Bürgernetzwerk

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Was als individueller Impuls begann, entwickelt sich immer mehr zu einem Forum für Diskussionen und Debatten. Generación Y hat erreicht, dass sich viele Menschen überall auf der Welt engagieren, um mir bei der Aktualisierung, der Übersetzung und der Verbreitung der Texte zu helfen. Der Hauptbeitrag bestand im Einstellen der Einträge, denn seit der letzten Märzwoche habe ich weder in öffentlichen Internetcafés noch in Hotels auf diese Seite zugreifen können. Daher verschicke ich also meine Texte per E-Mail, einige Freunde stellen sie ins Netz und schicken mir – ebenfalls per E-Mail – die Kommentare meiner Leser und Leserinnen. Ich bin eine „Blind-Bloggerin“, eine Internetsurferin mit einem Leck geschlagenen Boot, das es dank eines freiwilligen Netzwerks von Bürgern aus aller Welt schafft, weiter zu schwimmen.

Das Portal www.desdecuba.com bleibt weiterhin (in Kuba, Anm. d. Ü.) komplett für öffentlich zugängliche Server gesperrt. Ich habe Kopien der Fehlermeldungen gemacht, die der Browser anzeigt, wenn ich versuche, die Seite zu öffnen. Hier könnt ihr ein Beispiel dafür ansehen. Aber ich weiß auch, dass wir nicht völlig „abgeschaltet“ sind. Freunde, die einen Internetzugang auf der Arbeit haben, können die Seite öffnen. Aber das hilft mir wenig, denn zu solchen Orten habe ich wiederum keinen Zugang.

Trotz allem, ich habe noch immer dieselbe Lust wie am Anfang, an diesem Blog zu schreiben. Nun mit noch mehr Beharrlichkeit, denn nichts reizt mich mehr als das, woran man mich hindern will. Um die Zugangsschwierigkeiten zu überwinden und die Leser innerhalb Kubas zu erreichen, haben andere Freunde eine Mini-CD mit den Blogeinträgen gebrannt und verteilen sie gratis. Ich danke allen für ihre Unterstützung, für die Ruder und für den Wind, die es mir ermöglichen, Kurs zu halten.

Übersetzung: Bettina Hoyer, Heidrun Wessel, Sebastian Landsberger

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17 Gedanken zu „Bürgernetzwerk

  1. Lieber Wolfgang

    Als Kubanerin kann ich Ihnen sagen dass ein Bürgernetzwerk auf Kuba sinnlos ist, denn die Leute dort sich nicht gegenüber der Regierung aüßern können.
    Wissen Sie über die viele Journalisten die deswegen im Gefägnis sitzen?
    Fremde Interesse oder nicht, Kubaner brauchen Hilfe. Sie brauchen überalles Manches zu erzählen, was die Welt nicht kennt, oder das was sie nicht wissen will. Leider sind die Enttäuschung über die schöne Idealen, und Kamaradenchaft Werte generalisiert. Die Utopie oder Atlantis existiert noch nicht, und der Schein trügt, Kuba ist nicht das was viele denken.
    Wer möchte nicht die Freiheit haben, auch sich zwischen schlecht und schlechter entscheiden zu konnen, Fehler oder gar kein Fehler zu machen?
    Meinen Sie dass Kubanern alleine über der Zukunft Kubas entscheiden konnen? Wie denn mit so eine Diktadur ? Woher sollten sie wissen wie es gehen sollt? In Deutschalnd gab Hilfe aus eine andere Seite des Mauer aber dort ist anders.

  2. Liebe desdelejos,
    ja, ich kann spanisch, und lese viele Zeitungen. El País lese ich auch, aber es ist eine erzkonservative Zeitung (und damit kapitalistisch und parteiisch), weshalb ich sie auch nur mit größter Vorsicht genieße.
    Ich könnte dir auch von direkteren Auseinandersetzungen mit dem Thema berichten, als was Zeitungen angeben können. Aber das ist ein anderes Thema.
    Aber wie kann man Yoani und ihrem Mann helfen, wenn man nicht weiß, wo sie gerade ist? Am besten, man ruft seine direkten Kontakte in Kuba an, oder schreibt sie an, um Näheres über die womöglich Vermissten zu erfahren. Wenn Du Dir solche Sorgen um sie machst, dann ist es wahrscheinlich, weil Du sie persönlich kennst. Ich jedenfalls mache mir sonst nicht so viele Sorgen um Menschen, die im Netz schreiben, und gerade in einem Katastrophengebiet leben, es sei, ich kenne sie persönlich. Also versuche ich es zunächst über den persönlichen Kontakt, und dann gebe ich es in einer solchen Seite bekannt, wenn sie weg sind.
    DENN: Ansonsten kreiert man falsche Vermutungen, und das ist gefährlich. Oder vielleicht ist es so gewollt. Es könnte dann passieren, dass die Person wieder auftaucht, und alle glauben, das sei dann ein „Doppelgänger“ oder jemand von einem Geheimdienst, der sich als den Vermissten ausgibt… Oh lala, dann geht es richtig los.
    Und wenn es wahr ist? Dann kann man es ganz groß schreiben und Schlagzeilen machen (die werden auch schon bei bloße Vermutungen gemacht). Und wünscht sich dabei, dass die Wahrheit siegt und Gerechtigkeit herrscht, usw. Aber erst dann. Solange ruft man seine Kontakte an und erkundigt sich.
    Ich verneine hiermit mitnichten, dass es Verhältnisse auf Kuba gibt, wie beschränkte Meinungsfreihteit, was nicht geht. Aber viele Inhalte, wie sie hier dargestellt werden, beschäftigen sich nur mit den Allgemeinplätzen der „fehlerhaften“ Planwirtschaft des Kommunismus und nicht zu Ende ausgeführten „Halbwahrheiten“, anstatt sich mit dem eigentlichen Thema zu beschäftigen, warum genau es den Kubanern wirtschaftlich so beschissen geht… Im Gegensatz zu den 80er Jahren, wo es sogar ein Aufschwung gab, und eben die halbe Welt noch sozialistisch war… Also, welches Thema wird stets hier ausgespart? Über welches Thema beschäftigt sich hier keiner, ausser mir (jedenfalls in diesem Thread)? Ein Thema vielleicht, das alles unter einem ganz anderen Licht rücken würde, aber nicht vom Geschmack der meisten LeserInnen ist? Welches denn? Vielleicht bist Du schon darauf gekommen, nämlich die INTERNATIONALEN BLOCKADE, welche sowohl wirtschaftlich, diplomatisch und politisch ist, und hier mitnichten ausgeführt wird. Eine Blockade zB, welche, wenn sie diplomatischer Art ist, dann das bedeutet, dass Kubaner nicht nur eine ERLAUBNIS ZUM AUSREISEN von ihrer kubanischen Regierung brauchen, sondern eine ERLAUBNIS ZUM EINREISEN IN FAST ALLE LÄNDER DIESER WELT, u.a Deutschland. Und wenn Du Dich mit Kuba so gut auskennst, weißt Du es mittlerweile. Kein Kubaner kann diese Aureisebestätigung bekommen, wenn er nicht ein VISUM AUS DEM AUSLAND erhält, und zwar EIN BESCHRÄNKTES VISUM, denn länger als 3 Monaten dürfen sie nirgendwo bleiben. Es sei, SIE HEIRATEN oder SIE BITTEN UM POLITISCHES ASYL… was das gewünschte Endziel dieser Politik ist. Und selbst dann, wenn man als Kubaner politisches Asyl bittet, muss man zuerst eine Einreisevisum aus einem beliebigen Land bekommen, was nur über einen Einladungsbrief geht, und nach erfolgter Visa-Erteilung geht es an die Migrationsbehörde, wartet bis amn bearbeitet wird, und ab geht es nach Deutschland… Und nach erfolgter Ausreisegenehmigung kann man ein Flugzeug nehmen und nach Deutschland kommen. Und sobald man im deutschen Flughafen steht, kann man entweder in Richtung Ausgang laufen oder in Richtung Zollpolizei, um politisches Asyl zu beantragen. Was man dabei ausspart, wenn man diesen Vorgang bechreibt, ist, dass vorher von der kubanischen Migrationsbehörde eine Ausreisgenehmigung bekam, die mitnichten ausgestellt sein würde, wenn der Betroffene ein „politisch Verfolgter“ ist. D.h. aber nicht, dass es keine unerwünschte politisch Andersdenkender auf Kuba gibt, d.h. nur, dass dieser Betroffene, der hier um Asyl bietet, eriner von ihnen ist. Meist sind es wirtschaftlich Flüchtlinge, und bei der wirtschaftlichen Situation in Kuba, ist es kein Wunder, wenn sie zu soclchen drastischen Mitteln greifen.
    Und diese Tatsachen zu negieren heißt für mich, nicht differenziert und nicht unparteiisch über Kuba zu berichten, sondern anderen parteilichen Interessen zu bedienen. Das zu negieren zeugt für Parteilichkeit gegen das sozialistische System, und das ist alles, was diese Seite bislang betreibt, und basta. Jemand, der es ausdrücklich und laut von sich gibt, dass er diese Seite unterstützt, weil er gegen Sozialismus ist, verdient von mir mehr Respekt als jemand, der sich „für die armen Kubaner“ einsetzt. Denn wenn es dem so wäre, dann würde Letzterer nach Kuba gehen und sich dort den Dissidenten anschließen und auf die Straße gehen und die Präsenz eines tatsächlichen und starken zivillgesellschaftlichen Aktes machen, je mehr desto besser…
    Aber nein, diese Menschen sitzen lieber im gemütlichen Deutschland und bedauern die armen Kubaner. Also raus mit der Wahrheit hinter den mitleidenden Kommentaren. Diese Seite dient vielmehr denjenigen, die daraus politischen Profit ziehen, als den Kubanern, die unter ihrer Meinungsunfreiheit leiden. Und das haben viele leider nicht begriffen, die nur „helfen“ wollen. Aber warum denn auch? Sie treiben auch nur Politik.
    Solange ich diese Differenzen nicht aufgeklärt sehen kann, kann ich die Seite im Bereich der Frage „Meinungsunfreiheit auf Kuba“ nicht ernst nehmen. Aber ich nehme sie deshalb ernst, weil sie es schaft, ein ziemlich ungutes Klima in der Entwicklung Kubas in einer sozialorientierten, wahrhaftigen Demokratie, weil sie sich NUR in ökonomisch determinierten Fragen verfängt und dadurch alle andere Anstrengungen in der Richtung „blockiert“. Sozialismus ist nicht gleich die Herrschaft der Unterdrückung der Völker, das ist völliger Quatsch. Ich kann Dir von den unmöglichen Entwicklungen und Bedingungen, unter denen Menschen in NEOLIBERALEN Ländern leben (viele Beispiele in LA, Afrika, Asien), nicht nur wirtschaftlicher sondern auch politischer Art, wo ihre bürgerlichen demokratischen Rechte MASSIV beschnitten werden und Menschen isoliert oder gar zum Verschwinden genracht werden. ABER DAS INTERESSIERT IN DIESER SEITE NIEMANDEN, WEIL ES IN ERSTER LINIE DARUM GEHT, DEN SOZIALISMUS EIN FÜR ALLE MAL AUS DER ERDOBERFLÄCHE ZU SCHAFFEN, UND NICHT „DEN ARMEN KUBANER“ ZU HELFEN…. ASNONSTEN, STEHT DOCH AUF UND GEHT ZU DENEN INS LAND UND BEKÄMPFT DEN BÄRTIGEN VON ANGESICHT ZU ANGESICHT.
    SO IST DAS.
    Du kannst Dich natürlich persönlich positionieren, wie DU möchtest, ist Dein gutes Recht. Ob das, wie Du auch erkannt hast, eine positive makropolitische Entwicklung (und damit eine dauerhafte und nicht konfliktive Entwicklung) in diesem Land und in der Welt in Bezug auf Kuba mit sich bringt, bleibt erstmal auf der langen Bank und wird durch diese Seite nicht bedient. Es gibt andere Formen der dauerhaften „Solidarität“, die viele betreiben und bislang mehr Früchte bringen, als das ewige Lamentieren um Haarspangen oder kaputte Häuser oder so. Erkundige Dich bei denen, wenn es Dein Interesse ist. Ob Du es merkst, oder nicht, viele der letzten Errungenschaften im Bezug auf Reformen, nicht nur wirtschaftlicher Art (die eher fragwürdig sind) sondern kultureller und diplomatischer Art der letzten Jahre, sid Folge von dieser ausdauerfähigen, innenkompromittierter Vorgehensweisen. Sie sind ausdauerfähiger kompromittierter, weil sie nicht darauf setzen, das politische System dort zu „sprengen“ sondern dieses von Innen heraus in seinen verkrusteten Stellen (aber nur dort!) „rectificación“-mäßig zu rekonstruieren und zu nötigen Reformen zu verhelfen. Alles andere ist Käse und schafft die genaue entgegensetzte Wirkung, als es vorgibt, zu wollen.
    Un-Ehrlichkeit wäre da ein Wort, das diese Bestrebungen zueigen ist.
    Gruß

  3. Lieber Thomas,
    Barack Obama hat sich kürzlich mit den Kontras getroffen und ihnen zugesichert, dass die Blockade uner seiner Regierung weiter geht.
    Soviel zur „Hoffnung“ unter Obama für eine Kursänderung auf Kuba. Sofern jeder weiß, hat es die Blockade nie zu irgendwas gebracht.
    Gruß

  4. Liebe Yoani! Vielen dank für deine Beiträge! ich war vor zwei Monaten mit einem Freund in Havanna! Die Lebensbedingungen deiner Landsleute haben mich sehr bedrückt. Ich hatte mich vor der Reise ausführlich informiert. Durch deine Beiträge ist mir klar geworden das ich nicht unter einer gestörten Wahrnehmung leide. Ich finde es zwar sehr beachtlich wie es Menschen schaffen unter diesen Bedingungen zu leben- gerade wenn das Bildungsniveu relativ hoch ist. Ich finde ihr pfeift aus dem letzten Loch, und es grenzt an ein Wunder das es zu keiner Explosion kommt. Nach meiner Meinung gibt es keinen Zweifel darüber das es sich bei dem cubanischen System um ein gescheiteres Experiment handelt. Ich hoffe und bete dafür das die Menschen auf Kuba endlich in freier Selbstbestimmung ein würdevolles Leben leben dürfen. Ich würde trotz der Sonne, Musik und der Menschen depressiv werden, wenn ich auf Kuba leben müßte. Mich wundert es wieviel Menschen aushalten können. Ich wünsche dir weiterhn viel Mut und ich bin überzeugt davon das es so nicht mehr weiter gehen kann und das spätestens mir der Wahl von Barak Obama zu einer Wende kommen wird- Hasta luego Thomas

  5. Kannst du spanisch, Wolfgang?
    Dann schau doch mal rein in EL PAÍS vom 4. Juli. Da steht ein Artikel in, wonach Menschenrechtsgruppen von Verhaftungen und faktischem Hausarrest Andersdenkender in Kuba berichten. Und jetzt macht es mich nervös, dass es im Netz nix Neues von Yoani Sánchez oder von Reinaldo Ecobar (Desde aquí) gibt. Da erwarte ich keine Ausgewogenheit, sondern eine stinknormale SUBJEKTIVE Info, wie es den betroffenen Menschen geht. Ist doch klar, dass dieser Blog subjektiv ist, was denn sonst?! Er ist halt das „andere Auge“.
    Yoani Sánchez hat wiederholt erklärt, dass ihre Medienpräsenz ihr einziger Schutz ist. Wenn sie sich öffentlich mit Vertretern der internationalen Presse zeigt, dann ist das das Beste, was sie tun kann, oder?

    Aber ich möchte – genau wie Du – nicht die Zahl der Kommentare künstlich steigern, drum schreibe ich jetzt nix mehr zu diesem Thema, ok? Übrigens, im spanischen Blog treiben witzigerweise ausgerechnet die „Trolls“ die Zahl der Kommentare in die Höhe, indem sie sinnlose Diskussionen vom Zaun brechen, um vom eigentlichen Thema abzulenken.

    Und mal so ganz nebenbei – Yoani schreibt selbst, dass sie nicht bzw. nur mit großen Schwierigkeiten ins Netz kommt, wie soll sie sich dann auch noch mit der ultrarechten Presse beschäftigen, falls sich jemand mit ihren Federn schmückt? Wäre ein bißchen viel verlangt, findest Du nicht?

    Beim nächsten Eintrag reden wir weiter, ok? Das „gescheit“ war übrigens keineswegs ironisch gemeint.

  6. Hallo desdelejos,

    ja, leider lese ich hier stets Meinungen von Menschen, die sich ausserhalb Kubas befinden. Das sagt mE wenig über die Meinungsfreiheit in Kuba (Yoani lebt in Kuba und sie sagt ja geradeaus, was sie denkt, lässt sich dabei abfilmen und setzt selbst ihre Interviews in Youtube, also vor Repressalien scheint sie keine Angst haben zu müssen, sonst würde sie nicht so frei voller Kamerateams in Havanna herumlaufen, oder?) sondern vielmehr, dass die Mehrheit der Kubaner nicht gerade wie wir an ihrem privaten Interneanschluss sitzen, weil Kuba über keine Kabelernetzung verfügt. Sonst wären die Beiträge sicherlich viel zahlreicher!

    Aber wir helfen ja tatkräftig mit und schreiben hier viele Kommentare, damit man die Anzahl der Zugänge hinterher nur noch an die Presse (Times, EL País oder das neue, 3Sat, alle sind dabei, wir auch) weitergeben kann, ohne inhaltlich auf ihre politische „Korrektheit“ zu achten, wie man bei uns so schön sagt (political correctness wird nur dann benutzt, wie man es braucht, was für mich politisch korrekt ist, ist es nicht für ein Miami-Kubaner, oder für Bush, etc). Jeder kann sagen, was er will, nur die Zahl oben zählt (mit dieser letzten von mir wären es allein hier schon mal 12, bei der spanischen Version des Artikels oszilliert sie schon knapp unter dem 3500, meist Exilkubaner mit Internetanschluss in Miami, was sehr viel über die Konnektivitätsbegeisterung der Regimegegner sagt).

    Danke für das Kompliment, dass ich so „gescheit“ sei. Meine Frau ist da nicht so nett zu mir, nur wenn sie es ironisch meint.

    Gute Nacht.

  7. Bürger:
    Keine Ahnung, ob und wenn ja wie das mit dem Spenden gehen könnte, aber du könntest einmal nachfragen bei http://www.DeCub.de, die treten für Kuba ein, ohne das Hirn auszuschalten -im Gegensatz zu anderen
    Wolfgang:
    Wahrscheinlich hast Du Recht, und man darf die „große politische Linie“ nicht aus den Augen verlieren. Aber leider weiss ich dafür viel zu wenig (bin halt nicht so gescheit wie Du), und wenn ich helfen kann, dann tu ich’s einfach. Ganz bestimmt gibt es noch sehr viel mehr unterstützungsbedürftige Menschen auf der Welt, wer wollte das bestreiten, aber Kuba habe ich persönlich erlebt – und erlitten.
    Jedenfalls bin ich SEHR froh, dass in diesem Blog Raum ist für unterschiedliche Meinungen und ggf. kontroverse Diskussionen, und schon deshalb bin ich dankbar für Deine Beiträge. Wenn’s so viel Meinungsfreiheit in Kuba gäbe, hätte Generación Y nur wenige Leser, stimmt’s?

  8. Ich freue mich zu hören, dass Ihr Eure Inhalte immerhin auf MiniCDs brennen könnt, aber wie viele Kubaner verfügen über Lesegeräte für diese Mittel? Und wo bekommt Ihr die? Nach dem, was Anne erzählt, sind sie in Kuba wohl nicht so erschwinglich, dann braucht Ihr sicherlich tatkräftige finanzielle Unterstützung Eurer Freunde dafür, um sie kostenlos unters Volk bringen zu können. Sind MiniCDs irgendwo billiger zu bekommen als in den staatlichen Läden? Wo kann ich denn spenden, sagt 3sat im Teletext etwas dazu, oder kann man direkt bei dem Privatsender spenden?

  9. Ich war letztes Jahr in Havanna, und wollte ins Internet in einem der wichtigsten Hotels Kubas, der Habana Libre. Es hat ohne Scherz 8 Minuten gedauert, bis ich meinen Email-Browser überhaupt aufmachen konnte, aber ich konnte meine angesammelte Emails nicht vollständig lesen, weil ich, im Gegensatz u den reichen Touristen, die sich in diesem Hotel aufhielten, kein Geld mehr für die teure Verbindung hatte. Habe es deshalb aufgegeben und nur über die domiziliäre Intranet-Verbindung einer kubanischen Bekannte Kontakt zum Ausland aufgenommen, was problemlos verlief.

    Nachdem, was ich hier bzgl. der mangelnden Konnektivität am Netz, beschränkt auf diese lächerliche Satellitverbindung, verstehe ich, was damals passiert ist. Es ist so absurd.

    Überhaupt verbinde ich mit diesem Hotel jede Menge Ärgernisse, die ich hatte. Ich war in Havanna zu einem Kongress eingeladen und musste ein Referat halten, den ich im Nachhinein auf CD brennen musste. In einem Laden im Hinterteil des Hotels versuchte ich brennbare CD-Rollies zu kaufen, und diese kosteten, ohne Scherz, eine Packung mit 50 Stück, 34 US-Dollar! Hier kosten sie höchstens 10 Euro! Ich erfragte nach dem Grund, und nach einiger Recherche stellte es sich heraus, dass solche Sachen auf Kuba nur über Sanktionspreise zu beziehen sind, dh der Staat kauft sie im Ausland ein zu einem Preis, und diese Verkäufer müssen zusätzl. Sanktionspreise verlangen, einen Rest, an dem weder sie noch die Kubaner verdienen, sondern an die USA bezahlt werden müssen!

    Dann musste ich irgendwann meine Pension bezahlen, da habe ich ein Monat gelebt und zahlte das billigste, was man dort zahlen kann, 20 Dollar die Nacht. Als ich meine Kreditkarte benutzen wollte, um geld abzuheben, bekam ich kein Geld, und das, obwohl ich noch um die 1000 auf meiner Karte eingezahlt hatte! Es gibt eine ofizielle Stelle an der Außenseite dieses Hotels, die sich darauf spezialisiert, bei der Klärung solcher Kreditkartenproblemen zu helfen. Ich durfte von dort aus kostenlos 20 Minuten lang mit VISA-Deutschland und meiner Sparkasse telefonieren, sogar mit meinem Mann in Deutschland, um rauszukriegen, was überhaupt los war! Da waren jede menge andere Ausländer, denen es genauso erging.

    Nachdem alle am Telefon beteuerten, nicht zu verstehen, was los war, und ich auf meinen blanken Schulden saß, erklärte mir ein italienischer Geschäftsmann, der hinter mir wartete, dass es sich um die Blockade handelte… Irgendwo in Europa wird der Hahn zugedreht, und man kommt an seinem Geld nicht mehr. Deshalb soll man immer Bares bei sich haben, empfahl er mir. Mit amerikanischen Kreditkarten kann man auf Kuba eh nichts anfangen, die USA verbieten das, aber mit europäischen passieren solche Dinge gelegentlich, und deshalb hätte die kubanische Regierung solche Zulaufsstellen für Touriszen eingerichtet. Sie sind letzendlich die einzige Geldquelle, die sie haben, die nicht blockiert ist.

    Also beschränkt sich diese Blockade nicht nur auf die Internetverkabelung, die Lebensmittelimportbeschränkungen zu Sanktionspreisen und den Verbot, Arzneimittel mit US-Patenten an Kuba zu verkaufen (es reicht wohl, dass ein 10% der Inhaltsstoffe dieser Medikamente US-Patente sind, dann dürfe sie nicht an Kuba verkauft werden), sondern auch wichtige Mittel zur technologischen Entwicklung (meine Rollies!) plus die finanzielle Blockade durch Banken.

    Wie die Kubaner das alles aushalten, ist mir ein Rätsel.

  10. Hallo Yoani.
    Heute ist der 6. Juli, es ist 16.30 Uhr und ich habe auf dem deutschen Sender 3Sat einen Bericht über deinen Blog gesehen. Dieser Bericht brachte mich zu deiner Internetseite. Ich bin sehr angetan von deiner Arbeit und wünsche Dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg. In Zukunft wird dein Blog fester Bestandteil meiner Informationen sein, ich werde mit großem Interesse diesen Blog verfolgen.
    Ich bin jetzt 43 Jahre alt, meinen 20 ten Geburtstag feierte ich in Guama auf Cuba, damals habe ich eine dreiwöchige Rundreise quer über die Insel gemacht und dein schönes Land kennen lernen dürfen. Habana Hotel National, Lenin Park, die Hafenmole das Hotel Capri – Tal Vinales – Trinidad – Varadero – Cinfuegros – die Schweinebucht – die Zuckerrohplantagen und vieles mehr. Über Politik habe ich mir damals nur wenige Gedanken gemacht.
    Ich werde ab jetzt regelmäßiger Leser deiner Arbeiten sein.
    Alles Gute aus Deutschland – München – Bayern.
    Tom

  11. Guten Tag Herr Götz-Olaf Mielke,

    ich finde es sehr gut, dass Sie sich ausdrücklich von den Miami-Cubaner distanzieren. Dass diese sich mit Seiten von Andersdenkenden wie Generation Y verlinken, ist ja gängige Praxis ihrer Organisationen. Ich glaube, das war nicht im Sinne von desdelejos, Sie in irgendeiner Form mit diesen Leuten in Verbindung zu bringen. Sie wollte lediglich auf die Freiheit im Internet verweisen, dass jeder sich verlinken kann, mit wem man will.

    Es gibt halt immer wieder Forderungen, die von verschiedenen Seiten instrumentaliserbar sind. Es ist sehr schwierig, es geht mir auch so, dass sobald Argumente wie das mit der Blockade in Erwägung gezogen werden, man sofort als Rev.-Romatiker abgestempelt wird. Ich persönlich bestehe nur auf die Bereitschaft, nicht nur halbe Wahrheiten zu vertreiben. So verstehe ich Solidarität und Unparteilichkeit.

    Ich habe in meinen Kommentaren viele Fragen gestellt, und hoffe, darauf Antworten zu bekommen. Durch Ihre Worte fühle ich mich jetzt noch dazu berufen, von dieser Seite ausdrücklich zu erwarten, dass sie sich auch von diesen ultrarechten Organisationen distanzieren, dann kann ich weiter lesen.

    Ich unterstütze ebenfalls niemanden, der, wie Sie es zurecht ausdrücken, beabsichtigt „wieder einen Unterdrückungapparat gegen Andersdenkende zu installieren“. Ich bin ebenso wie Sie mit meiner Meinung auf keiner der beiden verkrusteten Sichtweisen der Welt zu verorten, begebe mich deshalb äußerst vorsichtigt im Cyberspace, immer auf die Verlinkungen achtend, die ja für manch einer Überraschung sorgen, wenn man genau hinsieht/ -liest.

    Das sind die Gefahren des Internets, dass man nicht genau ergründen kann, wer sagt was mit welcher Absicht, und alle in Romatizismen verschiedener Couleur verfallen können. Als Teil der Zivilgesellschaft mußt man hellhöriger werden, das haben wir ja von den Propagandamitteln anderer Zeiten gelernt. Doch die Zeiten ändern sich zwar nach und nach, aber viel schneller entwickeln sich die technologischen Medien, die ähnliche Politiken mittragen, und diese Mittel verfeinern sich. Es geht ja nicht mehr darum, wie früher, klare Positionen zu beziehen, damit andere schlauer daraus werden, sondern an Ideenkonstellationen zu basteln, die womöglich von verschiedenen Seiten benutzt werden können, und so mehr Öffentlichkeit zu erreichen.

    Romantisch wäre zu glauben, dass es sowas wie eine unparteiische Öffentlichkeit gibt. Deshalb erhoffe ich mir aus dieser Auseinandersetzung, dass sich dieser Blog, im Gegensatz zu anderen, zu den Miami-Cubaner distanzieren. Dann wäre ich, wie gesagt, auch dabei, alles zu unterstützen, was den Kubanern und sonst jemandem auf der Welt zur wirklichen Freiheit verhelfen kann.

    Mit kritisch-solidarischen Grüßen.
    W.Euler

  12. Guten Morgen liebe desdelejos,
    es ist sehr lobenswert, dass Du Dich für Yoani so einsetzt, und was andere, in diesem Fall Herr Götz-Olaf Mielke, tun. Ohne Eure internationale Hilfe und der große Anstoß der Times und El País (abgesehen von CubaNet) wäre es nicht möglich gewesen, dass sie so viel Aufmerksamkeit bekommt. Das ist sicherlich ein großes Zeichen von Unabhängigkeit, wenn sich nicht nur großkapitalistische Medien für sie interessieren, sondern auch kleinere solidarische Personen. Und darauf wollte ich hinaus…
    Ein „Bürgernetzwerk“ sollte in erster Linie aus Bürger bestehen. Auch kubanische Bürger. Der Zivilgesellschaft wird in unserer Welt von den Medien wenig Aufmerksamkeit zugeteilt und erst und nur dann rausgerückt, wenn die Medienpolitik es für angebracht hält, insofern sie irgendwelchen anderen, profitorientierten Interessen dient. Solange, und egal wo in dieser Welt, erfahren wir nichts von den Aktivitäten der einfachen Bürger.
    Das ist nicht nur auf Kuba so und nicht nur beschränkt auf die Castro-Brüder. In der restlichen Welt sind es die internationalen Konzerne und die Aufrüstungskampagne, die in diesen Tagen einen neuen Aufschwung erfährt, die für die Unterdrückung jedes kleinen zivilgesellschaftlichen Aktes zuständig sind. Wir erfahren nichts über die Opfer, erst, wenn sie tot sind, oder wenn als Schuldige andere ausgemacht werden können (oder sobald diese sich der Kontrolle der Interessen der Geheimdiensten der Industrienationen entziehen, wie Osama Bin Laden oder Saddam Hussein, die ja ursprünglich Produkte dieser Interventionen sind).
    Aber von Kuba erfahren wir alles, weil es eine kleine, überschaubare und international belagerte Insel ist und deren Regierung von keinem anderen Land an die Macht verholfen wurde. Wir erfahren, was die Castros den einfachen Leuten so alles antun, weil es genug Interesse gibt, wie viele der LeserInnen dieses Blogs angeben, dass die verknöcherte Kommunisten kleingekriegt werden. Das nennt sich Antikommunismus und brachte dank Kissinger in den 70er Jahren tausendfache Opfer der Militärregierungen in Lateinamerika, 30 Tausend allein in Argentinien, und 20 Tausend bereits weit davor in Kuba (bei einer damaligen Bevölkerungszahl von 6 Millionen Einwohner, ist das eine ziemlich hohe Prozentzahl von Andersdenkenden, aber naja, alles Geschichte). Jeder weißt, von wo aus das gelenkt wurde, ich sage nichts mehr dazu.
    Aber das Auftauchen von Barack Obama bei der terroristischen Cuban American Foundation von vor einigen Tagen, seine Zustimmung für das Beibehalten der harten Linie Amerikas bei der Blockade Kubas, wird nirgends erwähnt und kümmert anscheinend niemanden. Unabhängig zu sein hieße es, AUCH DAZU Stellung zu nehmen, und sich nicht nur über fehlende Haarspangen zu beschweren. Barack Obama ist der womöglich eingehende Präsident der USA, an seinen Schritten vor Ende der Wahlkampagne lässt sich dessen spätere Politik, nicht nur in Bezug auf Kuba (man soll Kuba eben nicht immer so wichtig nehmen, es ist nur eins der vielen kriegspolitisichen Ziele dieser Politik) erkennen. Es ist wirklich wichtig zu erwähnen, dass ein Mensch seines Kalibers, der im eigenen Land und in der Welt, gerade in Bezug auf diese Fragen, so viele Hoffnungen erweckt, seinerseits so schwach vor der CANF einlenkt…. Fragwürdig, was hat diese CANF, was die anderen nicht haben? Vergessen darf man nicht, dass es diese Organisation war, die Bush zu seinem Coup verholfen hat, weshalb er mit einer Minderheit dieses Land regieren durfte. Abgesehen von den Opfern der von ihnen gesteuerten terroristischen Anschlägen, nicht nur auf kubanishem Boden, sondern auch in der Luft und in Miami, deren OP-Zentrum. Das soll uns jetzt nicht kümmern, es ist nur Geschichte, bis vor ein Paar Jahren. Aber zurück zur US-Politik: Was Bush mit den kleinen Leuten seines Landes getan hat, wissen wir ja alle (ich erwähne hier nur die Kriegsopfer und die rekordhohen Aufrüstungskosten dieses Landes, die ans Fleisch der kleinen Amerikaner gehen, von deren Bestrebungen, sich davon zu befreien, wir international wiederum nichts erfahren). Aber Bushs Zeiten scheinen nicht passé zu sein, neue Gesichter kommen und gehen, die Politik bleibt und verschlimmert sich, nennt sich das „Optionen“ der freien Welt? Seltsam, dass Barack Obama auch auf die reinfällt, bei seiner Beliebtheit hätte er es sonst nicht nötig, oder? Was haben diese von der CANF, was ich nicht habe? Verspreche zur Wiederannexion Kubas an die USA? Sonstige damit verknüpften Profite im Fall eines Sturzes der kubanischen Regierung? Jaja, das sind die Optionen Kubas und die der ziviliserten freien Welt, die von Washington aus ihre ihnen massgeschneiderten „Menschenrechte“ auf die Welt exportieren, und in ihrem Namen, millionenfach Menschen umbringen… Um ihnen die Freiheit zu bringen, die sie sich für diese vorstellen. Und ihnen nebenbei formale Rechte wie Internet verkaufen.
    Aber gegen sie kann man nichts tun, denn, wie gesagt, sie stellen uns ja die Verkabelung für den Internetzugang (aber nur uns Bürgern der freien Welt, nicht? den anderen eben nicht, bis sie einlenken) zur Verfügung, und deshalb darf man sich nicht über sie beschweren, egal wieviele Menschen daran sterben in unserer konnektierten Welt (ob die Opfer dieser ganzen Kriegen Internetanschluß hatten scheint mir fragwürdig… sie hätten uns sonst SOS-Zeichen viea Internet geben können, jedesmal wenn sie angegriffen wurden… aber macht nichts, sie sind jetzt tot, mehr Cybesrspace für uns…)… also beschäftigen wir uns mit den kleinen Ländern, die überschaubarer sind und sich außerhalb dieses Systems befinden. Solange sie, aus pazifistischen oder welchen Gründen auch immer, keinen Krieg gegen uns anfangen können, können wir sie bekriegen. Auch im kleinen, auch durch deine Hilfe. Seien wir unabhängig, weiterhin, solange wir Internetanschluß haben.
    Was denken die kleinen Kubaner über die neuen Erkenntnisse bzgl. der Blockade-Politik eines Barack Obamas/CANF? Schreibt bitte einen Artikel darüber, sonst erfahren wir es nicht. Meint ihr, sie distanzieren sich von ihnen oder stimmen sie ihnen zu? Ich meine, das könnte ihnen helfen, mehr Haarspangen produzieren zu können, wenn sie wirklich frei wären. Die Castros hätten dann kein Platz mehr darin, es sei, die wollen selbst auch Haarspangen herstellen, und mit ihnen auch nicht ihre ganze Regierung und 70% der Anhänger der Revolution auf der Insel. Wie steht Yoani selbst zur Blockade (deren Existenz von Barack Obama ja bewiesen ist) jenseits ihrer vereinzelten Aussagen zu ihrer Verharmlosung und Instrumentalisierung seitens der Regierung für die Unterdrückung des Volkes? Wie steht sie zum cuban american Kongressabgeordneten L. Diaz Balart, der die amerikanische Regierung zur Verschärfung der Blockade an Kuba anstiftet (wie schafft er es mit seiner Kollegin Ileana Ross so alleine, dass seine Regierung solche Gesetze herausgibt, wenn viele anderen Bestrebungen innerhalb dieses Kongresses nicht verhinden können, das Bush seine Kriegspläne verwirklcht? Ist mir ein Rätsel, was hat die CANF?) Findet Yoani es gut, dass nur so die Castro-Brüder (und die restliche Regierung, Bevölkerung) zum Sturz gebracht werden sollen? Hat es bisher denn geklappt? Warum sagt sie nichts dazu und verliert sich leider allzu oft in Allgemeinplätzen von wegen Unterversorgung und mangelnde Meinungsfreiheit?
    Schade, denn apropos Meinungsfreiheit, von ihrer Meinung zu diesem Punkt wissen wir leider nichts genaues. Sie hat, trotz Reisen ins Ausland und wichtige Verbindungen dort, keine Möglichkeit gehabt, sich bei der Presse der „freien Welt“ darüber zu erkundigen und den einfachen Kubanern davon zu berichten. Vielleicht hat sie nur keine Zeit, denn sie muss im eigenen Lande erst die internationalen Journalisten empfangen, die sie durch Havanna zur Dokumentierung der ärmlichen Verhältnisse kutschiert, nachdem sie in ihrem „bescheidenen Zuhause“ in Vedado an ihrem Laptop am Blog arbeitet. In Youtube gibt es so viele Videos über sie, sie hat ein bezauberndes Lächeln, das passt ja zu einem Starprofil, unsere Medien achten auf solche Sachen (die Castros sind nicht so unbefangen, im Gegensatz), es gehört zum Geschäft der freien Presse. Aber darüber hat sie sich erkundigt, wie es bei uns funktioniert, und die CANF, die Blockade?
    Differenziertheit zu walten ist keine einfache Sache, ich weiß, Subjektivität ist alles. Nicht nur ich bin davon betroffen, nein: Keine Presse der Welt kann von sich behaupten, unabhängig zu sein. Also nennen wir die Dinge beim Namen und positionieren wir uns, jeder mit seinem Solidaritätskonzept gegenüber der Dinge, die uns besorgen. Yoanis Seiten vertreten eine Meinung, die sich mit den kleinen Dingen beschäftigt, aber nicht über den Tellerrand guckt, obwohl ich es ihr zugemutet hätte (vielleicht tut sie es ja noch, wenn sie wirklich unabhängig ist, aber vielleicht nicht, denn sie scheint eine gewisse Position erlangt zu haben). Wir, „desde lejos“, sehen halt nur entweder mit dem einen Auge, oder mit dem anderen, und müssen uns auf das verlassen, was man uns erzählt, oder was wir dort in unserem Kurzaufenthalt zu sehen bekommen. Unsere Großmedien berichten auch nur mit dem einen Auge, auf die ist ja kein Verlass, aber das wissen wir ja. Deshalb setzt man so viele Hoffnungen auf solche Initiativen „desde Cuba“, nicht wahr desdelejos?
    Also helfen wir dieser Initiative, diffenzierter über die kubanische Realität zu berichten, dann bin ich auch dabei mit weitersenden. 🙂

  13. Hallo Freundinnen und Freunde Yoanis,

    mit „Wohlwollen“ habe ich registriert, daß mein Eintrag vom 15. Mai gelesen wurde. Ja, ich habe als „Linker“ Yoani auf mit meiner Seite verlinkt. Da gehört es auch mit hin. Freiheit sollte keine Parteigrenzen kennen.

    Was mich auch noch, und gerade dazu bewogen hatte ist, daß ich einmal Bürger einer „DDR“ war. Genau so hat es bei uns angefangen, mit der Freiheit der Worte. “ Gebt Gedankenfreiheit, Sire“ ließ Schiller in seinen Räubern verkünden.
    Wir hatten auch wie Kuba jetzt, eine Gruppe von „Gerontokraten“ an der Staatsspitze. Sie verfolgten Ihren Traum von einer „anderen Welt“ bis zum Zusammenbruch. Waren aber letztendlich nur der Vorhof der Moskowiten („Bolos“ orig. Yoani).
    Dennoch bin ich der Meinung das eine andere Gesellschaft von Nöten ist. Weder Kapitalismus noch die „Diktatur des Proletariates. Eine Gesellschaft, um Konstantin Wecker abgewandelt wiederzugeben, die „nicht die Unfreiheit der anderen braucht um frei zu sein“.

    Wie sich aber die Begebenheiten so gleichen, auch bei uns wurde das öffentliche „Freie Wort“ verdrängt.

    Ich werde grundsätzlich solche Menschen überall auf der Welt mit dem wenigen was ich tun kann, unterstützen, soweit diese nicht beabsichtigen wieder einen Unterdrückungapparat gegen Andersdenkende zu installieren und ein Land für “ ´nen Appel und ein Ei“ an eine Großmacht verscherbeln, wie z.B. Cuba unter Batista. Einschlägig vorbekannte Miami-Cubaner werden von mir nicht unterstützt. Auch einschlägig vorbekannte „Revolutionsromantiker“ kaum, solange sie ein sich bis jetzt nicht bewährtes Regime vorbehaltlos unterstützen.

    Viele solidarische Grüße vom Elbestrand in die Karibik
    Golmie

  14. Lieber Wolfgang,
    findest Du nicht, dass es gerade ein Ausdruck von Unabhängigkeit ist, wenn NICHT kontrolliert wird, wer sich alles mit Yoanis Seite verlinkt? Zu Deiner Beruhigung: zum Eintrag vom 15. Mai „Die Hauptstadt aller (?) Kubaner“ schreibt Götz-Olaf Mielke von DIE LINKE, dass er auf seiner Seite eine Link zu Yoanis Seite angebracht hat…… 🙂
    Jedenfalls werde ich weiterhin Yoanis Blog auf spanisch und auf deutsch weitersenden, in der Hoffnung, dass möglichst viele Menschen erfahren, was die Castro-Brüder in Kuba so treiben und welche Folgen manche Entscheidung bei den einfachen Leuten hat. Ich kann nur alle einladen, ein Gleiches zu tun, denn Öffentlichkeit herstellen ist in meinen Augen z. Zt. der wichtigste „Solidaritätsbeitrag“ für die kubanische Bevölkerung.

  15. Apropos Internetzensur: Das hilft nicht, lieber Detlef, denn das Problem ist, dass Kuba über keine Kabelverbindung unter Meer mit dem internationalen Netzwerk verfügt.

    Das wird im Fall von Kuba von US-amerikanischen Firmen kontrolliert und wurde deshalb von diesen nie eingebaut. Der Zynismus dieser Internetblockade (wenn du Spanisch lesen kannst, siehe hier http://www.consumer.es/web/es/tecnologia/internet/2008/04/22/176048.php), macht dass die Insel nur über eine Satellitverbindung verfügt von nur 124 MB/Sek. beim Download und 64 MB/Sek. Verbindungskapazität FÜR DAS GANZE LAND (Venezuela will dabei helfen, einen Kabel zu legen, der eine Höchstgeschwindigkeit von 160 GB/Sek. ermöglichen könnte), und die bisschen Konnektivität ist den Universitäten, Gesundheits- und Forschungszentren reserviert… Doch laut Michael Parmly, Chef des Interest Office der USA in Havanna, der sich vorgestern zum amerikanischen Independence Day mit Opositionellen der Regierung in Kuba dort getroffen und ihnen dieses Vorgehen „erläutert“ hat, würden die amerikanischen Firmen, die dies kontrollieren, „sofort“ einen solchen Kabel einbauen, wenn die Regierung Kubas auf amerikanische Forderungen eingeht (sprich Rechte der Kubaner auf Meinungsfreiheit, usw)… Doch leider erlaubt es die amerikanische Regierung den Firmen nicht, dies zu tun. Dh, weil die Regierung Kuba vor den USA nicht kapitulieren, bleibt Kuba ohne Internet fürs Volk.

    Es wird stets behauptet, dass die kubanische Regierung „dadurch“ das Konnektivitätsvermögen des Volkes kontrolliert bzw. „blockiert“- Doch wer hier die Hauptblockade (nicht nur des Internets) ausübt, sind die USA, die es nicht einfach so, unkonditionell und ohne Gegenleistung und im Sinne der Kubaner, die sie ja von den Kommunisten befreien wollen, freigeben wollen. Mit Erlaubnis würde es wohl lediglich 500.000 US-Dollars kosten, sagt ein gewisser Carlos Orfila der venezolanischer Firma, die diesen Kabel verlegen wird. Mit Erlaubnis.

    Tja, ich denke auch, die mathematische Formel A=B=C hilft zu behaupten, dass das Departament of State der USA sich auch nicht demokratisch genug verhält… Nach Parmly, der behauptet, dass es “kein Zufall” sei, dass “nicht demokratischen Regierungen” jede Ausrede sich einfallen lassen, um die Internetkonnektivität des Volkes zu „blockieren“, muss ich dem geäußerten Zweifel zustimmen, ob es sich nicht ebenfalls um „einen Zufall“ handelt, dass die US-Regierung ebenfalls Ausreden erfindet, warum sie diese Erlaubnis nicht erteilen sollen… ohne dabei die kubanische Regierung erpressen zu wollen?

    Fazit ist dann, dass die USA damit nur allzu freiwillig zugeben, ein nicht demokratisches Land zu sein (A= B=C). Sie sind doch die Erfinder der Blockade, oder?

  16. Habe gerade woanders gelesen, dass Eure Seite „generacion y“ einen Link in cubanet.org hat, der journalistische Arm der Kontras in Miami, der von der National Endowment for Democracy United States Agency for International Development finanziert wird, welche wiederum die Cuban American Foundation finanziert (die von den ultrarrechten Batista-Anhänger Diaz Balart mitbegründet wurde, dessen Sohn im Kongress der USA sitzt und die Blockade-Gesetze von dort aus promoviert) und… die wiederum u.a. mit dem Terroristen Posada Carriles und der umstrittenen „Reporter Sans Frontieres“ zusammenhängt… Uff… und deshalb scheint eure Seite nicht unabhängig genug zu sein…
    Die Seite täte gut, ein “Bürgernetzwerk” von Kuba aus zu bedienen, und sich nicht (unabsichtlich?) von fremden Interessen entgegen der wahren Bedürfnissen der KubanerInnen instrumentalisieren zu lassen.

  17. Liebe Yoani und Helfer,
    es gibt eine sehr interessante und wirkungsvolle Möglichkeit, die Internetzensur zu umgehen, welche sehr häufig von chinesischen Cyberdissidenten benutzt wird. Ausführliche Infos findet Ihr unter:
    http://www.picidae.net/
    Die Seite ist auch ins spanische übersetzt. Falls Ihr an dieser Möglichkeit interessiert seid, wäre ich gerne bereit Euch einen Proxy zur Verfügung zu stellen.
    Viele Grüße und macht bitte weiter und lasst Euch von diesen verknöcherten Kommunisten nicht klein kriegen, deren Zeit ist eh abgelaufen!
    Detlef (:-)

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