Schluss mit der Bastion Kuba

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Eine Nachrichtensprecherin in den Tagen der Militärübung „Bastión“ (14ymedio)

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YOANI SÁNCHEZ  | GENERACIÓN Y | 20. November 2016  Müde klingt die Stimme einer Freundin, die mich anruft und fragt, wann die Sirenen mit dem Heulen aufhören, was sie jetzt jeden Tag schon vom frühen Morgen an tun. Genervt ist der Nachbar, der nach seiner Arbeit nicht rechtzeitig nach Hause kommt, weil der Verkehr wegen eines Militärmanövers umgeleitet wird. Eine Belästigung ist das, sagt der junge Reservist, den sie zur Teilnahme an einer Militärübung verdonnert haben, genau jetzt, wo eine Spritztour mit seiner Freundin geplant war.

Die drei für „Bastion 2016″* benötigten Arbeitstage haben bei vielen Kubanern ein Gefühl von extremer Sättigung hinterlassen. Denn als sich nach 72 Stunden aggressiver Anspannung das Ende dieses MG-Alptraums abzeichnete, erklärte die Regierung per Dekret den darauf folgenden Samstag und Sonntag zu „Nationalen Tagen der Verteidigung“. Das sagt nur jemand, der keinen Krieg will…… drei Tage vergeudet, drei Schüsse in den Ofen.

.So wie das morgendliche Gebrüll – Weckruf genannt – die Uniformierten aus ihren Betten reißt, so haben diese Tage mit militärischen Übungen das Land aus manchen Träumen von Bürgerschaft gerissen.

Ermüdet von so viel „Schützengraben“ und zu vielen Anspielungen auf den „Feind“, fragen wir uns, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, all diese Ressourcen dafür zu verwenden, uns Bürgern das tägliche Leben leichter zu machen. Wenn man die chronischen Schwierigkeiten des öffentlichen Nahverkehrs betrachtet, die Brotqualität auf dem rationierten Markt oder die Belieferung unserer Apotheken mit Medikamenten…, es hätte bessere Verwendungsmöglichkeiten für das bisschen Geld in den staatlichen Schatztruhen gegeben.

Warum Geld in Form von Benzin für Panzer verschwenden? Geld, das man hätte verwenden können, um in den Grundschulen das Frühstück zu verbessern.

Die Drohungen mit bevorstehenden kriegerischen Auseinandersetzungen sind Teil der Kontrollmechanismen. Der Schützengraben ist das Loch, in dem man uns ruhig stellt und einschränkt; Truppenverbände radieren unsere Individualität aus; das Wasser in der Feldflasche schmeckt nach Metall und die Angst treibt uns die „Wohlstands-Dämonen“ aus.

„Bastion 2016“ hat uns daran erinnert, dass wir nur Soldaten sind. So wie das morgendliche Gebrüll – Weckruf genannt – die Uniformierten aus ihren Betten reißt, so haben die Tage mit militärischen Übungen das Land aus manchen Träumen von Bürgerschaft gerissen.

*Anmerkung des Übersetzers:

Bastion (span. Bastión) ist eine dreitägige Militärübung, die die kubanische Regierung nach dem Sieg von Trump organisierte. Es handelt sich dabei um eine aufwendige Mobilisierung von Truppen, Reservisten und der Zivilbevölkerung, um damit dem „Feind im Norden“ die Wehrfähigkeit Kubas zu demonstrieren.

Übersetzung: Dieter Schubert

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