Werden sie überleben?

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Zwischen den hässlichen Gebäuden aus Beton und den alten Villen mit Garten kommen zaghafte Vergnügungszonen zutage. Ein Viertel, das jahrzehntelang zur nächtlichen Langeweile verurteilt war, dazu, ein Teil der Schlafstadt zu sein, sieht jetzt, wie hier und dort Leuchtreklame und Bartheken, die Getränken anbieten, aus dem Boden wachsen. Gemütliche Kaffees, Bars, Sportzentren und Friseurläden erscheinen mit dem neuen Aufleben der selbstständigen Arbeit. Unter den Unternehmern von heute waren nur wenige Teil der Welle von kleinen Unternehmen, die Mitte der Neunziger Jahre auftauchte. Sie bewahren deshalb in ihrer Erinnerung auch nicht das Trauma der Geschäftsaufgabe, des staatlichen Diktats, das ihnen mit hohen Steuern, absurden Auflagen und ausufernden Inspektionen die Luft abdrückte.

Neben der behelfsmäßigen Kneipe entstehen auch Geschäftsräume, die in Bezug auf Schönheit und Effizienz mit dem besten Hotel der Insel konkurrieren können. Kunstwerke an den Wänden, Möbel aus fein bearbeitetem Holz und von einheimischen Kunsthandwerkern hergestellte Lampen sind einige der Details, die diese neue Klasse von Unternehmern benutzt, um ihre Räume auszustatten. Die Neuigkeit verbreitet sich wie ein Lauffeuer:“ein Privatrestaurant mit mexikanischem Essen wurde an der und der Ecke eröffnet“; „ein schwedischer Küchenchef unterrichtet Köche, die in Centro-Havanna ein Lokal eröffnen wollen“; „ von diesem Balkon aus werden die leckersten Paellas des Landes verkauft“. Man könnte meinen, dass ein solcher Zustrom an Kreativität nicht zu stoppen sei und dass sie diesmal nicht, wie früher, einem Sektor Einhalt gebieten können, der die staatlichen Einrichtungen an Qualität übertrifft.

Das Viertel ist zum Ziel derjenigen geworden, die früher auf der Suche nach Zerstreuung auf die 23. Straße oder den Malecón auswichen. Aber eine gewisse Unruhe hindert uns noch daran, die makellose Tischdecke und die Ober mit Krawatte zu genießen. Einige Fragen drängen sich mit jedem Bissen, den wir probieren, auf: Werden sie überleben? Wird man sie existieren lassen oder wird man sie wieder auslöschen?

Übersetzung: Iris Wißmüller

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