14ymedio

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Gestern diskutierte ich mit einem Freund über die Bedeutung des Journalismus in der aktuellen kubanischen Situation. Er wollte mich überzeugen in seine oppositionelle Partei einzutreten, und ich erinnerte ihn daran, dass ein Berichterstatter kein aktives Mitglied in irgendeinem politischen Lager sein sollte. Es war ein herzliches Gespräch, gewürzt mit Scherzen, das aber die unterschiedlichen Positionen klarstellte, die sich Berichterstatter und Politiker zu Eigen machen müssen.

Jetzt bin ich hier; ich erinnere mich an das Gespräch vor ein paar Stunden, denn bin dabei, Gesicht und Namen eines gemeinsamen Traums in meinen Internet-Blog zu stellen. Ein Medium, von dem wir hoffen, dass es die in unserem Land notwendige Transition unterstützen und begleiten wird, weil die Transition kommen wird. Ein Freiraum für die Berichterstattung über eine Wirklichkeit, wo es Leute wie meinen Freund gibt, aber auch andere, die dem aktuellen System Beifall zollen – aus Überzeugung, Opportunismus oder Angst. Ein Freiraum also, um aus Kuba von innen heraus zu berichten.

Das wird ein schwieriger Weg werden. In den letzten Wochen haben wir in zunehmendem Maß erlebt, wie die offizielle Propaganda versuchte uns zu verteufeln, weil wir dieses Medium installieren. Und tatsächlich, schon haben etliche Mitarbeiter unserer Gruppe die ersten warnenden Anrufe von der Staatssicherheit erhalten. Und trotzdem, es gibt nichts, was uns in Verlegenheit bringen könnte. 14ymedio entsteht und hat nichts zu verbergen. Informationen zu den Leitlinien des Verlags, ethische Verpflichtungen, Geldmittel…all das wird man auf der Webseite lesen können, die ab dem 21. Mai erreichbar sein wird. Wir hätten uns gewünscht, sie würde schon heute funktionieren, aber ich muss zugeben, dass sich die Technologie manchmal kapriziös gebärdet.

Und an alle die, die uns fragen: „Warum dieser so andere und so sonderbare Name?“ Es stimmt, dass das Medium im 14. Stockwerk und im Jahr 14 das Licht der Welt erblickt hat. Außerdem kommt darin das Y vor, das mich all die Jahre begleitet hat, sowie das Wort „medio“, mit all seinen Querverbindungen zum Journalismus. Wir wollten das Wort „Kuba“ in unserem Namenskennzeichen vermeiden; an seiner Stelle haben wir die universellste Art zu verschlüsseln gewählt: einen Zahlenkode.

Jetzt fehlt nur noch, dass es Euch gefällt, Debatten auslöst und Informationen bietet.

Vielen Dank im Voraus!

Übersetzung: Dieter Schubert