Überlebender

pilon

Heute zeige ich euch die älteste Neonreklame meines Wohnviertels im Zentrum Havannas. Mit ihren roten Buchstaben lädt die Werbung dazu ein, eine Tasse Pilón-Kaffee zu trinken, obwohl in diesem Lokal nur eine lauwarme Brühe aus einem undefinierbaren Pulver angeboten wird.
Kaum zu glauben, aber das Gebilde hat sowohl die Steinwürfe der Kinder überlebt, als auch das Vorhaben des Staates, alle Marken verschwinden zu lassen, die uns an die Vergangenheit erinnern. Dieses “Fossil” hängt immer noch in der Galiano-Strasse, auch wenn sich seine Innenbeleuchtung schon seit Jahren nicht mehr anschalten lässt und man an der kleinen Theke unter ihm keinen Kaffee mehr trinken kann, der ohne Erbsen* gemacht ist.

Anmerkung des Übersetzers:
*Um echten Kaffee gegen Devisen verkaufen zu können, werden in Kuba zur Kaffee-Versorgung der einheimischen Bevölkerung oft geröstete Erbsen gemahlen und mit Kaffeepulver gemischt verkauft.

Übersetzung: Werner Jäckle

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4 Gedanken zu „Überlebender

  1. als Touristin in Kuba hatte ich keinerlei Mangel zu leiden, es gab alles von Früchten bis zu Früchten des Meeres und auf Kaffe musste man lediglich mal verzichten, weil die Kaffeemaschine kaputt war – auch in den casa particulares wurde man mit allem versorgt.Erst auf diesem blog habe ich die Schwierigkeiten und Nöte der Bevölkerung kennen gelernt und bin seither regelmässige Besucherin. Ich liebe das Land und die Leute und hoffe mit ihnen auf Besserung. Dank auch an die Übersetzer!

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