Alchemie und Lügen

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„Der Alchimist“ Ölgemälde von Mattheus van Hellemont

Wir leben in einer Gesellschaft der Alchemisten. Sie können Eisen nicht in Gold verwandeln, aber sie sind in der Lage, Ingredienzien auszutauschen und fast alles zu panschen. Ihr Ziel ist es, irgendwelche Kunden zu betrügen, oder den Staat selbst auszunehmen. Um dies zu erreichen, breiten sie sogar das Periodische System nach Mendelejew aus, auf der Suche nach Elementen, die durch billigere ersetzt werden können.

Einige dieser “genialen“ Formeln könnten einen Anti-Nobelpreis für Chemie erhalten, insbesondere für die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, die sie verursachen. Wie auch in dem Fall eines verbreiteten Rezepts für Tomatensauce, das gekochte Rote Bete und Süßkartoffeln, Gewürze, Maisstärke und ein rotes Haarfärbemittel enthält. Wenn ein Neugieriger nach „Tomaten?“ fragt, reagieren die Erfinder fast gereizt – „Nein, Tomaten kommen da nicht rein.“

Also sind die Straßen voll von Klebstofftuben, aus denen beim Ausdrücken nur Luft herauskommt. Shampoo-Flaschen versetzt mit Waschmitteln. Seifen mit Kunststoffspänen, hinzugefügt in Fabriken von Arbeitern, die Rohstoffe weiterverkaufen. Rum aus heimlicher Produktion, mit Alkohol aus Krankenhäusern und braun gebranntem Zucker, um Reife vorzutäuschen. Wasser in Flaschen, abgefüllt an irgendeinem Wasserhahn und zum Verkauf angeboten in den Regalen vieler Märkte.

Ohne von den Imitationen von Cohiba-Zigarren und anderen Marken zu sprechen, um sie als Originale an ahnungslose Touristen zu verkaufen. Nichts ist so, wie es scheint. Ein Großteil der Bevölkerung akzeptiert diese Fälschungen und fühlt sogar eine gewisse Solidarität mit dem Betrüger. Mit „von irgendwas müssen die Leute ja leben“, begründen sie den Schwindel; auch die, die selbst schon betrogen worden sind.

In der langen Liste der Fälschungen, nimmt das rationierte Brot den ersten Platz ein. Es handelt sich um das am häufigsten gepanschte Produkt in unserem Einkaufskorb; das Rezept ist schon vor Jahrzehnten verloren gegangen, aufgrund einer Standardisierung und der Abzweigung von Ressourcen.

In den Bäckereien erreichen die „Alchemisten“ das Niveau wahrer Genies. Sie fügen dem Teig riesige Mengen von Hefe hinzu, damit der ins Unermessliche wächst und man so dieses „Luftbrot“ erhält, das bei uns ein schmerzendes Zahnfleisch und einen leeren Magen hinterlässt. Ohne davon zu sprechen, dass das Backmehl durch ein anderes ersetzt wird, das man für die Herstellung von Teigwaren und Nudeln verwendet. Mit diesem Verfahren landet in unserem Mund ein hartes und trockenes Etwas, ohne jegliches Aroma. Am besten ist es, wenn man vor dem Essen nicht hinschaut, denn das Aussehen ist schlimmer als der Geschmack.

Wenn Paracelsus auferstehen würde, müsste er auf diese Insel kommen. Er könnte vieles lernen!

Übersetzung: Valentina Dudinov

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