Das Ende

alcantarilla

Ceausescu entschwand in seinem Hubschrauber, Saddam Hussein verbarg sich in einem Loch, der Tunesier Ben Ali ging ins Exil, Gaddafi flüchtete in einem Konvoi und endete verborgen in einem Abflussrohr. Die Autokraten entkommen, machen sich aus dem Staub, sie opfern sich nicht in ihren Palästen, von denen aus sie ihre Willkürgesetze verkündeten; sie sterben nicht auf ihren Präsidentenstühlen mit der roten Präsidentenschärpe über ihrer Brust. Sie verfügen immer über eine verborgene Tür oder einen Geheimgang, durch die sie entwischen können, wenn sie Gefahr wittern. Jahrzehntelang bauen sie ihren geheimen Bunker, ihren abgeschirmten Rückzugsort oder ihre unterirdische Zuflucht, denn sie fürchten, dass dasselbe Volk, das ihnen auf den Plätzen zujubelt, hinter ihnen her sein wird, wenn es erst einmal seine Angst verloren hat. In den Albträumen der Diktatoren, sind die Dämonen ihre eigenen Untertanen, nehmen die Abgründe die Gestalt des Mobs an, der ihre Statuen stürzen und auf ihre Fotos spucken will. Diese despotischen Herrscher leiden unter einem oberflächlichen Schlaf, immer auf der Hut, ob jemand schreit oder an die Tür hämmert, … und leben oft in der Vorausahnung ihres eigenen Todes.

Ich hätte Muammar el Gaddafi lieber vor Gericht gesehen, der Verbrechen angeklagt, die er an seinem Volk begangen hat. Ich glaube, dass ein gewaltsamer Tod den Satrapen nur die Aura von Märtyrern verleiht, eine Aura, die sie nicht verdienen. Sie sollten am Leben bleiben, um die öffentlichen Zeugenaussagen ihrer Opfer zu hören, zuzuschauen, wie ihr Land ohne den Störenfried, den sie darstellten, funktioniert, und zu erleben, wie wankelmütig die Opportunisten sind, die sie einmal unterstützt hatten. Sie sollten am Leben bleiben, um Zeuge zu werden, wie die von ihnen geschriebene Lügengeschichte demontiert wird, um zu sehen, wie die neuen Generationen sie zu vergessen beginnen, und die Schmähreden, den Hohn und heftigste Kritik zu hören. Einen Despoten zu lynchen bedeutet, ihn zu erlösen, ihm einen nahezu ruhmreichen Abgang zu gewähren und ihm die lebenslange Strafe bei einer Verurteilung vor Gericht zu ersparen.

Den Teufelskreis der Anspannung fortzusetzen, mit der diese Tyrannen unsere Länder überzogen haben, ist äußerst gefährlich. Sie zu töten, weil sie getötet haben, sie anzugreifen, weil sie uns angegriffen haben, lässt die Gewalt andauern und macht uns zu Menschen, wie sie es sind. Jetzt, wo die Bilder eines blutigen und stammelnden Gaddafis um die Welt laufen, wird es keinen einzigen totalitären Herrscher geben, der nicht voller Angst in den Spiegel eines solchen Endes schaut. Zurzeit werden vermutlich, in mehr als nur einem Präsidentenpalast die Befehle erteilt, Geheimgänge zu verstärken und Fluchtmöglichkeiten zu erweitern. Aber Vorsicht, die Diktatoren haben viele Möglichkeiten, uns zu entkommen, und einer von ihnen ist der Tod. Es wäre besser, sie würden überleben, sie würden bleiben und feststellen, dass weder die Geschichte noch ihr Volk sie jemals freisprechen werden.

Übersetzung: Angelika Münch-Holzmeier

21 Gedanken zu „Das Ende

  1. ich komme gerade aus meinem Kuba-Besuch zurück nach Deutschland. Da ich in den letzten Kommentaren so viel zur Internetnutzung für Kubaner gelesen habe hier mal kurze meine diesmaligen Erfahrungen mit dem Internet „als Tourist“ (ich bin seit ca. 3 Jahren mindestens 2 – 3 Mal im Jahr in Havanna).
    Ich war 3 Wochen dort. In diesen 3 Wochen gab es in den umliegenden Hotels in La Habana Centro selbst für mich als Tourist gar keine „tajeta“ für´s Internet zu kaufen.
    In einem Hotel nahe des Malecón habe ich dann letztendlich doch eine Karte kaufen können. Ich habe nach 20 Minuten resigniert aufgegeben weiter meine E-Mail Konten zu lesen. In den 20 Minuten ist es mir gelungen genau 2 Mails zu lesen. Beim öffnen von anderen Mails habe ich einfach nur gewartet und wusste nicht, macht der Computer irgend etwas? Obwohl ich gewohnt bin täglich meine E-Mails zu lesen, habe ich in der Zeit in Havanna einfach keine Lust gehabt mir das anzutun. Dort in´s Internet zu gehen ist weit davon entfernt selbst das Notwendigste vernünftig nutzen zu können. Und Spaß macht es sowieso nicht, es ist einfach nur mühselig.
    Ganz nebenbei. Die Räume mit den PC´s waren auch fast immer leer. Es scheint sich selbst unter den Touristen herum gesprochen zu haben, dass eine Internet-Nutzung derzeit in Havanna nicht möglich ist. Da frage ich mich, wieso ist das gerade im Moment so. Kann das eventuell auch mit den momentanen Jugendbewegungen, die sich im übrigen momentan auch in den westlichen Staaten aufmachen (hier jedoch gegen die Macht des Kapitalismus) zu tun haben?

  2. Ich habe vor kurzem gelesen, dass der internationale Gerichtshof den Haftbefehl gegen ihn und seinen Sohn nicht aufgehoben hat. Trotz seines Todes. Wirklich bizarr das ganze. Man sollte die ehemaligen Diktatoren aber nichtsdestotrotz vor ein Gericht stellen. Nur hier gibt es eine Öffentlichkeit, Selbstjustiz ist nicht viel besser als ihre Taten.
    Was mich zusätzlich interessieren würde, woher kommen eure Übersetzungen? Und wie entstehen sie, weil ich gerade mal so einen Text für meine Doktorarbeit an die hier geschickt habe. Allerdings wollte ich euch mal fragen, wer die Leute sind, die hier übersetzen?

  3. @ab-ovo
    Du wirst mir langsam symphytisch, trotzt unserer oft konträren Standpunkten. Ganz großer Dank für den Link zum Artikel „Ich kann dich einfach nicht mehr sehen“. Ich glaube, du hast mich verstanden, als ich vom „ästhetischen Leiden“ beim Anblick der Gebrüder Castros sprach. Genauso geht es Millionen von Insel- und Auslandskubanern. Wir können diese Männer biologisch nicht mehr ertragen. Nicht als Politiker und auch nicht als Personen, im Sinne vom Gebilde aus Fleisch und Knochen. Die irren Augen von Fidel, seine langen hexenartigen Fingern, dieser ungepflegte Bart, die großen Ohren, der eiserne Blick von Raúl Castro, das Groteske seiner Uniform, seine Metallbrille, das immer im Schweiß gebadet Geschicht. Und vor allem, uns geht wie dem Autor vom Artikel: wir haben jedes Interesse an sie verloren, nicht mal unsere Kritik verdienen sie. Diese alten Männer können sich auf dem Kopf stellen und selbst ihr Kopfstand lässt uns kalt. Schluss, aus, keine Chance mehr, wir wollen nichts mehr davon wissen. Sie haben bei uns nicht nur verspielt, uns interesiert nicht mehr, was sie da vor sich hin spielen.

    Aber vor allem wollte ich mich für das Wiederhören von Charles Aznavours „Du lässt dich gehen“ bedanken. Weißt du, Ideologien zur Seite, wir sind alle Menschen. Auf dieser Ebene können wir uns verstehen und sogar mögen, warum nicht. Ich habe dieses Lied das erste Mal gehört, als ich 22-23 Jahre alt war … Vor ca. 30 Jahre, mein(e) liebe Ad-avo! Und bis zum heutigen Tag habe ich den Titel nie wieder gehört. Damals war ich Student und konnte gerade so „Guten Tag!“ auf Deutsch sagen. Verstanden habe ich nur einzelne Worte, aber ich fand den Titel so wahnsinnig schön … Meine deutsche Freundin übersetzte mir den Ausdruck „Du lässt dich gehen“, oder besser gesagt, beschrieb mir, was die Deutschen damit meinen … Ich war fasziniert und bedauerte so sehr, dass ich den Text nicht verstehen kann. Als junger Mensch hätte ich so gern Deutsch gekonnt…

    30 Jahre danach führst du mich zum Titel von Charles Aznavour zurück. Und siehe da, liebe(r) Ad-avo, ich verstehe alles, ganz normal, wie in meiner Muttersprache! Ich höre sogar den herrlichen französischen Akzent von Aznavour. Welches Glück, ich kriege nasse Augen! Danke für diesen schönen Moment!

  4. @Thomas
    „So wie sie in Deinen Augen freiwillig für das U.S. State Department arbeitet, tust Du es für das MinRex?“

    Ich bin auf dem Weg dahin.
    Endgültig wird sich aber meine freiwillige, inoffizielle Mitarbeit bestätigen sobald ich eine hochdotierte Auszeichnung aus Havanna und Medienaufmerksakeit wie Yoani bekome. Guck mal öfters die Television Cubana, wenn du mich siehts wird alles klar und bewiesen.

  5. @ab-ovo

    > erste Frage: Ja, wahrscheinlich hast du auch die Antwort nicht verstanden.

    Wie sollte ich die Antwort von Ricardo anders verstehen? Sie ist doch völlig eindeutig:

    > Ricardo:
    > Sie [Yoani] arbeitet ganz freiwillig, unentgeltlich und ohne 007-Aktionen für den State Department.

    Mir ging es auch nicht um den Kommentar zu *diesem* Artikel Yoanis, sondern ganz allgemein darum, was er mit seinen Kommentaren zu erreichen sucht. Mag sein, dass er in *diesem* Kommentar auf die Situation in Libyen hinweisen will, aber nach *meinem* Eindruck sucht er in jedem Artikel von Yoani nach der seiner Ansicht nach vernachlässigten „zweiten Seite der Medaille“ und relativiert damit – so wie es Ernesto schon ausführlich beschrieben hat – Yoanis Aussage.

  6. Lieber Ernesto,

    ich empfinde die Kommentare Ricardos nicht so extrem wie du. Deine und auch Yoanis Gefühle, Gedanken stehen meinen (und vielleicht auch Ricardos?) wahrscheinlich gar nicht so fern, wie du manchmal denkst. Da gibt’s immer ’ne gehörige Portion Verbitterung in euren Worten aber auch in Ricardos (hab ich auch, wenn ich an unsere Führung denke).
    Dein letzter Kommentar hat mich zu einem Perspektivenwechsel inspiriert, ein Gedankenexperiment – Was empfinde ich oder aber jemand, der ganz anders über UNSEREN Maximo Lider denkt bei folgendem Artikel: http://jacobjung.wordpress.com/2011/10/26/%E2%80%9Eich-kann-dich-einfach-nicht-mehr-sehen%E2%80%9C-gedanken-zu-angela-merkel/ ??? 😀 (ich muss herzlich lachen bei dem Gedanken)

    Zugegeben, den Absolutheitsanspruch aufzugeben und sich in das Gegenüber einzufühlen, „um dann alles als Ganzes zu betrachten“, fällt auch mir schwer. 😀

    ERGO: Lassen wir Yoani polemisieren, Ricardo weiter stacheln, Ab-Ovo weiter klugscheißen, Thomas weiter schimpfen und Oro kommentieren und Ernesto für Yoanis Blog kämpfen😉

    buenas noches

  7. @ab-avo
    Du hast sicherlich recht, aber Yaoni Sánchez, die Ricardo hier nach bester castristischen Manier als Agentin von USA behandelt, kämpft gegen den Totalitarismus und für die Anerkennung ihrer (unserer) halben Wahrheit, in einem Land, wo nur eine Wahrheit gelten darf. Auch Kubaner wie Yoani Sánchez und die 1,5 Millionen, die in USA leben, sind Menschen. Und die haben Recht auf ihre halbe Wahrheit. Was anderes ist, wenn sie aus lautem Hass oder Unbildung ihre halbe Wahrheit als die ganze und einzige Wahrheit verkaufen wollen. Aber so ist eben, wenn man einen Krieg führt. Wer kann sich davon frei sprechen? Die kubanische Regierung doch nicht!

    Weißt du was mich stört bei eurer Haltung? Wenn man ständig auf die anderen 50% hinweis, wird unser halbe Wahrheit negiert, am Boden zertrampelt, nicht gehört. Am Ende bleibt Null, nach dem Motto „Alles soll so bleiben, wie es ist“, oder noch besser: anderswo ist viel schlimmer, sei froh, dass ihr den Sozialismus noch habt, was anderes habt ihr auch nicht verdient, schau mal zu Haiti rüber …

    Das lese ich bei Ricardo heraus. Dahinter steckt eine ganz hässliche eurozentrische Missachtung anderer Völker. Er geniert sich nicht, hier uns pauschal als faules Volk, als Taschendiebe zu beschimpfen, die nur das süße Leben in Miami streben und für nichts anderes als jammern taugen. Möglicherweise hat der Gute schlechte Erfahrungen mit schlechten Kubanern gemacht und will diese Plattform hier zum „Luft machen“ nutzen. Ich kann ihn verstehen. Es gehört nicht viel dazu, als Deutscher in Kuba ausgenutzt und geraubt zu werden, aber auf Dauer kann ich seine verachtende Ansichten auf eine ganze Nation nicht ertragen. Als Deutscher sollte man etwas vorsichtiger mit Pauschalisierungen sein.

  8. Noch eine Ergänzung/Bitte meinerseits: ich hoffe, wir bleiben hier in unseren Kommentaren auf einem Level, der von gegenseitigem Respekt geprägt ist, wie das bisher der Fall war. ich fänd’s schade, wenn die Atmosphäre hier durch billige/herabwürdigende Vergleiche zerstört würde.

  9. Ergänzung: Der 6. Satz sollte lauten: „Die AFRIKANISCHE UNION (53 Mitgliedsstaaten) … usw.“ (war auf seltsame Art und Weise verschwunden, sorry)

  10. @Thomas

    erste Frage: Ja, wahrscheinlich hast du auch die Antwort nicht verstanden.

    Ricardo spricht die zweite Seite der Medaille dieses Krieges dort an, nämlich die Greueltaten der NATO-Alliierten und ich gehe noch einen Schritt zurück: die tatsächlichen Ursachen der derzeitigen Situation in Libyen. Yoani verschließt die Augen davor (wenn du so willst: vor den anderen 50%), weil ihr Schwarz-Weiß-Weltbild ins Wanken geraten könnte oder Antworten auf zweifelsohne spannende Fragen komplizierter würden und sie Gefahr liefe, ihren verhassten MaximoLider in viele nuancierende Grautöne tauchen zu müssen.

    Es steht außer Frage, dass ein Despot wie Gaddafi für die Menschenrechtsverletzungen bestraft werden musste. Aber es gibt ein zweites Gesicht dieses Peinigers seines eigenen Volkes:
    Die (53 Mitgliedsstaaten) wurde 2002 auf Initiative Gaddafis gegründet. In der Gründungsakte wurden Ziele wie Frieden, Wohlstand und demokratische Partizipation formuliert. (ein erstarkendes und vor allem selbstbewusstes Afrika?! – wie wird dies wohl auf dem europäischen und nordamerikanischem Kontinent seine Wirkung tun? 😉 Das kann ich dir sagen: Dieser Folterer und politische Schwerbrecher war noch bis vor kurzem ein (neben anderen) hofierter Liebling unserer, (italienischer, französischer, us-amerikanischer, …) Politiker. -> Erst kommt das Geschäft, dann die Moral!!! Wir machten mit diesen Massenmördern Geschäfte und sind damit die Komplizen dieser Menschenrechtsverletzter (Thema Waffenexport!). Was, denkst du, hat aus dem Verbündeten wohl einen Feind gemacht? … brauch ich nicht zu beantworten.
    oder:
    Die Tatsache, dass in Libyen mit seinem relativen hohen Lebensstandard kaum einer materielle Not leidet. Der “wahnsinnige” Gaddhafi hat 1980 ein riesiges Projekt zur Wasserversorgung für Libyen, Ägypten, Sudan und den Tschad begonnen und beinahe fertiggestellt. Unabhängige afrikanische Länder?! Ha, ich bitte euch!!
    . . . ja, es ist gefährlich, solch eine Unternehmung ohne das „Einverständnis“ der Weltbank und des IWF durchzuziehen, zumal dieses Projekt das Potential hat, ganz Nordafrika in einen blühenden Garten zu verwandeln.

    Und um zum Artikel und Ricardos Kommentar zurückzukommen. Die Frage ist: wem nützen diese einseitigen Darstellungen. Und, wenn du dir diese Frage beantwortet hast, kannst du dir weiter über das „WARUM?“ Gedanken machen.

    Bleiben wir am Beispiel Libyen: Kurz vor Kriegsbeginn wurden Meldungen in die Massenmedien lanciert über das angebliche Abschlachten oder das Bombardieren von Zivilisten durch libysche Regierungssoldaten sowie die angeblichen Äußerungen Gadaffis, er wolle die Bevölkerung beschießen lassen. Inzwischen werden diese Behauptungen nicht nur von EU-Beamten sondern auch von amnesty international bezweifelt. ABER: die NATO-Einsätze und 60000 tote Zivilisten!!! werden genau mit diesen Argumenten legitimiert!!! (http://www.imi-online.de/2011.php?id=2316 oder http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/afrika2-neu.html )
    Und das scheinheilige Gestammel über die Menschenrechte in Libyen ist der Gipfel der Unverfrorenheit. Die Menschenrechtssituation Libyens unterscheidet sich kaum von der unzähliger anderer Staaten, bei arabischen Verbündeten in der NATO-Kriegsallianz wie z.B. in Saudi-Arabien. Da ist sie sogar wesentlich schlimmer.

    Wenn du dir also Gedanken darüber machst, warum die eine oder andere Halbwahrheit (50%-Wahrheit) oder gar Lüge in die Medien gelangt, dann kann deine Reaktion sein: den Finger auf die Wunde zu legen und und auf den verschwiegenen anderen Teil aufmerksam zu machen, wie Ricardo – was deine zweite Frage sicher beantwortet.

    Und zum Thema Internet: Ich kommuniziere nahezu wöchentlich über Internet mit Freunden im Osten der Insel (weißgott keine privelegierten Regierungsanhänger) und habe im letzten Sommer in Habana Möglichkeit gehabt, über Bekannte, die über ein Monstrum von PC verfügten, internetfähige Nachrichten abzusetzen.

  11. @Ricardo (ich nehme mal an, der Name ist so korrekt)
    Gut, Du willst also ausschließlich Yoani als verlängerten Arm der USA demaskieren – oder habe ich Deine Antwort falsch verstanden? So wie sie in Deinen Augen freiwillig für das U.S. State Department arbeitet, tust Du es für das MinRex?

    @ab-ovo
    Ich habe nichts von Zensur geschrieben – das warst Du. Selbstverständlich kann jeder seine Meinung hier veröffentlichen; mir ist aber (nach wie vor) nicht klar, was Ricardo bewegt, hier zu schreiben.

  12. Hier mal einge Informationen was das Internet in Cuba betrifft. Eine Stunde kostet 6 CUC (zumindest bis November 2011, neue Preise kann ich im Januar 2012 mitteilen) und dafür kann man mit etwas Glück schnell emails überfliegen, Ruck Zuck einige emails im Stile von ….. Gruß und Kuss dein Julius beantworten, das Wetter lesen und schnell schauen ob es denn die Welt überhaupt noch gibt, sprich die NachrichtenÜberschriften lesen – und das wars. Und das ist auch nur im günstigsten Falle so. Man kann also für viel Geld das Internet zwar b e n u t z e n aber nicht wirklich NUTZEN im Sinne von Informationen erhalten. Und das viel bejubelte Glasfaserkabel aus Venezuela scheint wohl auch ein Schuss in den Ofen zu sein. Will sagen, es wird sicher auch in naher Zukunft nicht besser.

    Es gibt keinen sauberen Krieg und so ist es eben auch nicht möglich zu verhindern dass viele Unschuldige Opfer werden. Trotzdem sollte es die Völker aber nicht davon abhalten die Diktatoren und Tyrannen dieser Welt schnellstmöglich zum Teufel zu jagen. Denn jeder Tag mehr ihrer Macht kostet ungleich mehr Menschenleben und zerstört das Leben ganzer Generationen. Jeder hat nur ein Leben und möchte dieses nach seinen eigenen Vorstellungen und Fähigkeiten gestalten und zwar ohne irgendwelche selbsternannten lebenslangen Führer.

    Yoanis informative Art zu schreiben gefällt mir sehr und zeugt von einfachem und normalem Menschenverstand. Ich kann auch keine Washington-Treue erkennen. Im Gegenteil, sie scheint ihr Land zu lieben, wie übrigens alle Kubaner, und möchte lediglich auch selbst über ihr Leben bestimmen können. Was ist daran falsch?

  13. @Thomas
    WARUM? … zum Beispiel: weil MICH Ricardos Kommentare interessieren UND: weil dies hier ein Forum ist, in welchem auch Meinungen zugelassen sind, die nicht ausschließlich den Mainstream-Journalismus nachplappern.
    (oder möchtest du ausgerechnet in diesem Blog eine ZENSUR einführen?)

  14. Ich will Yoani nicht als US-Agentin enttarnen, weil ich nicht glaube, dass irgendeine Herren in dunkelen Brillen ihr Anweisungen erteilen.
    Sie arbeitet ganz freiwillig, unentgeltlich und ohne 007-Aktionen für den State Department.

    @Ernesto
    Ich sollte ETECSA, nicht Telepunto schreiben, sorry.
    Du hast die Zustände im Oficina de Correos beschrieben, wo Kubaner emails für peso cubano schreiben.
    In ETECSA (Net-Cafe mit Internet, 6CUC/Stunde) oder in Hotels gibt es keine Schlangen und sogar aire.

  15. @Ricarco/Ricardo

    Mir ist Deine Intention nicht klar: Willst Du Yoani als US-Agentin „enttarnen“? Soll sie das schreiben, was *Dir* am Herzen liegt?

    Wieso machst Du nicht einfach selbst ein Blog auf und schreibst dann dort Deine Sicht der Dinge, statt hier in einem vergleichsweise wenig frequentierten Kommentarbereich ständig zu nörgeln? Deine Kommentare sind ja beileibe nicht weniger tendenziell als Yoanis Beiträge.

  16. @Ricardo
    Du glaubst nicht wirklich, lieber Ricardo, dass eine Oppositionelle in Kuba, wenn sie Kohle hat, stundenlang im Tele-Punto sitzen und recherchieren kann, was auf der Welt los ist. Gut, ich kann mir vorstellen, dass Yoani Sánchez das Geld hätte, um täglich eine 3-std. Session zu blasen, aber denke bitte an die Geschwindigkeit der Verbindung, an die wartenden Touris und nationalen users vor dem Tele-Punto. Ich bin nicht wirklich im Thema versiert, weil ich in Kuba nicht ins Internet gehe. Ich schicke von dort ein Paar sms nach Deutschland und dann ist gut. Aber ich weiß von Familie und Freunde, dass die Schlangen vor dem Tele-Punto mörderisch sind. Und wenn sie endlich dran sind, muss ganz schnell gehen. Du müsstest manche mails, die ich bekomme, sehen. Du muss sie richtig entziffern, weil sie in höchster Eile geschrieben wurden. Kein Leerzeichen zwischen den Worten, weil die Zeit nicht reicht und die Leertaste oft nicht funktioniert, nur Vertippungen, eine Katastrophe … Nur wirres Zeug auf der Schnelle getippt, bevor der Strom wieder weg ist…. Und wir reden hier nicht von halbgebildeten Kubanern, es sind alle studierten Menschen, die im normalen Leben ein sauberes Spanisch schreiben. Selbst Freunde von mir, die richtig an der Quelle sitzen, die Profile in Facebook haben dürfen (!) und in der Guerra Mediática (Medienkrieg) auf der kubanischen Seite tapfer kämpfen, beschweren sich über die mittelalterliche Verbindung in ihren Institutionen. Sie sind weit entfernt von einer zeitgemäßen Nutzung des Internets. Und sie gehören zweifelsohne zur den Tongebenden, zur Elite des Landes!

  17. Wetten das….

    Yoani wird eine Weile wieder „kein Internet haben“, weil heute in der UNO 186 Länder die US-Embargo gegen Kuba verurteit haben. Sie würde ihre Washington-Treue nicht preisgeben.

  18. @Ernesto
    Ich kann es kaum glauben, dass ich dich zu Internet in Kuba aufklären muss.
    Aber ok, wie du willst.
    Unter Fidel war Internet nur für Ausländer, Wissenschaflter und MININ. Noch bis Mai 2009 haben Kubaner schwer gehabt, im Tele-Punto oder im Hotel zu surfen. Dann hat Yoani dieses, inzwischen Weltbekanntes video gemacht:

    Nadchdem das Video bekannt wurde, hat Raul diesbezügliche Fidel-Verbote zurückgenommen. Seit Mai 2009 werden Kubaner im Telepuntos und in Hotels wie Ausländer bedient (und wie Ausländer zur Kasse gebeten).

    Mir gefällt sehr Dein Statement „Lass die Kubaner Kubaner sein“, nur ausgerechent Yoani scheint mir eine US-Amerikanerin mit kubanischem Pass zu sein. CUBA SI, YANKEE NO.

  19. @Ricardo
    Yoani schweigt darüber wie ein Grab, weil dieTötung von Zivilisten, als „Nebenwirkung“ eines Krieges, nicht ihr Thema ist. Ihr Thema sind die Gadaffis, die ganze Bande von Tyranen dieser Welt. Sie schreibt aus Kuba, wo seit mehr als 50 Jahren die Dynastie der Castros über das Land herrscht. Es ist immer eine Sache der Perspektive, lieber Ricardo. Auch du als Deutscher schreibst ziemlich deutsch. Lass die Kubaner Kubaner sein.

    Web or not Web? Internet hat sie nicht, ich kann es mir nicht vorstellen … Wer soll ihr einen Internetzugang genehmigen? iPhons hat in Kuba nur die Elite, ansonsten sind die Dinge als Teufelszeug verboten. Vielleicht hat sie ausländische Freunde, die ihr heimlich ein paar Stunden mit dem Handy surfen lassen … Wie soll das technisch sonst funktionieren? Aber möglicherweise weißt du als Deutscher besser als ich, wie der Hase in Kuba läuft. Mein Standpunkt ist, dass Yoani Sánchez im Ausland produziert wird. Aber vielleicht weißt du mehr. Bitte um Aufklärung.

  20. Internet oder kein Internet?

    Ich auch, wie Yoani, „hätte Muammar el Gaddafi lieber vor Gericht gesehen“.
    Ich hätte auch die Killer der 40 Zivilisten im Mizda Krankenhaus in Tripolis am 30.03.2011 gerne vor Gericht gesehen:
    http://english.pravda.ru/world/africa/31-03-2011/117418-nato_massacre-0/

    Zu dem Mizda-Masaker schweigt aber Yoani wie ein Grab. Ihre Verteiger werden natürlich gleich sagen: sie hat nur unbequemen (im Net-Cafe) und sehr teueren Zugang zum Internet, wie könnte sie schon wissen, dass NATO-Piloten Zivilisten ermordet haben?

    Aber zu dem Foto von El Pais (im Blog oben) hat sie schon den Weg gefunden.

    Ich kann das nur so erklären: Yoani hat 50% Zugang zu Internet. Ich ich meine dabei nicht 50% der Megabytes, sondern 50% der Wahrheit.

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