Identifiziert und exhibitionistisch

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Entgegen dem Versteckspiel und der Täuschung haben einige von uns alternativen Bloggern ihren Ausweis zusammen mit den geschriebenen Texten ins Netz gestellt. Inmitten soviel selbst auferlegter Maskerade erinnert mich das Zurschaustellen des Ausweises an einen Exhibitionisten, der den Mantel öffnet, obwohl alle wissen, was sich darunter befindet.

Mein Fingerabdruck, meine beiden Nachnamen und sogar die Namen meiner Eltern erscheinen auf dem bläulichen Kärtchen , das meine Existenz bezeugt. Um zu verhindern, dass die Polizisten sich daran abarbeiten, mir dauernd zu sagen „Weisen Sie sich aus, Bürgerin!“, gebe ich ihnen bereits im Voraus die Erkennungsdaten meines Lebens. So hat es auch Claudia mit ihrem eklektischen Blog Octavo Cerco gemacht, Lía mit ihren Zornausbrüchen auf Habanemia und einige andere, die ihre Daten offenlegen, um die Angst zu verscheuchen.

Wer weiß, ob es uns gelingt, auch die Trolle damit anzustecken, die geschützt durch ihre Anonymität versuchen, unsere Seiten mit Beleidigungen zum Absturz zu bringen. Es ist wenig wahrscheinlich, dass das Fieber sich auszuweisen vordringt bis zu denen, deren Beruf darin besteht, dass sie diejenigen sind, die ihr Gesicht nicht zeigen. Diesen „anonymen Jungs“ möchte ich mit dem Öffnen des Mantels deutlich machen, dass ich etwas mehr bin als die Ziffernfolge 75090424130, ein in Plastik eingeschweißtes Dokument und ein mit Tinte beschmierter Daumen, den man aufs Papier drückt.

Übersetzung: Bettina Hoyer, Heidrun Wessel, Sebastian Landsberger

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