Säuglinge mit Schnuller

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Diese unangenehme Kindheitsphase als Bürgerin, in der ich für fast alles um eine Erlaubnis bitten muss, kennt noch immer keinen Übergang ins Erwachsenenalter.

Früher hatten meine Eltern ein wachsames Auge darauf, dass ich keine Schraube verschlucken und meine Finger nicht in eine Steckdose stecken würde. Jetzt hat der Staat die Aufsicht übernommen. Zum Spielen oder für ausgelassenes Herumtollen ist unter „dem Schutz“ dieses strengen Vormunds wenig Raum; und noch viel weniger lässt er jemanden allein nach draußen gehen.

Während ich in diesen Tagen auf die Erlaubnis warte, nach Madrid reisen zu dürfen, um dort den Medienpreis „Ortega y Gasset“ entgegen zu nehmen, komme ich mir wie ein Baby in Windeln vor. Die Erlaubnis, am morgigen Samstag, dem 3. Mai – dem Tag der Pressefreiheit – zu fliegen, wird von der undurchschaubaren Behörde für Immigration und Auslandsangelegenheiten „zurückgehalten“, ohne hierzu weitere Erklärungen zu geben. Für diese mächtige Institution bin ich weiterhin ein Säugling, dem man nicht sagt, dass man ihm eine Spritze geben wird.

Was habe ich doch für eine Lust zu wachsen … und erwachsen zu werden, auf dass sie mich im Haus ein- und ausgehen lassen, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen!

Übersetzung: Bettina Hoyer, Heidrun Wessel, Sebastian Landsberger

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21 Gedanken zu „Säuglinge mit Schnuller

  1. An die Freunde von Yoanis Blog:

    a) Auf der spanischen Seite habe ich zu dem Artikel „Trabajo voluntario“ vom 6. Mai (m)eine deutsche Übersetzung -mit allen Vorbehalten – von Yoanis Blogeinträgen im Mai eingestellt .

    b) In der ZEIT Nr. 24 (vom 5. Juni 2008) steht auf S. 4 ein kluger Beitrag von Yoani zum Thema Barack Obama

  2. Wirtschaften ist immer der Umgang mit Mangel.
    Gäbe es alles im Überfluss, bräuchten wir nicht zu arbeiten.
    Die Marktwirtschaft ist eine Möglichkeit, mit Mangel umzugehen…. ich habe die Freiheit, das zu produzieren, was mir Geld bringt, ich habe die Freiheit mein Geld auszugeben für was ich will.
    Der „Markt“ funktioniert gut in der Verteilung der Güter.
    Der, der die höchste Zahlungsbereitschaft hat, erhält die Ware.
    Wenn jemandem Zitronen viel wichtiger sind, als Tabletten, kriegt er die Zitronen.
    Der andere überlegt, dass er lieber verzichtet und Vitamin-C Tabletten nimmt.
    So sind immer genug Zitronen da. Einfach, weil es genauso viel Zitronen gibt, wie es Menschen gibt, die sie bezahlen können.
    Gibt es mehr Zitronen, werden sie billiger und mehr Menschen können sie sich leisten, gibt es mehr Menschen, die sie kaufen können, werden die Zitronen teurer, und weniger können sie sich leisten.
    So gibt es nie „Mangel“ – sondern immer genauso viel Zitronen, wie Käufer.

  3. @ uli freyberg

    Natuerlich ist das, was Du „Privatwirtschaft“ nennst die Loesung.

    Die Marktwirtschaft (Kapitalismus) ist das gerechteste und fairste Wirtschaftsmodell. Obwohl wirtschaftlich Ungebildete und sozialistisch Indoktrinierte immer wieder davon ausgehen, dass bei jedem Deal Einer gewinnt und ein Anderer verliert, koennte kaum etwas hirnrissiger sein als diese Behauptung. In einem Kapitalismus, der sich vom Staat keine Vorschriften machen laesst, geht jeder Beteiligte aus einem Deal mit etwas hervor, das er sich wuenscht. Das er sich mehr wuenscht, als das, was er dafuer gegeben hat.

    Arbeitskraft, unternehmerisches Risiko, Geld, Erfindungen, Zitronen, Theaterstuecke, Buecher und alles Andere ist beliebig gegeneinander tauschbar.

    Wenn dazu noch kommt, dass die Aufgaben des Staates sich ausschliesslich auf die Verteidigung der Landesgrenzen und die Aufrechterhaltung von Recht und Gesetz im Innern beschraenken, steht dem Glueck jedes Einzelnen nichts im Wege.

    PS: Uebrigens kann niemand „beliebige Preise“ fuer Zitronen oder jegliches andere Produkt verlangen. Das ist auch ein sozialistisches Ammenmaerchen. Wenn der Produzent erfolgreich sein will, kann er nur zu einem Preis verkaufen, den der Kunde bereit ist, zu zahlen. Der freie Markt findet den fairen Preis ganz von selbst. Das ist ein unfehlbarer Mechanismus.
    Und was „die ohne Geld“ betrifft: Bau Zitronen an, oder arbeite fuer den Zitronenbauern, es ist Deine Wahl!!! Ohne Initiative geht es nicht. Kapitalismus ist nichts fuer Leute die lieber auf der Couch liegen, Chips fressen und TV gucken!

    Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion!

  4. Was ist die Lösung? Privatwirtschaft?
    Der Kapitalismus zeigt ja, dass Geld, bzw. Profit, ein sehr starker Anreiz ist, sich mehr anzustrengen.
    Auf der einen Seite: um sich schöne Dinge zu kaufen, auf der anderen Seite, um was zum Essen zu haben.
    Wenn die Bauern beliebige Preise verlangen könnten, würde das vermutlich helfen, mehr Zitronen zu produzieren…. aber wo führt das hin?
    Richtig: dahin, dass die mit Geld sich Zitronen kaufen können, und die ohne Geld – eben Pech haben.
    und so weiter…

    Eine sozialistische Wirtschaft kann (in der Theorie) besser funktionieren, als eine kapitalistische.
    Aber da sie nicht mehr auf der Motivation „Eigennutz“ (mehr Profit machen) basiert, ist sie schwerer umzusetzen.

    @Yoani: Ich wünsche Dir wie immer einen klaren und wachen Verstand!

  5. Santiago und andere Commies:

    Zeigt mir ein Land, in dem der sog. Sozialismus funktioniert hat! Zeigt mir einen Menschen aus dem Volk, den der Sozialismus frei und gluecklich gemacht hat!

    Die kubanische Variante dieser Ideologie wird den gleichen Weg gehen, wie alle anderen Sozialismus-Ansaetze vor ihr. Den Weg auf den Muellhaufen der Geschichte! Maximal noch 10 Jahre und Kuba wird frei sein!

    PS: Ich bin diejenige, die Deine Toiletten-und Umkleideraumvideos „auswertet“ und an die CIA verkauft.

  6. Hatte mir schon gedacht, dass Sie ein vom Ausland finanziertes, neoliberales U-Boot im löcherig gewordenen cubanischen Sozialismus sind.

  7. Ihr befindet euch freiheitsmässig vielleicht in der goldenen Mitte zwischen den wirklich freien Eingeborenen in einer Wildnis, die (freiwillig) erst die Götter um Erlaubnis fragen, bevor sie einen Baum fällen, ein Tier töten oder eine Reise unternehmen, und den ach so erwachsenen, freien Menschen im kapitalistischen Deutschland, die als Verkäuferinnen bei der Arbeit von morgens bis abends per Kamera sogar auf der Toilette und im Umkleideraum überwacht werden, und die um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie telefonieren und wenn sie Urlaub nehmen wollen.

  8. Dr. Hilda Molina hat es endlich geschafft!
    Sie wird Kuratoriumsmitglied der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte.

    Die Organisation mit dem wohlklingenden Namen »Internationale Gesellschaft
    für Menschenrechte IGFM« hat scheinbar unbegrenzte finanzielle Ressourcen.
    Die Führer der IGFM mit Sitz in Frankfurt/Main sind hinlänglich bekannt.
    Initiatoren und langjährige Vorstandsmitglieder waren zum Beispiel die Funktionäre
    und Agentenführer der weißrussischen Emigrantenorganisation NTS (›Narodno
    Trudowoj Sojus‹ – Volksarbeitsbund):
    Agrusow, Iwan Iwanowitsch, geschäftsführender
    Vorsitzender;
    verantwortlich für Gräueltaten als Polizist der Hitlergendarmerie
    im Rayon Pskow/UdSSR, NTSFunktionär in der BRD und Westberlin,
    zugleich Agentenführer des britischen Geheimdienstes SIS, Ausbilder in der CIAD iversantenschule
    Bad Wiessee, nacheiner Spezialausbildung von 1961-1968 in
    den USA Rückkehr in die BRD.
    Agrusow ist heute Ehrenvorsitzender der IGFM.
    Die GFM/IGFM unterhält von Anfang an intensive Kontakte zu rechtsradikalen
    und neofaschistischen Organisationen und Verbänden sowie zu terroristischen
    Gruppierungen wie die türkische Gruppe ›Graue Wölfe‹.
    Sie identifizierte sich in
    zahlreichen Erklärungen mit Diktatoren, wie Pinochet in Chile, dem Apartheid-
    Regime in Südafrika, mit Terrorgruppen wie den Contras in Nikaragua oder den
    Mudjahedin in Afghanistan der 80er Jahre.
    Den Arbeitsausschuss ›Bürgerrechtsbewegung und politische Gefangene
    in der DDR‹ leiteten über Jahre hinweg die als Agenten des amerikanischen
    Geheimdienstes in der DDR rechtskräftig verurteilten Erhard Göhl und Dr. Wulf
    Rothenbächer.
    Nach ihrer vorzeitigen Entlassung aus der Haft und Übersiedlung in
    die BRD verdingten sich beide als V-Leute des Verfassungsschutzes. Ihr damaliger
    Führungsoffizier, Regierungsdirektor Werner Hoch, leitete das Referat III B4
    (›Westarbeit der SED‹) des Bundesamtes in Köln.

    Eine Organisation mit derart belasteten
    Gründern und Funktionären kann unmöglich
    eine objektive Position zur Einhaltung
    und Durchsetzung von Menschenrechten
    und demokratischer Standards nach
    den internationalen Konventionen über
    Bürger- und Menschenrechte einnehmen.
    Ihr Agieren ist bestimmt von ihren antikommunistischen Positionen und nicht
    zuletzt von den Auftraggebern in den Zentralen der Geheimdienste.

  9. Nachdem Hilda Molina nun nach Argentinien ausreisen darf…
    wird es hoffentlich einen Flug für Yoani geben.
    Dass es selbst bei der Ultralinken Ewiggestrige gibt, beweist (einen netten Gruss eines Cuba-liebenden Kapitalisten) beweist „uli freyberg“ mit seinen Scheinmeinungen.
    Es gilt Freiheit zu gewähren (mit oder ohne Marquis Posa) und die Verantwortlichkeit dafür zu übernehmen.
    Yoani macht das. Jetzt schon, obgleich es der Freiheit bedarf.
    Gedankenpurzeleien wie jene des vermeintlich freyen-berges…landen im basurero del tiempo.
    Espero que tengas la oportunidad de viajar.
    Un pocito hice en http://www.auswandern-webforum.de con el tema de „futuro en cuba.
    un abrazo muy cordial!
    spassi

  10. Hallo Hans und TC und natürlich Yoani.

    Statt Klopapier tut es auch ein Waschlappen, damit habe ich hier in Deutschland gute Erfahrungen gemacht.
    Es ist auch viel sauberer als Papier.

    Wir wussten schon in den 60er Jahren, wenn wir morgens mit dem Bus zur Arbeit fuhren, warum die Menschen alle so bedrückt nach unten schauten: Weil sich sich nicht den Arsch gewaschen haben, die Schweine!

    Grüsse an TC, von einem besserwisserischen Dumpfsozi und siffigen Althippie.

    Yoani: Sollte Dein Land die vermeintliche Freiheit wie sie TC predigt erlangen, seid Ihr genau so verloren, wie wir.
    Deine Liebe wird sterben.
    Glaube einem Menschen, der von Sozialismus sein Leben lang nichts wusste, aber die Repressalien des Deutschen Staates 30 Jahre ertragen musste, weil er einfach freiheitlich gedacht hatte.

    Ich wünsche Dir wieder einmal einen klaren und wachen Verstand und alles alles Gute.

  11. Yoani
    Ich lese die englischen und deutschen Postings in Deinem Blog jetzt schon seit langer Zeit. Ich kann es kaum erwarten, dass die Freiheitsfeinde auch in Deinem Land bald auf dem Muellhaufen der Geschichte landen und Du endlich ein freies, erwachsenes Leben fuehren kannst.
    Ich schaeme mich fast, fuer die besserwisserischen Dumpfsozis und siffigen Althippies, die meinen, Dir hier in den Kommentaren zu Deinen Artikeln den realen Sozialismus er-und verklaeren zu muessen. Aber es ist nur ein Abgesang der Gleichheitsprediger. Ich bin mir absolut sicher, dass Kuba noch zu Deinen Lebzeiten die Freiheit erlangen wird!
    Glueckwunsch zu Deiner Auszeichnung!
    TC

  12. Bin heute erst auf diese Seite gestossen. Unser Urlaub 2007 in Cuba (3 Wochen) war kurz, aber eindrucksvoll. Ich bewundere die Menschen, die schicksalsergeben so weitermachen – aber was bleibt ihnen wohl anderes übrig? Die Kinder kennen es auch nicht anders – obwohl das Fernsehen die Welt in englischer Sprache ins Haus bringt – oder gibts diese Kanäle nur im Hotel? So ein schönes Land, und seine Leute haben nicht mal Clopapier oder Seife. Ich (Jg. 1946) weiss, dass die Blockade schuld ist, aber auch die Unbeweglichkeit derer, die zu entscheiden haben. Wie anders unser diesjähriger Urlaub in Vietnam. Ebenfalls kommunistische Staatsform, ebenfalls viel ärmer als die Menschen in Deutschland, ebenfalls viel Improvisationsgeschick, aber dem Anschein nach hat jeder genug zu essen und scheint glücklich(er) zu sein. Mit einem Kugelschreiber kann man dort jedenfalls keine große Freude aufkommen lassen.
    Mädel, halt durch!

  13. Yoani Du bist in Deutschland schon recht bekannt.Ich kann nur den Hut ziehen für Deinen Mut und Gratulation für Deine Auszeichnung.Ich war mit meiner Familie schon mehrfach in Kuba und habe dort sehr sehr nette Menschen kennengelernt
    und natürlich auch die vielen sinnlosen Verbote und Einschränkungen mit dem jeder Kubaner jeden Tag konfrontiert wird.So kann Sozialismus nicht funktionieren.Das beste Beispiel ,was auch in Kuba passieren wird ,ist der Zusammenbruch dieses System im gesamten Ostblock.Die Idee des Sozialismus ist wesentlich besser als die Gesellschaft in der wir jetzt leben, wo Kinder verhungern und Lebensmittel vernichtet werden um den Preis stabil zu halten – DAS IST PERVERS !!!Aber es fehlen Menschen die den Sozialismus richtig begreifen und in Ihrem Land im Sinne der Bevölkerung umsetzen können.Das was wir bisher gesehen haben vom Sozialismus auf dieser Welt egal in welchem Land war Personenkult schlimmster Art und Weise und für die Bevölkerung ein Leben mit sehr vielen Einschränkungen.Du hast mit Deinem Blog eine Flamme entfacht die zu einem Flächenbrand werden kann.Viel Glück in Deinem weiteren Leben !!!

  14. 20.05.2008
    Nur Papier gegen den Hunger
    Von Leo Burghardt, Havanna

    Der Direktor des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, scheint nervös zu werden. »Das Schlimmste steht uns noch bevor«, orakelte er. »Hungerrevolten, vielleicht sogar Kriege«, denn für Hunderttausende gebe es keine andere Alternative: entweder verhungern oder Aufruhr. Jean Ziegler, UNO-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, sieht bereits in der Gegenwart »überall einen stillen Massenmord«.

    Überraschend ist diese Krise nicht über die Welt gekommen. Ein Warnender war während der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung im Juni 1992 (!) Fidel Castro, der eindringlich prophezeite: »Eine wichtige biologische Art läuft Gefahr, wegen der raschen und progressiven Vernichtung ihrer natürlichen Lebensbedingungen auszusterben: der Mensch. Weniger Luxus in wenigen Ländern würden dazu beitragen, dass es weniger Armut auf der Welt gibt. Möge der Hunger verschwinden und nicht der Mensch!« Ovationen. Auch US-Präsident George Bush senior applaudierte.

    Was ist seitdem geschehen? Hunderte Konferenzen, die Abertausende Seiten Papier hinterließen. In der Praxis kaum etwas. Und schon sind die ersten Tumulte ausgebrochen, in Mexiko, Haiti, auf den Philippinen, Marokko, Indonesien, Bangladesch, Pakistan und in Westafrika.

    Auf Gipfeltreffen in Managua, Havanna, Lima, Santiago de Chile, Genf oder Panama wird mit größerer Ernsthaftigkeit debattiert, aber nach wie vor gibt es Abwiegler, die zynisch alle alarmierenden Tatsachen zu neutralisieren versuchen: Die Natur sei einfach unbesiegbar.

    Der akute Nahrungsnotstand für die Hälfte der Menschheit wird jedoch wenig Raum für Ausflüchte lassen. Schon heute verhungern in der Dritten Welt stündlich 25 000 »Wegwerfmenschen«.

  15. Hallo Yoani.
    Du möchtest erwachsen werden?
    Dann kämpfe bitte für den Erhalt des mühsam erkämpften Sozialismus in Kuba, verstehe die Zusammenhänge und arbeite an Verbesserungen.

    Warum hält man Dich und die anderen Menschen in Kuba fern von den kapitalistischen Versuchungen?
    Weil das Geld und die vermeintliche Aussicht auf verbrecherisch erworbenen Reichtum die Menschen krank macht.
    Menschen wie Du liebe Yoani, sind gerade dabei krank zu werden vor lauter Gier nach Besitz und ihr wollt euer schönes Land jetzt am liebsten verkaufen, denn darauf wird es hinauslaufen. Mr.Bush reibt sich jetzt schon die Hände und unsere deutsche Kanzlerin, Frau Merkel auch.

    Du weisst garnicht, wie gut ihr es haben könntet, würdet ihr nur etwas dafür tun.
    Lerne Gemüse und Obst anbauen und lehre es den anderen Menschen.
    Jeder sollte in seinem Garten soviel anbauen, wie es nur geht. Ihr habt soviel ungenutztes Land! Nehmt es Euch!
    Ihr verpasst hier im Kapitalismus nichts! Glaube mir.
    Ihr habt soviel Liebe und Lebensfreude in Euch, diese werdet ihr hier dann verlieren.Garantiert!
    Behalte sie, denn etwas wertvolleres gibt es nicht!

    Und warum wird Kuba von den westlichen Staaten boykottiert?
    Sie haben etwas gegen freiheitlich denkende Menschen.Denn Sozialisten betonen besonders die Grundwerte Gleichheit, Gerechtigkeit und Solidarität
    Unsere Nachrichten und Sender sind ähnlich beschnitten wie bei Euch, nur ist es nicht so offensichtlich und der Grossteil der Bevölkerung ist hier zu dumm um es zu erkennen.
    Da seid ihr uns klar im Vorteil, denn Fidel Castro hat erkannt, dass Bildung und Gesundheit das wichtigste Gut im Leben ist.
    Es gibt bei uns nur sehr einseitige Berichterstattung.
    Die Fernsehsender sind bei uns bis auf ein paar Ausnahmen privatisiert und finanzieren sich durch Werbung der Wirtschaft.
    Du kannst dir denken, dass die Wirtschaft kein Interesse an Sendern hat, welche wirkliche Aufklärung über den Kapitalismus leisten und den Menschen klarmachen, dass sie alle die Mörder der verhungernden Menschen sind.

    Jeden Tag auf diesem Planeten sterben 100.000 Menschen an Hunger oder seinen unmittelbaren Folgen.
    Letztes Jahr laut World Food Report ist alle 5 Sekunden ein Kind unter sieben Jahren verhungert.
    Ich weiss nicht ob Du es weisst, die Menschheit ist jetzt in der Lage, 12 Milliarden Menschen zu ernähren.
    Warum stehen mindestens 1/7 der Menschen unmittelbar vor dem Hungertod?
    Dies ist die Konsequenz des Kapitalismus! Anders kann er nicht funktionieren! Das sind seine Spielregeln.
    Wer anderes behauptet ist ein Lügner, liebe Yoani.

    Denn der Kapitalismus ist ein System, daß uns und unsere Lebensbereiche kaputt macht.
    Dieses System beruht auf der Ausbeutung der ArbeiterInnenklasse – jener Klasse, die gezwungen ist, ihre Arbeitskraft zu verkaufen – durch die Klasse der Kapitalisten.

    Diese Maschinerie der Ausbeutung und Unterdrückung saugt Kraft und Lebensenergie aus unserem
    Geist und Körper und erzeugt Frustration und Aggression.

    Ein Kind, das am Hunger stirbt, wird von den Menschen in den kapitalistischen Staaten ermordet.
    Damit habt ihr in Kuba nichts zu tun, da ihr niemanden ausbeutet.

    Kannst Du darauf nicht stolz sein?—Du solltest es!
    Zieh den Schnuller raus und tue etwas für dein Land.Aber bitte verkaufe es nicht an den Imperialismus!

    Alles, alles Gute für Dich und dein Land, wünsche ich Dir und vor allem: einen klaren und wachen Verstand.

    Du darst mir gerne schreiben, ich würde mich sehr freuen!

  16. Ein fantastisches Bild!
    Und es verdeutlicht auch das für „uns“ so merkwürdige Verhalten der Menschen in Kuba. Wie eine Dose Haarwachs geöffnet wird, um daran zu schnuppern- … oder die Unbeholfenheit, mit der uns allgegenwärtigen Dingen begegnet wird. Man kennt nicht so viel, wie soll man wissen, wie etwas funktioniert?

    Weshalb ich manchmal besorgt daran denke, wie der Westen damals die DDR „überrannt hat“, was aus den Menschen geworden ist, so ahnungslos und „unreif“ noch in vielen Dingen.

  17. Das Erwachsenwerden dauert in Kuba leider etwas sehr lange – so wie alles andere auch immer viel länger dauert als anderswo. Ich hoffe, dass sich das langsame Oeffnen der vielen Schlösser und geschlossenen Fenster ungebrochen fortsetzt.
    Leider wurde ein wichtiges Fenster aus Angst vor dem Licht der Welt von der Regierung wieder geschlossen – es ist eine Schande, dass Yoani den Preis in Madrid nicht hat persönlich entgegen nehmen können – aber erteilt ist er trotzdem! Und die Bekanntheit wird dadurch nur noch grösser, ebenso wie das Unverständnis für das Verhalten der Regierung.
    Mach weiter Yoani !

  18. Dank Yoani koennen wir ersehen wie das Leben heute in Kuba im Detail aussieht.Schon in Habana zu leben bedarf einer Erlaubniss, das Brot nur mit Karte und schlechter Qualitaet, Erziehung eine Gaengelei und Zwang!!Wir sehen das von draussen und wissen nicht die Einzelheiten die uns Dank Yoani zur Kenntniss kommen,Es wundert einen wie lange das gehalten hat.Aber die Sache kommt in Bewegung – hoffemtlich dauert die Quaelerei nicht niehr so lange!!

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