Er hat es geschafft

juanjuanmiami

Der Tag, an dem Juan Juan Almeida den Beginn seines Hungerstreiks ankündigte, war wie das Wiedererleben des Alptraumes, den wir bereits mit dem langen Fasten von Guil-lermo Fariñas durchgemacht hatten. „Das ist die schlechteste aller Entscheidungen“, sagten ihm seine besorgten Freunde. Wir waren nämlich davon überzeugt, dass er weder die Strapazen des Hungers überstehen würde, noch die Behörden seiner „Rebellion der leeren Eingeweide“ nachgeben würden. Zum Glück haben wir uns geirrt. Es stellte sich heraus, dass der unterhaltsame JJ, wie wir nahen Freunde ihn nennen, sich nicht nur auf ein Kräftemessen mit unberechenbarem Ausgang mit der Regierung einlassen wollte, sondern sogar dazu entschlossen schien, sich für uns alle, denen wiederholt die Ausreise von dem Archipel verweigert wurde, zu opfern.

Der humorvolle Vierziger hinterließ uns eine schmerzliche, aber wirksame Lektion: Wir haben zwar weder Urnen zur Wahl unserer Regierung, noch Gerichte, die einen Ein-spruch gegen polizeiliche Misshandlungen akzeptieren, noch Verfahren, mit denen ein Bürger gegen die uns quälenden Ausreisebeschränkungen klagen könnte, aber uns bleiben unsere Knochen, die Haut und die Magenwände, um auf dem schwachen Feld unseres Körpers den Kampf um die Rechte, die sie uns genommen haben, auszufechten.

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2 Gedanken zu „Er hat es geschafft

  1. Ja, er durfte letze Woche ausreisen. Er ist nach Mexiko geflogen. Das ging blitzschnell, auf ein Mal: Ausreise beantragt und 2 Tage später wurde er von Yaoni und Co. im Flughafen von Havanna verabschiedet. Komisch diese Effizienz der kubanischen Behörde!

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