Konzert um dieses ermüdende 2007 zu beschließen

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Zusammengedrängt im Hof des „Zentrum Pablo“ hören wir wieder Perdo Luís Ferrer. Die Samstagnacht des 22. Dezember legte sich über uns während wir seinen Gedichten und Liedern lauschten, froh das er wieder da war – unter uns – der Dicke mit der Gitarre. Pedro hat sich verändert und ist doch gleich geblieben. Er hat neue Themen, die uns in die Straßen Madrids versetzen und schiebt seine bekannten Akkorde traditioneller kubanischer Musik dazwischen.

Das Lied, das er seinem Freund Jesús Díaz gewidmet hat, in dem er gesteht „wenn ich nicht aus Kuba weggehe, verstehst du nicht warum ich bleibe“ hat mich in meiner Verrücktheit bestätigt hier zu bleiben und das Licht am Leuchturm der El Morro Festung auszumachen. (Oder um es wieder anzumachen, wer weiss?). Das und vieles andere verdanke ich diesem Sänger, der nach sieben Monaten wieder vor sein Publikum zurückkehrt – auch wenn er nicht mehr der selbe ist – uns zum Lachen bringt und uns komplizenhafte Blicke zuwirft beim: „Großvater hat einen Revolver und ein Messer, / und bevor sie ihm die nicht wegnehmen, ist Großvater eine Gefahr (…) / auch wenn du denkst dass nicht, sag ihm das doch / schlecht für Dich, wenn du ihm widersprichst“.

Pedro, du warst das beste in diesem langweiligen und farblosen Jahresende. Viel realer als die gebratenen Bananenscheiben, die Yuca mit Sauce oder die begrenzte Portion Schweinefleisch (ich weiss dir wird dieser Vergleich gefallen, weil vom Naschhaften merkt man deinen Liedern und deiner Gestalt nichts an).

Ich werde mir als Vorsatz für 2008 – das schon an die Tür klopft – ein paar Verse von Dir nehmen: „wir müssen die volle Demokratie aufbauen, / damit mich niemand zwingt zu sagen, was ich nicht will“.

Ich überlasse Euch dem Text und dem Lied, das im Konzert vorkam und ihm seinen Titel gab:

    Lied zum Jahresende

    Jetzt da sie mir erlauben zu kritisieren:
    Wie schön sind deine Augen, mein Leben!
    Mir gefällt deine Art zu tanzen
    Und die Grundeigenheit deiner Freude

    Jetzt da sie mir erlauben zu kritisieren:
    Gehe ich an den Malecon und erwarte den Tag;
    Ich will mich dem Ausruhen hingeben;
    Die Blume im Garten sind so schön…

    Jetzt da sie mir erlauben zu kritisieren:
    Weihe ich eine Hose und ein Hemd ein;
    Wir haben eine Hängematte am Eingang angebracht
    Und einen Klingel die wie ein Glöckchen klingt.

    Jetzt da sie mir erlauben zu reden
    Und Schrei und Zeter in Mode sind:
    Ich möchte mich über deine Beine hermachen,
    Die Art wie du dich kleidest und dich setzt.

    Jetzt da sie erlauben:
    Ist die Straße voll,
    Die Gerüchte und Witze,
    Der Himmel und die Sterne.

    Jetzt da sie mir erlauben zu kritisieren:
    Kaufe ich einen Computer und einen Tiegel;
    Mein Freund fragte zur Abwechslung:
    Der Mond ist rund und genussvoll.

    Perdo Luís Ferrer

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2 Gedanken zu „Konzert um dieses ermüdende 2007 zu beschließen

  1. Buenas noches Yoanni,
    lo siento no puedo escribir en castellano, es demaciado difficil.
    Ich habe deine Notizen gelesen und bin sehr bewegt. Ich hoffe, Kuba wird sich ein wenig in die Richtung verändern, wie Du und so viele andere es wünschen. Kuba war und ist für viele ein Symbol für eine andere Gesellschaft! Aber wie bestehen gegen eine Übermacht der sozialistischen Diktatur und den Gelüsten der „freien Martwirtschaft“? Solch ein kleines Land und voller Talente und Ideen! Ich wünsche Dir und Deinen Mitstreitern weiterhin Glueck und Mut zu Euren Aktionen und das die Menschlichkeit und Vernunft das Schicksal Eurer Insel entscheiden.
    Mucha Suerte!
    Klaus
    Ps: den Hinweis auf Deine Adresse habe ich von Wofgang Petersen, der Kuba liebt, und für den letzten Aufenthalt in Begleitung Deines Mannes sehr dankbar ist.

  2. Hallo Yoanni,
    erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem interessanten Blog. Ich lese ihn seit heute….
    Wenn ich das nächste mal auf Cuba bin, werde ich versuchen, Dich ein wenig zu unterstützen, damit Du öfter ins Internet kannst. Wenn ich Dich finde!
    Jedenfalls mach weiter damit!! Ich beneide Dich um Deinen Mut…
    Liebe Grüße aus Leipzig von Stefan

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