Kampf um Kampf

Diaz-Canel-Feria-Habana-Fihav-EFE_CYMIMA20181030_0005_13

Díaz-Canel verwendet Kriegsrhetorik, wenn er von der Wirtschaft spricht. (EFE)

14ymedio bigger

YOANI SÁNCHEZ | La Habana |18.Dezember 2018

Miguel Díaz-Canel hat vor der Nationalversammlung versichert, dass „der grundlegende Kampf Kubas ein wirtschaftlicher ist“. Ein Satz, der sich einer abgedroschenen kriegerischen Metapher bedient, die im offiziellen kubanischen Diskurs der letzten 60 Jahre so sehr strapaziert wurde. Seine Worte sind Teil einer Strategie, jeden Aspekt der Realität als Schlacht, Konfrontation und ewiges Gefecht anzugehen, sei es gegen den politischen Feind, einen Hurrikan oder in diesem Fall die Wirtschaft.

Was würde passieren, wenn kubanische Beamte, sich anstelle von ständig wie Raufbolde zu verhalten, Produktion, Markt und Unternehmertum als Verbündete sehen würden, um zu helfen, zu ermutigen und zu fördern? Wie viel würde man in unserem Leben davon bemerken, wenn sie die „Waffen“ der Beschränkungen beiseitelegen, die „Gräben“ so vieler bürokratischer Absurditäten zuschütten, die „weiße Flagge“ hissen und öffentlich anerkennen würden, dass dieses System nicht funktioniert?

Der einzige Krieg, der es wert ist, in diesem Fall geführt zu werden, ist derjenige, der mit dem bedingungslosen Verzicht auf so viele gescheiterte Managementmethoden endet, die diese Insel in einen dauerhaften Konkurs gebracht haben, sie finanziell zu einer Bittstellerin machten und eine massive Flucht ihrer Kinder ausgelösten, die auf der Suche nach Wohlstands die Insel verließen. Es ist an der Zeit, einen wirtschaftlichen „Waffenstillstand“ zu beschließen, einen täglichen Frieden, der es ihnen ermöglicht, dass es keinen permanenten, harten oder anstrengenden Kampf mehr darstellt, leben zu können, mit der Eisenbahn zu reisen oder an eine Zeitung zu kommen, die nicht nur Slogans wiederholt.

             Übersetzung: Berte Fleißig

Wir, die Übersetzergruppe von Generación Y, wünschen allen unseren Lesern ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2019.

Anja, Berte, Lena und Dieter


Das Team von 14ymedio setzt sich für einen seriösen Journalismus ein, der die Realität Kubas in all seinen Facetten widerspiegelt. Danke, dass Sie uns auf diesem langen Weg begleiten. Wir laden Sie ein, uns weiterhin zu unterstützen, diesmal aber durch die Mitgliedschaft bei 14ymedio. Gemeinsam können wir den Journalismus auf Kuba weiter voranbringen.

Hinterlassen Sie uns ein Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s