Pausenimbiss

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Wer erinnert sich nicht an jene süßen Törtchen und die dazugehörige Flasche mit dem Erfrischungsgetränk*, die wir – während der Jahre der sowjetischen Unterstützung – in der Schule als Imbiss bekamen. Wie alles, was gratis ist, verloren sie schließlich für uns an Bedeutung, und in den Pausen spielten wir häufig, indem wir uns mit den sprudelnden Erfrischungsgetränken anspritzten und uns die Törtchen zuwarfen. Aus unseren Händen flogen Kekse und Törtchen vom Balkon meiner kleinen Schule an der Ecke von Calle Salud mit Soledad. Obwohl wir diese Unterstützung zwischen den Unterrichtsstunden wenig schätzten, wären wir ohne sie bis zum Mittag ziemlich erschöpft und hungrig gewesen.

Zu Beginn der Wirtschaftskrise der neunziger Jahre war die Schulspeisung für Grundschüler eine der ersten Beihilfen, die wegfielen. Die Kinder hörten nicht mehr das Geräusch sich öffnender Flaschen oder das des LKWs mit den Keksdosen, der frühmorgens kam. Jene Süßigkeiten, die wir damals wegwarfen, wurden zu einer Erinnerung, die machte, dass wir uns über uns selbst ärgerten, über so viel Interesselosigkeit. Die Eltern mussten das Zubereiten eines Imbisses zum Mitnehmen in die Schule übernehmen, und in der Presse erklärte niemand, warum man sich ausgerechnet entschieden hatte, jene derart notwendige Unterstützung abzuschaffen.

Anmerkungen der ÜbersetzerInnen:

* Meistens eine dunkle Brause, die nur vom Aussehen her an Cola erinnerte.

Übersetzung: Bettina Hoyer, Heidrun Wessel, Sebastian Landsberger

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