Die Rückkehr

Den Koffer in einer Ecke abgestellt, die kleinen Mitbringsel, die darin waren, schon in den Händen von Freunden und Verwandten. Die Anekdoten brauchen jedoch etwas mehr Zeit, denn es sind so viele, dass ich den Rest meines Lebens damit verbringen könnte, mich in ihren Details zu verlieren. Ich bin wieder zurück. Kaum angekommen fing ich an, die Besonderheiten eines Kubas zu spüren, das sich in den 3 Monaten meiner Abwesenheit kaum verändert hat. Die große Anzahl von Uniformen war das erste, was mir ins Auge fiel: vom Militär, vom Zoll, von der Polizei … warum gibt es so viele Uniformierte direkt bei der Ankunft am Flughafen José Marti? Warum dieser Eindruck, dass es wenig Zivilpersonen aber viele Soldaten gibt? Danach kamen die trüben Lichter der Wartesäle und die Frage ohne jegliche Freundlichkeit von einer angeblichen Ärztin, die wissen wollte, ob ich in Afrika war. Woher kommst du denn mein Mädel? Schleuderte sie mir in dem Moment entgegen, als sie meinen blauen Pass mit dem Wappen der Republik auf dem Deckblatt sah.

Und draußen wartete eine Gruppe von Freunden und Verwandten auf mich. Die Umarmung meines Sohnes war das, was ich am meisten ersehnte. Danach hieß es zurückkehren in meinen Lebensraum und in die einzigartige Zeit, in der sich das Leben hier abspielt. Mich auf das Laufende bringen über die Geschichten, die Geschehnissen im Viertel, der Stadt und dem Land. Ich in wieder zurück. Mit einer Energie, welche durch die Hindernisse des Alltags sicherlich beeinträchtigt wird, jedoch wird mir einiges davon erhalten bleiben, um neue Projekte in Angriff zu nehmen. Eine Etappe meines Lebens endet und eine neue zeichnet sich ab. Ich habe die Solidarität gesehen, ich habe sie gefühlt und jetzt habe ich die Pflicht, meinen Landsleuten auf der Insel zu berichten, dass wir nicht alleine sind. Ich habe so viele gute Erinnerungen mitgebracht: das Meer in Lima, die große Pyramide en Mexiko DF, der Freiheitsturm in Miami, die Schönheit von Rio de Janeiro, die Zuneigung von so vielen Freunden in Italien, Madrid und sein Museum Prado und seine Cibeles, Amsterdam und seine Kanäle, Stockholm und seine Internetaktivisten aus aller Welt, die ich dort kennen lernte, Berlin und diese Graffitis auf den Resten der ehemaligen Mauer, welche Deutschland teilte, Oslo umgeben vom Grün, New York, das niemals schläft, Genf mit seinen Diplomaten und dem Verwaltungssitz der UNO, Danzig mit all seiner neuen Geschichte und Prag, die schöne und einzigartige Stadt. All diese Orte mit ihrem Licht und ihrem Schatten, mit ihren gravierenden Problemen und ihren Momenten der Muße und des Lachens, all das habe ich mir mit nach Havanna gebracht.

Ich bin wieder zurück und ich bin nicht mehr dieselbe Person. Etwas von all den Orten, an denen ich war, ist in mir geblieben, ebenso die Umarmungen und die Worte des Zuspruchs, die mir entgegengebracht wurden, sind heute hier, mit mir.

Übersetzung: Birgit Grassnick

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