Körper.

Und diese Fähigkeit zu entscheiden und auf Distanz zu gehen, physisch oder mental, zwischen dem was ärgert und dem was schmerzt, nutzen Tausende von Kubanern, die jedes Jahr emigrieren. Weder die triumphierenden Schlagzeilen der offiziellen Presse, noch die Morgenrufe an den Schulen mit flammenden Losungen, noch die Versprechungen eines „erfolgreichen und nachhaltigen“ Modells, das schon hinter der nächsten Straßenecke wartet, können sie umstimmen. Es reicht ihnen einfach.

Anfangs verurteilte die kubanische Bürokratie die Flucht und bezeichnete Bürger, die ins Exil gingen, als „Bourgeois“, nachdem ihr Vermögen und ihre Betriebe und Geschäfte  konfisziert wurden. Später nannte man sie „Schlacke“, weil sie Abfallprodukte beim „Guss des Neuen Menschen“ wären. Auch heute noch hält man sie für schwache Personen, die dem „Sirenengesang des Kapitalismus“ erliegen.

Anfangs verurteilte die kubanische Bürokratie die Flucht und bezeichnete Bürger, die ins Exil gingen, als „Bourgeois“, nachdem ihr Vermögen und ihre Betriebe und Geschäfte  konfisziert wurden.

Nicht ungeschickt hat der Castrismus die Emigration auch als Ventil genutzt, um den sozialen Druck zu mindern. Es ist kein Zufall, dass den großen Migrationswellen schwere wirtschaftliche Krisen und eine zunehmende soziale Unzufriedenheit vorausgingen. So geschehen 1980 bei der Massenflucht  im Hafen von Mariel*), und im Sommer 1980 bei der von den „Balseros“ ausgelösten Krise. Auch als Folge der populären Proteste des 11.Juli wird eine Flucht einsetzen, die wir heute schon erleben.

Die Schande, dass bei einer Weltmeisterschaft fast die Hälfte der kubanischen Delegation in Mexiko bleibt, wird nicht durch die umfangreichen Dollar-Überweisungen kompensiert werden, die die Emigrierten später senden. Dieses Phänomen kommt nur in Gefängnis-Ländern vor, wie in den ehemaligen kommunistischen Ostblockstaaten, in Nordkorea mit der dynastischen Kim-Diktatur, in Belarus….und in Kuba. Wir stehen auf der Liste von Nationen mit Bürgern hinter Gittern, von Systemen, die als Käfige erlebt werden.

Uns erwarten Monate, in denen wir jeden Tag „Adiós!“ sagen werden, weil sie nicht hinter jeden Kubaner, der in einer offiziellen Delegation reist, einen Polizisten stellen können. Diese Fluchtbewegung wird vielleicht auch auf hohe Instanzen der Staatsmacht übergehen, weil die Ratten ein sinkendes Schiff verlassen; nicht weil sie „Ratten“ sind, sondern weil sie intelligent sind. Sie spüren, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Wogen des Wandels die leere Hülle dieses Systems unter sich begraben werden.

            Übersetzung: Dieter Schubert

*) Anmerkung des Übersetzers:

Während de Mariel-Bootskrise flüchteten 1980 circa 125.000 Kubaner nach Florida. (Wikipedia)

___________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

Es riecht nach Metall auf Metall, das Leben hat das Aroma von Roheisen

Hervorgehoben

Die Kubanische Eisenbahn brach schließlich zusammen; die Lokomotive unseres Lebens stand still. (Archivo)

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 18.September 2021

Ich hielt den Zug an. Das ist keine Metapher. Bei Tagesanbruch kam ich mit meiner Mutter und meiner Schwester auf den Bahnsteig. Die Angestellten der Station und der Weichensteller sagten uns, dass es keine festen Abfahrtszeiten gäbe. Das galt für die anderen, wir aber waren keine gewöhnlichen Sterblichen: mein Vater war der Lokomotivführer, er fuhr die Lokomotive, er lenkte die Schlange aus Eisen, die schließlich dienstbeflissen bremsend vor unseren Füßen zum Stehen kam.

Ich war die Tochter eines Helden. Er trug keine Flinte, sondern steuerte das Monster aus Metall, das die Fantasie aller Kinder beflügelte. Der Unterschied war, dass ich ihn zu Hause hatte, ich brauchte nicht zu fantasieren. Jene träumten von einem Lokführer, ich erlebte ihn jeden Tag: seine langen und zermürbenden Arbeitstage, wenn er nicht nach Hause kam, das Fest bei seiner Rückkehr und die Furcht, dass er an einem gefährlichen Knotenpunkt sein Leben verlieren würde.

Um vier Uhr morgens auf einem Bahnsteig gibt es niemand. Nur dich und den Glauben, dass jemand kommt um dich mitzunehmen. Aber daran zweifelten wir nicht. Was auch immer passiert, was immer sie auch sagen…bald wird ein schnaubendes Monster hier auftauchen. Wer ließ uns dies glauben? Mein Vater; er versicherte uns, dass er da sein würde, trotz der beinahe-Zusammenstöße, unerwarteter Vorkommnisse und möglicher Entgleisungen. Wir hatten Vertrauen zu ihm.

Jene träumten von einem Lokführer, ich erlebte ihn jeden Tag: seine langen und zermürbenden Arbeitstage, wenn er nicht nach Hause kam, und das Fest bei seiner Rückkehr.

Hier waren wir, ohne zu zweifeln. Meine Mutter meine Schwester und ich hielten uns an den Händen, inmitten dieser Mischung aus Feuchtigkeit und Zirpen der Zikaden, wie es Bahnstationen „im kubanischen Nichts“ sind. Wir wussten, dass das Schicksal uns unseren eigenen Titan aus Eisen und Stahl und einem Signalhorn geschenkt hatte.

Zunächst war es nur der feste Glauben; dann kam ein leichter Wind, der die Haare hinter die Ohren wehte und uns in ein Aroma hüllte. Es roch nach Roheisen. So nennt man den „Duft“, den die Reibung von Metall auf Metall verströmt, wenn ein Konvoi mit vielen Waggons auf den Schienen zum Stehen kommt. Es riecht nach Roheisen; ein Wort, das die Gilde der Bahnleute gut kennt, obwohl es für viele Menschen merkwürdig und neuartig klingt.

Meine Großmutter mütterlicherseits kannte das Wort gut, weil sie ständig die Uniformen ihres Mannes waschen musste, auch er ein Eisenbahner.

Ana kannte den „Mief“ gut, der entsteht, wenn jemand in der Führerkabine die Bremse einer Lokomotive zieht, die Dutzende von Waggons schleppt und die dann auf den Schienen kreischen. Das erzeugt außerdem eigenartige kleine Körnchen, sie sind schwarz und fühlen sich hart an, wenn man sie mit den Fingern vom Gesicht abstreift. Es handelt sich um ein Abfallprodukt der Eisenbahn am menschlichen Körper.

Es war die Zeit, in der man Wäsche stärkte und Ana machte das sehr gut. Sie war darin die Beste. Sie stärkte die Ränder der Hemden für meinen Großvater und meinen Vater. Beide hatten ein Emblem auf ihrer Tasche aus grauem Tuch, das uns faszinierte; es war ein weißes Rechteck mit einer in schwarz darauf gestickten Lokomotive, die Rauch ausstieß. Ich wollte immer einen Zug führen (und mehrmals tat ich es auch).

Mein Großvater hatte die „Hand einer Puppe“. Einmal, bei einem bevorstehenden Zusammenstoß, sprang er von der Lokomotive ab, aber sein Ring blieb an einem abstehenden metallischen Teil hängen. Später zeigte er uns wie ein Zauberer seine Hand mit vier Fingern und wir, naive Kinder, lachten darüber. Es waren Kriegsverletzungen unserer Leute, bleibende Schäden des Eisenbahner-Clans.

Seine Lokomotive hatte eine Ziegenherde überfahren; er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Wir, seine Töchter, stürzten uns auf das Festmahl; wir hatten großen Hunger und er wusste es.

Aber nicht alles waren Scherze oder Anekdoten. Eines Tages riefen uns Nachbarn an, um uns ihr Beileid auszusprechen. Offensichtlich war ich bei einem Zugunfall zu Tode gekommen. Es war mein Vor-und Nachname, aber es war nicht ich, sondern ein Cousin identisch gleichen Namens und jünger als ich; er hatte bei einem Zusammenstoß sein junges Leben verloren, wie auch sein Vater der Lokführer. Bei uns vermehrten sich die Narben.

Mitte der neunziger Jahre kam mein Vater nach Hause, machte ein mürrisches Gesicht und seine Weste roch nach Blut. Seine Lokomotive hatte eine Ziegenherde überfahren; er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen. Wir, seine Töchter, stürzten uns auf das Festmahl; wir hatten großen Hunger und er wusste es. Er war ein fürsorglicher Vater; mit diesen Fleisch-und Knochenteilen brachte er uns seinen letzten „Jagderfolg“. Wenig später beendete die Kubanische Eisenbahn endgültig ihr Dasein und die Lokomotive unseres Lebens stand still.

Dennoch, der Geruch bleibt. Meine Familie riecht nach Roheisen. Mein Vater starb kaum eine Woche später und ich ging zurück auf den symbolbeladenen Bahnsteig und wartete. Zunächst kam der Wind und schüttelte meine kurzen Haare. Die Tochter eines Eisenbahners kennt nur einen Duft, den Balsam ihrer Existenz. Den hatte ich wahrgenommen als ich im Morgengrauen vor den Gleisen stand und unbekannte Stimmen mir versicherten, dass der Zug nicht halten würde, aber ich wusste, dass er dies tun würde: ich konnte sein Kommen schon riechen.

            Übersetzung: Dieter Schubert

___________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

#

Díaz-Canel in Mexiko; eine Einladung, die niemals hätte erfolgen sollen

Hervorgehoben

Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel zusammen mit Andrés Manuel López Obrador, dem Präsidenten von Mexiko, anlässlich eines früheren Besuchs im Jahr 2019. (Presidencia de Cuba)

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 15.September 2021

Salsa tanzen oder mit mehreren Hollywood-Schauspielern lachen, so sah man Miguel Díaz-Canel bei einem Besuch in New York vor drei Jahren; jetzt wird er von Strafanzeigen in die Enge getrieben. Nachdem er die Proteste vom 11.Juli gewaltsam niedergeschlagen hat, ist Kubas Regierender auf dem internationalen Parkett isoliert; eine Schmach, die er mit einer Einladung nach Mexiko von Andrés Manuel López Obrador loswerden will.

Wenn die Bürger des Nachbarlandes am Donnertag den Tag des Grito de Dolores*) feiern, wird eine grauhaarige und spröde Person unter denen sein, die zu der Gedenkfeier geladen wurden: Miguel Díaz-Canel. In nur zwei Monaten ist sein Image eines pragmatischen Ingenieurs zu Bruch gegangen, ein Bild von ihm, das uns die offizielle Propaganda aufzwingen wollte. Im nationalen Fernsehen hatte er dazu aufgerufen, die Proteste vom 11.Juli niederzuschlagen und dabei versichert, dass er „zu allem bereit“ und „der Befehl zum Kampf erteilt wäre“.

Wie auch, seit Díaz-Canel auf dem Präsidentenstuhl Platz genommen hat, war er umgeben von der Kritik, dass er nicht in einem Urnengang gewählt worden wäre, obwohl er sich der Sympathie derer erfreute, die versicherten erleichtert zu sein, dass er wenigsten nicht mehr den Namen „Castro“ tragen würde. Politische Cliquen bezeichneten ihn als den Mann einer Generation mit weniger Schuld und „ohne Blut an den Händen“, im Gegensatz zu seinen Vorgängern.

Trotzdem, die Titelseiten der Zeitungen, die bis vor kurzem in ihm nur eine „Atempause“ für die Familiendynastie sahen, die die Insel mehr als ein halbes Jahrhundert kontrollierte,… ebendiese Zeitungen verbreiten heute Bilder von Polizisten, die auf wehrlose Bürger einschlagen und zeigen Menschen, die mit erhobenen Fäusten „Freiheit“ schreien. Diese Bilder verbreiteten sich im ganzen Land und auch solche von weinenden Müttern mit Kindern in Arrestzellen, ohne irgendeine Aussicht auf ein rechtmäßiges juristisches Verfahren.

Das ganze Werbe-Arsenal, das darauf abzielte ihn als einen effektiven, populären und modernen Macher zu zeigen, versagte nach jenem 11.Juli, der die neuere Geschichte des Landes in ein vorher und ein nachher teilt. Die Mandatsträger, die ihm vorher die Hand gaben, mit ihm auf einem Foto für die Familie lächelten, oder ihm bei Treffen von internationalen Organisationen auf die Schulter klopften, jetzt meiden und rügen sie ihn.

Nur López Obrador war in der Lage diesen Regierenden einzuladen, zu dem sein Volk klar und deutlich sagt, dass „es ihn nicht will“, und der mit der ihm eigenen Arroganz darauf antwortet, dass er sich nicht entschuldigen müsse.

Nur López Obrador war in der Lage diesen Regierenden einzuladen, zu dem sein Volk klar und deutlich sagt, dass „es ihn nicht will“, und der mit der ihm eigenen Arroganz darauf antwortet, dass er sich nicht entschuldigen müsse, seinen politischen Kurs nicht ändern wolle oder sein Amt an einen anderen übergeben werde. Worum geht es bei dieser Geste von López Obrador? Vielleicht um die Begleichung einer alten ideologischen Schuld? Versucht er seine politischen Gegner oder eine Regierung in einem Nachbarland in Verlegenheit zu bringen? Vielleicht gab es eine Anfrage von der Plaza de la Revolución in Havanna und der Mexikaner konnte dazu nur „ja“ sagen?

Als Kenner der Lage weiß Díaz-Canel, dass seine Reise Kritik und Argwohn auslösen wird, denn er, der auch der Sekretär der kubanischen Kommunistischen Partei ist, hat es vorgezogen, Einzelheiten der Tagesordnung unter Verschluss zu halten. Wir haben nicht einmal Informationen zu Ort und Zeit, wo und wann er als Redner im Rahmen der nationalen Feierlichkeiten auftreten wird. Eine Geheimnistuerei, die eine öffentliche Verurteilung verhindern soll. Nicht nur die von hunderten von emigrierten Kubanern, die sich schon organisieren um seinen Besuch abzulehnen, sondern auch die von vielen Mexikanern, die sich mit der Sache des demokratischen Wandels auf der Insel solidarisieren.

Aufgrund der großen Beachtung und der neuen Erkenntnisse zu seiner Tour vor zwei Jahren nach Russland, Belarus und Irland, wird Díaz-Canel Journalisten meiden, öffentlichen Präsentationen aus dem Weg gehen und akrobatische Verrenkungen machen, um ein lästiges Bild mit einem anderen Eingeladen zu verhindern, der seinen Gruß nicht erwidert oder ihn mit ausgestreckter Hand stehen lässt. Eine gefährliche Choreographie, denn Ablehnung und Protest können überall lauern.

Wie viel menschliche Wärme und Sympathie ihm sein Gastgeber entgegen bringt, wird viel über diese Reise verraten: ob es sich nur um eine simple Formalität handelt oder um einen lauten politischen Ritterschlag für einen Diktator, den sein Volk ablehnt; einen Mann, der sich eines Tages für seine Taten vor nationalen oder internationalen Gerichten wird verantworten müssen −hoffen wir es. Die Zahl der Schritte, die beide Regierenden beim Staatsakt voneinander trennt, ob López Obrador seinen kubanischen Gast erwähnt oder nicht, sogar die Stunden, die der auf mexikanischem Boden verbringt, all dies wird sehr enthüllend sein. Wir werden bei allen Ritualen genau hinsehen.

Aber auch; während der Abwesenheit von Díaz-Canel müssen wir die Insel im Auge behalten. Seine Unbeliebtheit ist den „Wölfen des Rudels“, die sich um die Macht streiten, nicht unbekannt. Wenn sie spüren, dass ihn auf dem Präsidentenstuhl zu halten die Kontrolle über das Land in Gefahr bringt, werden sie auf diesen Ingenieur verzichten, der keine drei zusammenhängenden Sätze zustande bringt, ohne dass die wie eine langweilige Litanei klingen, die andere ihm diktiert haben.

Diese Reise war dazu gedacht sein Erscheinungsbild außerhalb der nationalen Grenzen zu säubern, aber man riskierte auch, dass die Dinge im Innern des Hauses der Kontrolle entgleiten. Wie dem auch sei; López Obrador hat die traurige Rolle übernommen einen Mann zu stützen, der in die kubanische Geschichte als Marionette eingehen wird, der an dem Tag, als er die Fäden hätte durchschneiden und mit der Würde eines Staatsmanns hätte handeln können, die Repression vorzog…Die alte Praxis der Castros mit Schlägen und Knebel.

            Übersetzung: Dieter Schubert

*) Eine historische Anmerkung des Übersetzers:

Der vom Priester Miguel Hidalgo in den frühen Morgenstunden des 16.Septembers 1810 in der Stadt Doleres artikulierte Grito de Dolores (Schrei von Dolores) markiert den Beginn des Mexikanischen Unabhängigkeitskrieges. An der Schwelle der Kirche rief Hidalgo zum Kampf gegen die spanischen Besatzer auf.

Nach Erreichen der Unabhängigkeit im Jahr 1821 wurde der 16.September als mexikanischer Nationalfeiertag festgesetzt. (Quelle: Wikipedia)

___________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

Geräusche der kubanischen Krise

Hervorgehoben

Es gibt einen ‚Soundtrack‘ den man kaum wahrnimmt, der uns aber überall umgibt.(14ymedio)

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 24.August 2021

Es wird Tag und im ganzen Viertel hört man das Gackern der Hühner in einem nahen Hinterhof; wenn es Mittag wird hört man die Rufe einer Nachbarin, die meldet, dass es im Markt in der Tulipán-Straße Bananen gibt; am Nachmittag dringt das Quietschen einer Schubkarre durch die Fenster, beladen mit zwei kleinen Jungen, die sich nach einem Freizeitpark sehnen. Es sind Laute der Krise auf Kuba.

Obwohl man auf Bildern meist die langen Warteschlangen, die freudlosen Gesichter und die leeren Einkaufstaschen sieht…, wenn man die aktuelle Lage auf der Insel beschreiben will, dann gibt es dafür den ‚Soundtrack‘ des Desasters, den man kaum wahrnimmt, der uns aber überall umgibt. Einige dieser Töne sind Echos von jenen, die wir in den 90-er Jahren während der Speziellen Periode hörten, so, als ob die Nadel des Plattenspielers unseres Lebens zurückgesprungen wäre und dieselbe Musik noch einmal ertönen würde.

Die letzten Tage erinnern mich an die Epoche, als Nachbarn in unserem Gebäude ein Schwein in ihrem Badezimmer mästeten.

Die letzten Tage erinnern mich an die Epoche, als Nachbarn in unserem Gebäude ein Schwein in ihrem Badezimmer mästeten, und, weil das Tier nicht zu sehr stören sollte, ihm die Stimmbänder herausgeschnitten hatten. Schlussendlich stieß das Tier raue, kehlige Laute aus, die viel beunruhigender waren als sein bodenständiges Grunzen. Jetzt, auf einem nahen Balkon, hält jemand mehrere Truthühner in einem Käfig, die den ganzen Tag glucken; vermutlich eine Maßnahme, um etwas Protein für die Familie zu sichern, weil man befürchtet, dass schlechtere Zeiten kommen werden.

Es gibt aber auch einen Dauerton, den der Gereiztheit. Man hört Schimpfwörter bei häuslichen Auseinandersetzungen, hervorgerufen von fehlenden Ressourcen und erzwungenen Restriktionen; Folgeerscheinungen der Pandemie für Familien mit Covid-19 positiven Fällen. Man hört das Weinen der Kinder, die nicht verstehen, warum sie nicht zum Spielen auf die Straße gehen können, und das Schluchzen des Sohns, der seine Mutter verloren hat, weil es keinen Sauerstoff und keine Medikamente für sie gab.

Ein niederschmetternder Widerhall; es ist der Chor einer Stadt und eines verzweifelten Landes.

            Übersetzung: Dieter Schubert

___________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

„Gebt diesem Kind einen richtigen Namen!“

Hervorgehoben

„Am 11.August 1995 hielt ich dich endlich in meinen Armen und beschnupperte dich ausgiebig .“ (Mit freundlicher Genehmigung der Familie)

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 10.August 2021

Ich wusste schon immer, dass du Teo heißen würdest. Es ist eine lange Kindheitsgeschichte, Literatur, ein imaginärer Freund und das Vertrauen darauf, dass du hinter der nächsten Straßenecke wärst und wir uns nur begegnen müssten. Am 11.August 1995 hielt ich dich endlich in meinen Armen und beschnupperte dich ausgiebig. Ich bin eine jener Personen, die jemanden, der sich mir zum ersten Mal nähert, mit der Nase wahrnimmt.

Ganz sicher, dieses kleine Wesen in meinen Armen roch nach Teo. So, wie ich immer von ihm geträumt hatte, einer Mischung aus Bruce Lee und Diogenes. Fragen Sie mich nicht, warum ich dich so nannte; aber jeder der dich kennt weiß die Antwort. Als wir dich im engsten Familienkreis präsentierten, fehlte es nicht an Antworten wie: „Gebt diesem Kind einen richtigen Namen!“ − aber wie anders hätten wir dich nennen sollen.

Du bist ungewöhnlich und geistreich, du sprichst wenig, aber mit einem Satz kannst du vernichten oder aufrichten. Als du in der Schule zum ersten Mal „Pioniere für den Kommunismus; wir werden sein wie der Ché“ rufen musstest, hast du dich geweigert. Du sagtest damals, dass Guevara tot wäre und du „es nicht sein willst“. Das erste Schimpfwort, das du lerntest, war „Dreckskerl“; ein Wort, das wir jahrelang von dir hören mussten, bis du dann andere, noch schlimmere Wörter verwendet hast.

 Mit fünf Jahren hast du den kubanischen Dichters Heberto Padilla zitiert; von ihm stammt der Satz: „Sag die Wahrheit, sag wenigstens deine Wahrheit“.

Bei einer Reise nach Camagüey, dem Geburtsort deines Vaters, fragten sie dich, ob du von der „Halbinsel jenseits des Atlantiks“ kommen würdest, weil du bei allen Wörtern alle Buchstaben mitgesprochen hast. Dort in Camagüey spricht man nämlich das beste Spanisch, dies behaupten zumindest seine Bewohner. Mit fünf Jahren hast du den kubanischen Dichters Heberto Padilla zitiert; von ihm stammt der Satz: „Sag die Wahrheit, sag wenigstens deine Wahrheit“. Mit sechs hast du Deutsch gelernt, hast Schnee kennengelernt und wurdest universell; ein Naturell, dass dir bis heute geblieben ist.

Teo, du hast bei vielen Personen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Mit vier Worten erklärst du etwas, wozu wir, dein Vater und ich (formvollendete Schwätzer) eine halbe Stunde brauchen. Du sagst einen Satz, der wie eine Röntgenaufnahme Strukturen sichtbar macht, oder eine bissige Bemerkung, die im Kopf hängen bleibt. Es gibt Leute, die sich vor so viel Aufrichtigkeit fürchten und dir aus dem Weg gehen, und es gibt auch Leute, die dich nicht ertragen. Das ist so, mein Sohn, weil du ein freier Mensch bist; frei von innen nach außen, was die beste Art ist dies zu sein.

Im November 2009 musstest du dich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass deine Eltern verhaftet wurden, du warst damals gerade 14 Jahre alt, aber du hast dich wie ein Erwachsener verhalten: du hast telefoniert, Anzeige erstattet, hast im Radio gesprochen und abgewartet. Das Wiedersehen glich dem eines Großvaters, der mit Liebe und Zärtlichkeit seine beiden verloren gegangenen Enkel willkommen heißt…jeder der dich kennt weiß, dass ich nicht lüge. So bist du.

Du sagst einen Satz, der wie eine Röntgenaufnahme Strukturen sichtbar macht, oder eine bissige Bemerkung, die im Kopf hängen bleibt.

Seit damals musstest du mit all dem leben und hast dies stoisch ertragen, wie jemand der weder Applaus noch Mitleid sucht. Du hast es einfach so getan, wie ein Vater deiner Eltern, etwas was nicht sein sollte…niemals sein sollte; aber du hast es angenommen ohne zu klagen. In diesen vier Jahrzehnten meines Lebens habe ich niemanden kennengelernt, der so reif, so gelassen und selbstsicher ist wie du.

Teo, du musstest schnell erwachsen werden, dich vor Informanten und falschen Freunden schützen, die in dir eine Möglichkeit sahen zu uns vorzudringen. Du musstest dich vor überall lauernden Denunzianten in Acht nehmen, und vor Mitschülern, die ein paar Punkte einheimsen wollten, wenn sie dir das Leben schwer machen würden, dem Sohn von Dissidenten. Trotzdem wurdest du − wie Antonio Machado in einem Vers sagt − eine „ruhige Quelle“, was „im guten Sinn des Wortes gut ist“.*)

Mode, mit materiellen Gütern prahlen, angesagte Marken, Unwägbarkeiten des Lebens…bekommen in dir nur eine Antwort, sehr ähnlich der am Ende des Romans „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse, wenn ein Protagonist zum anderen sagt: „Beruhe dich, Josef“, weil letzterer ihn herausfordern und provozieren will.

Für dich wiederhole ich: kaum warst du da, warst du schon immer da, und wir waren nur ein bescheidener Hort, damit du weiterleben konntest.

Jeder der versucht dich zu belästigen oder zu verunsichern, wird sich daran verschleißen, denn du bist aus hartem Holz. Du gehörst zu einer Generation, die lebt um zu erreichen, dass das Kuba der Zukunft möglichst bald kommt. Du hast keine Schulden und keine offenen Rechnungen mit der Vergangenheit.

¿ Haben wir einen solchen Sohn verdient? Waren es die Umstände, denen wir einen so außergewöhnlichen Menschen verdanken? Wahrscheinlich nicht; aber wie glücklich sind wir dein schützender Mantel gewesen zu sein, deine Leiter für den Aufstieg, dein Stab um damit zu springen. Wir sind wie Holz, bestimmt dazu sich im Feuer deiner Existenz zu verzehren.

Teo, 26 Jahre sind vergangen, seit ich dich zum ersten Mal auf meinen Armen getragen und dich mit dieser viel zu großen Nase ausgiebig beschnuppert habe. Für dich wiederhole ich: kaum warst du da, warst du schon immer da, und wir waren nur ein bescheidener Hort, damit du weiterleben und an Kraft zunehmen konntest… und dass dein kluger Kopf sich über so viel Gereiztheit und so viel Dummheit hinwegsetzen kann.

Teo, wusstest du das?

            Übersetzung: Dieter Schubert

*) Anmerkung des Übersetzers: Y.Sánchez zitiert aus dem Gedicht „Portrait“ des spanischen Lyrikers Antonio Machado (1875 – 1939). Der Vers lautet:

In meinen Adern sind Tropfen von Jakobinerblut, / aber mein Vers fließt aus einer ruhigen Quelle; / und mehr als ein gewöhnlicher Mann, der ihre Lehre kennt, / bin ich im guten Sinn des Wortes gut.

___________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

Wenn die Unterdrückung an deine Tür klopft

Hervorgehoben

„Für mich zählt nicht, ob du mich unwissentlich diffamiert, mich grundlos angegriffen oder geschlagen hast, im Verlauf einer Schmähaktion gegen mich oder meine Lieben“, sagt Yoani Sánchez. (Screenshot)

Auf dem Bild ist Reinaldo Escobar zu sehen, der Ehemann von Yoani Sánchez, der bei einer Schmähaktion von regierungstreuen Bürgern attackiert wird; er blickt direkt in die Kamera.

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 21. Juli 2021

Es ist etwas mehr als 10 Tage her; die gewaltsame Unterdrückung der Proteste war für viele Kubaner eine neue Erfahrung, eine Geschichte, die bisher andere erzählten, die man aber anzweifeln konnte, wenn dies Oppositionelle und unabhängige Journalisten taten. So war es, bis am 11.Juli einige Bürger am eigenen Leib erfahren haben, dass willkürliche Verhaftungen, Schläge, Wegnehmen der Kleidung und Demütigungen auf Polizeistationen oder das Schweigen der Behörden zum Aufenthaltsort eines Festgenommenen keine Hirngespinste von einigen Wenigen sind, geschweige denn Falschmeldungen.

Viele von denen, die vorher zweifelten oder den Opfern nicht glauben wollten und sagten, dass sie alles nur erfunden hätten, oder dass solches auf dieser Insel nicht vorkommen könne, haben jetzt einen Sohn oder eine Nichte in Haft, auf die ein summarisches Gerichtsverfahren wartet, nur weil sie auf die Straße gingen, „Freiheit!“ verlangten und versuchten, die öffentlichen Revolten mit der Kamera ihres Smartphone zu dokumentieren.

Immer mehr Zeugenaussagen kommen ans Licht; sie berichten von Exzessen, Beleidigungen, überlangen Verhören, Enge in den Arrestzellen und von Drohungen, von vielen Drohungen.

Nichts davon ist wirklich neu für einen Teil der kubanischen Bevölkerung, der seit Jahrzehnten solches Tun anzeigt. Aber manchmal sollte man dies am eigenen Leib spüren, um es zu glauben und um Empathie für ein anderes Opfer zu empfinden. Wenn man den Finger in die eigene Wunde legt, dann weiß man dass es stimmt. Das sollte aber nicht so sein.

Was mich betrifft, so ist es nicht die Mühe wert Misstrauen mit Misstrauen zu erwidern, Schwerhörigkeit mit Schwerhörigkeit und Sarkasmus mit Sarkasmus.

Was mich betrifft, so ist es nicht der Mühe wert Misstrauen mit Misstrauen zu erwidern, Schwerhörigkeit mit Schwerhörigkeit, Sarkasmus mit Sarkasmus. Es ist die Zeit sich zu engagieren und die neuen Opfer der direkten Repression zu unterstützen, egal ob sie je den Horror anzweifelten, den andere erlebten.

Zähle auf mich dass ich schreie, damit man deine Kinder freilässt. Es ist mir egal, wenn du es lustig gefunden hast oder nicht glauben wolltest, dass sie mich im November 2009 entführt und geschlagen haben; es ist mir egal, wenn du dich dazu hergegeben hast, meinen kleinen Sohn auf seinem Weg zur Schule zu überwachen und ihn anzuschreien, dass seine Mutter eine „Söldnerin“ wäre; es ist mir egal, wenn du dich über Leute erkundigt hast, die mich besuchten, und dass du gelacht hast, wenn ich viele Stunden in einer Arrestzelle verbracht habe. Es ist mir egal, wenn du an der Vernichtung meines Ansehens beteiligt warst, oder versucht hast meine soziale Stellung zu zerstören.

Für zählt nicht, ob du mich unwissentlich diffamiert, mich grundlos angegriffen oder geschlagen hast, im Verlauf einer Schmähaktion gegen mich oder meine Lieben. Ich glaube dir einfach.“

            Übersetzung: Dieter Schubert

___________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

Jetzt sind sie es, die uns fürchten

Hervorgehoben

„Freiheit passt nicht in einen Koffer“, schreiben viele in den Sozialen Netzwerken. (Screenshot)

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 16.Juli 2021

Niemand in der Warteschlange spricht. Eine Frau schaut auf ihre Schuhe und ein junger Mann trommelt mit den Fingern auf eine Wand. Es sind einige Tage vergangen seit die Kubaner auf die Straße gingen und protestierten; ein Protest, wie es ihn in den vergangenen 62 Jahren noch nie gab, bei dem die Empörung in jeden Winkel des Landes vordrang. Der allgemeine Zorn wächst in dem Maß, wie in den Medien Bilder von der Brutalität der Polizei auftauchen, wie es mehr Zeugnisse von Müttern gibt, deren Kinder seit jenem Sonntag verschwunden sind und wie sich Videos von Städten voller Militär verbreiten.

Wer auch immer die Insel nicht schon vor dem historischen 11.Juli kennengelernt hat, könnte jetzt sagen, dass es den Behörden gelungen ist, die Situation unter Kontrolle zu bringen und dass in den kubanischen Straßen wieder Ruhe herrscht. Aber in Wirklichkeit ist diese scheinbare Ruhe nur eine Mischung aus Entsetzen, Wut und Schmerz. In Havanna liegt die Anspannung in der Luft, denn überall gibt es Polizei, Militär und regierungsaffine Zivilisten mit allen Arten von Schlagstöcken in den Händen. In den Häusern wächst das Unbehagen und es fließen Tränen; nur wenige haben bis zum Morgen durchgeschlafen.

Tausende Familien suchen einen der Ihren auf Polizeistationen; ebenso viele erwarten, dass Uniformierte an die Tür klopfen, um ein Familienmitglied mitzunehmen, das verdächtigt wird an den Protesten teilgenommen zu haben. An verschiedenen Orten des Landes entstehen neue Brennpunkte der allgemeinen Unzufriedenheit; sie werden von Sonderkommandos − den gefürchteten „Schwarzen Wespen“ − mit Schlägen und Schüssen unterdrückt. Zahllose unabhängige Journalisten wurden festgenommen, andere unter Hausarrest gestellt, und der Zugang ins Internet wurde bei mehreren Anlässen gesperrt, als die ersten populären Demonstrationen begannen.

Tausende Familien suchen einen der Ihren auf Polizeistationen; ebenso viele erwarten, dass Uniformierte an die Tür klopfen, um ein Familienmitglied mitzunehmen, das verdächtigt wird an den Protesten teilgenommen zu haben.

Das kubanische Volk, das die Behörden in Gänze als systemtreu, fügsam und sanftmütig bezeichnen, … dieses Volk gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es ein Land mit schreienden Bewohnern, manche aus vollem Hals, andere stumm, sodass man nicht genau sagen kann, wann sie zu schreien beginnen. Das wirkliche Kuba hat sich immer mehr von der Nation entfernt, die die offizielle Presse vermittelt. Kuba fühlt, dass es seine bürgerliche Stimme zurückgewonnen hat, und hat dies massiv mit seiner Stärke auf den Straßen und seinen lauten Rufen nach „Libertad“ bewiesen. Dahingegen sprechen die kontrollierten Titelseiten der offiziellen Presse von Verschwörungen, die von außen ins Land getragen werden; von Splittergruppen, die sich manifestieren, und von Verbrechern die Märkte verwüsteten. Beide Darstellungen schließen sich gegenseitig aus und sie werden nicht mehr lange koexistieren können.

Miguel Díaz-Canel hat versucht seine ersten Worte abzuschwächen, gesprochen an diesem Sonntag vor einem Mikrofon, als man fast stündlich von einem neuen Protest-Brennpunkt erfuhr: „Der Befehl zum Kampf ist erteilt“ und „Wir sind zu allem bereit“, so drohte er damals, und das Gespenst eines Bürgerkriegs flog über den Archipel. Jetzt aber, ohne diese Worte zurückzunehmen, fügt er Begriffe wie „Harmonie“, „Frieden“ und „Freude“ hinzu; es gelingt ihm aber nicht zu überzeugen, weil gleichzeitig mit den süßen Worten hunderte von Omnibussen seine Stoßtruppen im ganzen Land absetzen, in Stadtvierteln und auf Plätzen.

Bis heute hat es eine einzige angekündigte flexibilisierende Maßnahme gegeben. Es war der Versuch den Protest einzudämmen und er bestand darin, die Obergrenze für Medikamente, Nahrungsmittel und Produkte der Körperpflege aufzuheben, die Reisende mit auf die Insel bringen können. Aber diese Maßnahme kam spät, erst nach jahrelangen Forderungen, und sie war − im Hinblick auf die viel weitergehenden Forderungen sozialer Art − nur ein Tropfen auf den heißen Stein, nämlich: dass das politische System demontiert wird, dass seine wichtigsten Figuren auf ihre Ämter verzichten und dass ein Übergang zur Demokratie sobald wie möglich eingeleitet wird. „Freiheit passt nicht in einen Koffer“, schreiben viele in den Sozialen Netzwerken, und dass eine Rebellion nicht vor einem Polizeischild halt macht. „Wir hatten so großen Hunger, dass wir unsere Angst gegessen haben“, kann man überall lesen. Aber jetzt haben wir so viel Wut im Bauch, dass sie es sind, die uns fürchten und man merkt es ihnen an.

            Übersetzung: Dieter Schubert

Dieser Text wurde ursprünglich auf der Internetseite der Deutschen Welle  für Lateinamerika veröffentlicht.

___________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

Die Straßen in Kuba haben laut und deutlich gesprochen

Hervorgehoben

Demonstranten in Santiago de Cuba, an diesem 11.Juli. (14ymedio)

YOANI SÁNCHEZ / 14ymedio.com / 12.Juli 2021

Es war nur eine Frage der Zeit. Frustration und Hoffnungslosigkeit hatten sich angehäuft und an diesem Sonntag explodierten die Straßen. Tausende Kubaner verließen ihre Häuser, um ihr Recht auf bürgerlichen Protest auszuüben; ein Recht, das man ihnen für mehr als ein halbes Jahrhundert genommen hatte. Mit ihren Rufen „Nieder mit der Diktatur“ ließen sie keinen Zweifel daran, dass auf dieser Insel weder die Indoktrinierung noch die Furcht es vermocht haben, den Wunsch nach Freiheit  einzudämmen.

Auf die Straße gingen junge Leute, die mit dem dualen Währungssystem aufwuchsen, mit einem Mangel an Träumen, mit Stromausfällen und der ständigen Gehirnwäsche in den Schulen. Auf die Straße gingen Hausfrauen, mit Pfannen in der Hand, um damit wenigstens die Kochtöpfe erklingen zu lassen, für die es kaum noch etwas zu kochen gibt. Auf die Straße gingen Familienväter mit ihren Enkeln; die ersten als Teil einer Generation, die half, das aktuelle autoritäre System zu konsolidieren; die zweiten als potentielle Bootflüchtlinge über die Meeresenge in Richtung Florida. Die Menschen gingen auf die Straße.

Am 11.Juli haben wir der Welt und uns selbst gezeigt, dass wir viel zahlreicher sind als jene, die uns zerdrücken wollen.

Neuartige und wunderbare Szenen überall im Land, als ob der Funke von San Antonio de los Baños das trockenen Gras der sozialen Unzufriedenheit in Brand gesetzt hätte. Das Kapitol von Havanna erzitterte unter den Rufen „Libertad“; in den Straßen von Cárdenas war ein menschlicher Sperrgürtel eine Herausforderung für den Stoßtrupp der Regierung; Palma Soriano schwankte unter den Demonstrationen; Alquízar stürzte sich in die nicht asphaltierten Gassen, und in Camagüey strömten Menschen durch die Straßen zu den öffentlichen Plätzen.

Am 11.Juli haben wir der Welt und uns selbst gezeigt, dass wir viel zahlreicher sind als jene, die uns zerdrücken wollen, dass, wenn wir uns vereinen und handeln, sie uns drohen oder ins Gefängnis bringen oder sogar töten können, uns aber nicht überzeugen werden, unser Joch weiter zu dulden. Jetzt wird das Regime seine eigene Version der Ereignisse verkünden und den Nachbarn im Norden beschuldigen, aber wir alle wissen: kennzeichnend für diese Proteste waren ihre Spontanität und ihre Massivität.

Man sah es kommen; man musste nur ein aufmerksames Ohr für unsere Realität haben, um den zunehmenden internen Lärm zu hören, und gestern haben wir den Knebel abgeschüttelt.

            Übersetzung: Dieter Schubert

_________________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

Wenn da nicht die Mango wäre

Hervorgehoben

Leere Verkaufsflächen auf dem Markt der Straßen 17 und K in El Vedado, Havanna. (14ymedio)

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 6. Juli 2021

Bei all dem Horror, den wir in Kuba während der Krise in den 90er Jahren erlebten, gab es ein Szenario, das sich als möglich ankündigte, aber dann doch nicht eintrat: die gefürchtete Option Null*), bei der das Land mangels Treibstoff vollständig zum Stillstand gekommen wäre; die Familien wären in Camps umgesiedelt worden und eine kollektive Suppenküche wäre der einzige Lieferant der wenigen Nahrung gewesen, die es für uns noch gegeben hätte.

Als Jugendliche stellte ich mir eine Zukunft mit abgemagerten Menschen vor, rund um ein Lagerfeuer sitzend, über dem Fleischfetzen in einem Topf köchelten, während die Lautsprecher ständig die Reden eines mit sich zufriedenen Fidel Castro übertrugen, sowie seine Aufrufe zu realitätsferner Opferbereitschaft. Glücklicherweise, ehe es zu diesem Szenario kam − im schlimmsten Kambodscha-Stil**) − gab es eine vorsichtige wirtschaftliche Öffnung, die uns vor der gemeinsamen Suppenküche bewahrte. Aber mit den flexibilisierenden Maßnahmen endeten nicht die Ängste, sie wurden zeitlich nur nach hinten verschoben.

Wenn die letzten Früchte von den Ästen fallen, womit füllen wir dann die Lücke, die diese gelben und süßen Scheiben hinterlassen werden, die wir jetzt noch auf den Teller legen?

Am Dienstag bin ich über verschiedene Märkte in Havanna gelaufen. Die Verkaufsflächen waren fast leer und die langen Gesichter der Kunden haben meine Ängste wieder aufleben lassen. Stehen wir jetzt vor der Option Null? “ Wenigstens sind uns die Mangos geblieben“, antwortete ein Nachbar, als ich ihm meine Befürchtungen mitteilte. Mit Beginn des Sommers und der Regenzeit hängen viele dieser Früchte an den Bäumen, da es „dem Castrismus nicht gelungen ist, sie zu vernichten“, ergänzte der Mann noch.

Trotzdem, die Saison der Mangos dauert nur einige Wochen. Wenn die letzten Früchte von den Ästen fallen, womit werden wir dann die Lücke füllen, die diese gelben und süßen Scheiben hinterlassen werden, die wir jetzt noch auf den Teller legen? Ich befürchte, dass die humanitäre Krise, die seit Monaten über uns schwebt, schon da ist. Jeder Tag der vergeht, ohne dass die Behörden den Ernst der Lage anerkennen, kostet Menschenleben; nicht nur wegen eines Wiederaufflammen von Covid-19, das den Händen der Regierung entglitten ist, sondern wegen des Mangels an Nahrungsmitteln und Medikamenten.

Es ist an der Zeit, die Arroganz und den politischen Hochmut abzulegen und um dringend benötigte internationale Hilfe zu bitten, die geschönten Schlagzeilen aufzugeben und einen Schlusspunkt unter die Taktik der aufgeblähten Produktions-Statistiken zu setzen. Der Countdown hat begonnen und uns bleibt kaum die Zeit für die letzten Mangos, die noch an den Zweigen hängen und reifen.

            Übersetzung: Dieter Schubert

Anmerkungen des Übersetzers:

*) Option Null: In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, kam es auf Kuba zu einem drastischen Energiemangel, weil die russischen Treibstofflieferungen ausfielen.

**) Die Roten Kmer waren eine maoistisch-nationalistische Guerillabewegung, die 1975 unter Führung von Pol Pot in Kambodscha an die Macht kam.

_________________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.

Was diskreditiert den kubanischen Peso mehr?

Hervorgehoben

Die Regierung hat ein System geschaffen, in dem Kubaner getrennt voneinander leben, abhängig von der Währung, über die sie verfügen. (Screenshot)

Text im Bild: In diesem Geschäft werden Waren angeboten, deren Bezahlung ausschließlich mittels Magnetstreifenkarten erfolgt, die von einer frei konvertierbaren Währung gedeckt sind. Die Preise sind in US-Dollar angegeben.

YOANI SÁNCHEZ / La Habana / 2.Juli 2021

Schon ehe er festgenommen und in die Kaserne der Staatssicherheit gebracht wurde, haben offizielle Stimmen den Künstler Hamlet Lavastida beschuldigt, dass er das Beschriften von Banknoten des kubanischen Peso (CUP) unterstützt habe, die auf der Insel im Umlauf sind. Jetzt, eingesperrt in Villa Marista, versuchen die Ermittler die Beschuldigung in eine Straftat umzuwandeln, die Lavastida hinter Gitter bringen würde. Aber die Anschuldigung lahmt aus mehreren Gründen, die teils rechtlicher, teils ethischer, aber vor allem geldpolitischer Art sind.

Die nationale Währung, deren Geldscheine das Gesicht verschiedener Helden aus dem Unabhängigkeitskrieg zeigen, wurde systematisch von den Behörden selbst befleckt, die sie auch herausgegeben haben. Der Peso wurde entehrt, als man ihn − vor mehr als einem Vierteljahrhundert − zu einer Zweitwährung verurteilte, die nicht dazu taugte, in gutsortierten Geschäften einzukaufen − in den sogenannten shoppings, die mitten in der Krise öffneten. Eine Währung, herabgestuft von ihrem geringen Wert, verurteilte den zu Armut, der sie im Geldbeutel hatte.

Ich erinnere mich daran, Arbeiter in verschlissener Kleidung gesehen zu haben, die, als sie an die Kasse eines Marktes kamen, die mitgebrachte Ware nicht bezahlen konnten. „Das ist in Dollar“, sagte ihnen die Kassiererin in einem gewissen Unterton. Unser Geld war auch nicht geeignet, um einen Vertrag für ein Mobiltelefon abzuschließen, eine Nacht in einem Hotel zu bezahlen oder ein Ticket für eine Auslandsreise zu kaufen. Sie haben den Peso soweit herabgewürdigt, dass, zieht man einen solchen Schein aus der Tasche, dies immer noch mehr ein Zeichen von Scham ist, als eines von Stolz.

Unser Geld war nicht geeignet, um einen Vertrag für ein Mobiltelefon abzuschließen, eine Nacht in einem Hotel zu bezahlen oder ein Ticket für eine Auslandsreise zu kaufen.

Es reicht, dass man die drei Buchstaben CUP liest, um zu wissen, dass wir jetzt einen minderwertigen Service zu erwarten haben, eine viel schlechtere Behandlung als Kunde und eine Ware von geringer Qualität. Unseren Peso für jeden Tag hat die kubanische Zentralbank diskreditiert, weil sie einen Rivalen schuf, den CUC − den konvertierbaren Peso − der bunter und mächtiger ist, und seit mehr als 25 Jahren einen Schatten auf den kubanischen Peso wirft, wo der doch die wichtigste Währung des Landes sein sollte. Diese gemeinhin chavitos genannten Geldscheine sind eine größere Beleidigung für die nationale Währung, als irgendein ein Satz oder gar ein Schimpfwort, das ein empörter Bürger auf das Wasserzeichen druckt.

Die Idee von Lavastida neben das Gesicht von José Martí 27N*) zu schreiben, ist nicht das, was eine Banknote in Verruf bringt oder sie gar beleidigt. Es war das wirtschaftliche Missmanagement, die historische und offizielle Verachtung des kubanischen Peso und die Trennung von Bürgern, die in Geschäften mit frei konvertierbarer Währung einkaufen können, von jenen anderen, die nur über den CUP verfügen. Außerdem gibt es Aushänge an den Türen gewisser staatlicher Ämter „Bezahlung nur mit Master-oder Visa Card“, die jede CUP-Banknote mit Dreck und Blut besudeln. Das ist tatsächlich eine Beleidigung des Peso und eine enorm strafbare Handlung.

            Übersetzung: Dieter Schubert

Anmerkung des Übersetzers:

*) 27N ist eine Gruppe von Künstlern, Intellektuellen, Cineasten, Aktivisten und unabhängigen Journalisten, die Meinungsfreiheit und das Ende der Zensur fordert.

_________________________________________________________________________

ARBEITE MIT UNS ZUSAMMEN:

Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass du uns auf diesem langen Weg begleitest. Wir laden dich hier ein, uns weiterhin zu unterstützen, werde Mitglied unserer Zeitung. Gemeinsam können wir erreichen, den Journalismus auf Kuba zu verändern.