Telenovelas oder Realität

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Für Mariana und Paulo

Eines Tages wird man die Geschichte unserer letzten Jahrzehnte anhand der brasilianischen Fernsehserien erzählen müssen, die auf dem kleinen Bildschirm gelaufen sind. Wir werden den Spezialisten zuhören, die Parallelen herstellen zwischen der Anzahl der vor dem Fernseher vergossenen Tränen und der Ausprägung der im wahren Leben eingenommenen Haltung von Resignation oder Aufbegehren. Forschungsobjekt wird auch die Hoffnung sein, die jene Person – aus den Seifenopern im Fernsehen – in uns erweckte, der es gelang, das Elend zu verlassen und ihre Träume zu verwirklichen.

In dieser möglichen Analyse muss ohne Zweifel auch die leidvolle Geschichte von Die Sklavin Isaura enthalten sein. Diese Mischlingsfrau, die einem grausamen Herren entkam, paralysierte unser Land, und ihretwegen weigerten sich die Passagiere eines Zuges einmal einzusteigen, sie blieben im Bahnhof, während die letzte Folge ausgestrahlt wurde. Sie diente uns auch als Quelle von Analogien zwischen dem Sklavenhalter, der seiner Dienerin nicht die Freiheit gab, und jenen, die sich wie unsere Herren benahmen, indem sie alles kontrollierten. In eben diesen Jahren ließen sich die Freundinnen meiner Mutter in Massen scheiden, angeleitet durch die unabhängige Persönlichkeit von Malú, die eine Tochter allein großzog und keinen BH trug.

Dann kam das Jahr 1994, und der “Maleconazo”* zwang die Regierung, gewisse wirtschaftliche Öffnungen vorzunehmen, die sich in Zimmervermietung, privaten Taxis und privat geführten Restaurants verwirklichten. In dieser Zeit sahen wir den Plot einer Produktion aus Rio de Janeiro, welche dadurch direkt Einfluss nahm auf die Namensgebung dieser neuen Situation. Die Kubaner tauften die von gewöhnlichen Leuten betriebenen Restaurants Paladar, gleich der Lebensmittelfirma, die der Hauptdarsteller in Vale todo gegründet hatte. Die Geschichte einer armen Mutter, die Essen am Strand verkaufte und am Ende ein großes Unternehmen gründete, schien uns vergleichbar mit jener der kürzlich aufgetauchten “Selbständigen”, die das Wohnzimmer ihres Hauses herrichteten, um seit Jahrzehnten verschwundene Gerichte anzubieten.

Danach begannen die Dinge komplizierter zu werden, und es kamen Serien, in denen Bauern ihr eigenes Land forderten, fünfzigjährige Frauen Zukunftspläne schmiedeten und Reporter einer unabhängigen Tageszeitung mehr Leser gewinnen konnten. Die Drehbücher dieser Dramen sind schließlich, – auf dieser Insel – ein Schlüssel dafür geworden, unsere Realität zu deuten, sie mit anderen zu vergleichen und sie zu kritisieren. Daher sitze ich, drei Tage pro Woche, vor dem Fernseher, um zwischen den Zeilen die Konflikte zu lesen, die jeden Schauspieler umgeben, denn aus ihnen entstehen viele der Verhaltensweisen, die meine Mitbürger am nächsten Morgen annehmen werden. Sie werden mehr Hoffnung oder mehr Geduld haben, teilweise “dank” oder “durch die Schuld” dieser Fernsehserien, die aus dem Süden zu uns kommen.

Übersetzung: Werner Jäckle

Anmerkung des Übersetzers:
* Maleconazo: Spontane Unruhen am 5. August 1994 am Malecón (Havannas Küstenstrasse)

Was werden sie mit den Fahnen tun?

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Nachts erhellte ein rotes Leuchten ein Stück des Malecón, genau dort, wo das Pfeifen der Aufpasser anzeigt, dass sich niemand hinsetzen darf. Die Interessenvertretung der Vereinigten Staaten besaß eine Leuchtschriftanzeige – die nur wenige lesen konnten – zur Übertragung von Nachrichten, Artikeln aus der Deklaration der Menschenrechte und politischen Botschaften. Vor ihr verhinderte ein Wald aus Fahnen, dass auf Augenhöhe eines Menschen ihre durchlaufenden Buchstaben gesehen werden konnten. Mit ihrem andauernden Flattern verursachen die riesigen Tücher in der Umgebung einen Lärm, der es schwierig macht, in den angrenzenden Häusern zu schlafen.

Auch wenn die offizielle Aussage lautet, dass die 138 Masten dort seien, um an die Opfer des Terrorismus zu erinnern, wissen wir alle, dass sie den Zweck erfüllen, die Ankündigungen – fast vollständig – abzudecken, die in den Fenstern der SINA* erscheinen. Die Anzeige auf der einen Seite und die Fahnen auf der anderen waren das sichtbare Symbol der Konfrontation zwischen den beiden Regierungen, deren weitere Entwicklung immer noch schwer vorherzusagen ist. Um den sich wiederholenden Konfliktverlauf abzuändern, haben die US-Amerikaner vor wenigen Tagen die Leuchtanzeige abgeschaltet, die zur Strasse hin projizierte. Kurz davor wurden auch die Plakatwände, welche die kubanische Seite auf dem gegenüber liegenden Gehweg platziert hatte, und die in höhnischem oder beleidigendem Ton abgefasst waren, entfernt.

Die Frage, die sich viele von uns stellen, ist, was mit den flatternden Tüchern passieren wird, jetzt, da es keine Sätze mehr gibt, die sie verbergen sollen. Die enormen Kosten, die entstehen, um die durch den Wind beschädigen Leinenstoffe zu ersetzen, und um die – durch das Salzwasser stark angegriffenen – Masten zu erhalten, verlieren ihren Sinn, wenn auf der anderen Seite keine Texte mehr existieren. Die Fahnen zu demontieren wird eine Geste sein, die etwas später kommen wird, aber am Ende wird sie erfolgen. Eines Tages werde ich die Küstenstrasse meiner Stadt entlanggehen, und nichts wird die Einheit der beiden blauen Farben von Himmel und Meer unterbrechen.

Wenn nun schon die Digitalanzeige mit ihren Botschaften abgeschaltet wurde, dann ist es auch Zeit, die Fahnen einzuholen, welche sie verdecken sollten.

Anmerkung der Übersetzer:
* SINA: Sección de Intereses de Estados Unidos, Interessensvertretung der Vereinigten Staaten in Kuba

Cabot

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Foto: Medaille des Cabot-Preises

Vor Jahren habe ich mich abrupt von der Welt der Akademiker und Intellektuellen abgewandt, angewidert davon, so oft eine Maske vor den Gesichtern meiner Professoren und Mitstudenten zu sehen. Heute beginnt meine Reise zurück in den Bereich der Universität in Form der besonderen Erwähnung beim María-Moors-Cabot-Preis * für Journalismus, den mir die Columbia-University* verliehen hat. Ein Preis, den ich – neben anderen Dingen – für meine Ablehnung erhalten habe, diese “kultivierte” Komplizenschaft mit zu tragen, welche in den kubanischen Geisteswissenschaften zu entdecken mich so sehr frustrierte.

Indem ich einer Gelehrtheit der Bücher – fern der Realität – entkam, war ich im anderen Extrem angekommen: dem der Schaltkreise und des Binärcode. Es gibt jedoch Wege, die uns immer wieder an den gleichen Ort führen, und die bewirken, dass eine abtrünnige Philologin wieder die Gewohnheiten der Akademie annimmt. Insbesondere wenn diese Rückkehr in die Welt der Roben und Diplome deshalb erfolgt, weil ich mich im Cyberspace wie eine freie Person verhielt.
Ich denke, ich werde das Ansehen und den Schutz, den der Cabot-Preis mit sich bringt, dafür nutzen, die kubanische Blogger-Szene weiter wachsen zu lassen. Das alternative Treffen*, das uns jede Woche vereint, ist an einem Punkt angekommen, an dem es eine echte Blogger-Akademie werden muss. Da ich, um dieses Projekt durchzuführen, nicht auf die Erlaubnis warten will, eine Schule für digitalen Journalismus eröffnen zu dürfen, werde ich damit beginnen, auch wenn ich mich damit am Rande der Legalität und von bürokratischen Formalismen bewege. Die Auszeichnung, die ich heute erhalten habe, kann dazu beitragen, dass hier eine neue Art von Bildung entsteht, ohne ideologische Bedingungen, ohne jene hässlichen Masken, die mich einst der akademischen Welt den Rücken kehren ließen.

Übersetzung: Werner Jäckle

Anmerkung der Übersetzer:
*Cabot-Preis: renommierter internationaler Preis für unabhängigen Journalismus, vergeben in Latein- und Nordamerika für die Förderung des Verständnisses zwischen USA, Lateinamerika und Karibik. Es gibt Preisträger und besondere Erwähnungen.

*Columbia-University für Journalismus in New York, die auch den Pulitzer-Prize vergibt.

*alternatives Bloggertreffen: wöchentliches Treffen von Bloggern an wechselnden Orten von Kuba. Yoani gibt Unterricht im Umgang mit Word-Press und fördert damit die Bloggerszene auf Kuba.

Milch, Wasser und Schatten

Die Worte von Raúl Castro am 26. Juli 2007 * wurden von der Bevölkerung die „Milchrede“ genannt wegen seines Aufrufs, die Milchproduktion zu erhöhen. In jener anderen Rede – die er ein Jahr später hielt – setzte er tiefer an und versprach nur die Lösung der Wasserprobleme in der Provinz Santiago de Cuba. Alles scheint darauf hinzudeuten, dass seine Ansprache von diesem Sonntag sich durch den Einleitungssatz in Erinnerung bringen wird: „ich bin sicher, dass mich niemand von euch sehen kann, ihr werdet, wenn überhaupt, nur einen Schatten sehen, das bin ich“.*

Der General verkündete nichts außergewöhnliches, noch erwähnte er den Olivenzweig, von dem er einmal sagte, dass er bereit sei, ihn der nordamerikanischen Regierung zu überreichen. Ebenso wenig ging er genauer auf Zukunftsprojekte ein, noch auf Maßnahmen, um aus der Krise herauszukommen, auch bestätigte er weder die Feiern zum sechsten Kongress der Kommunistischen Partei, noch dementierte er sie. Er beschränkte sich nur darauf, über die nächsten Treffen der Staatsorgane zu informieren, wo – wie es scheint – einige Entscheidungen getroffen werden. Die Sonne von Holguín* fand einen Platz voller weißer und roter Pullover vor, präsidiert von einem betagten Redner, der nicht viel zu sagen hatte. Der Applaus erklang ohne Enthusiasmus und über den Bildschirm meines Fernsehers spürte ich den allgemeinen Wusch, dass die Formalität der Feier möglichst bald enden möge.

Als sie nach Hause gingen, hatten die mehreren tausend Leute, die bei dem Akt zugegen waren, wohl sehr wenig zu erzählen, außer der neckischen Bemerkung über das Gegenlicht, das jemanden im Halbschatten zeigte, der nie durch eigenes Leuchten erstrahlt war. Das war die „Schattenrede“, weil Licht etwas ist, was selbst Despoten nicht zähmen können und sich wenig um Militäruniformen schert. Raúl Castro hat recht: wir können ihn nicht mehr sehen, da die Abenddämmerung, die er repräsentiert, jeder Leuchtkraft entbehrt und das schon seit langer Zeit.

Anmerkung der Übersetzerin:
* Der 26. Juli ist der Jahrestag eines Überfalls der Revolutionäre auf Miltärbaracken in Santiago de Cuba 1953. Dieses Ereignis, damals ein Fehlschlag, viele der Rebellen starben und Fidel wurde gefangen genommen, wird als Geburt der kubanischen Revolution bezeichnet.
*Text des Videos
*Großstadt im Osten von Kuba

Übersetzung: Iris Wißmüller / iris.wissmueller@gmx.de

Tschüs den Schulen auf dem Land

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Die Idee, in den Voruniversitätsschulen* das Lernen mit Arbeit zu verbinden, erschien auf dem Papier sehr gut. Sie brachte etwas von dem frischen Wind unvergänglicher Zukunft in jenes Büro, wo die Idee in eine ministerielle Verordnung umgewandelt wurde. Aber die Realität – so starrköpfig wie immer – machte daraus ihre eigene Umformung der Schulen auf dem Land. Die Tonerde, die man aus Liebe zur Furche zu formen versuchte, bestand aus jungen Leuten, die – zum ersten Mal – fern der väterlichen Kontrolle auf Wohn- und Ernährungsbedingungen stießen, die stark von ihren Erwartungen abwichen.

Ich, die ich der „neue Mensch“ hätte sein müssen und doch nur mit Mühe ein „guter Mensch“ werden konnte, machte meine Ausbildung auf einer dieser Stipendienstellen in der Kleinstadt Alquízar in der Provinz Havanna. Ich kam mit 14 Jahren dort an und verließ den Ort mit einer Hornhautentzündung, einem Leberschaden und einer Härte, die man erwirbt, wenn man zu viel gesehen hat. Bei der Einschreibung glaubte ich noch an die Märchen vom Arbeitsstudium; beim Abgang wusste ich, dass viele meiner Schulkameradinnen Sex gegen gute Noten tauschen oder eine Übererfüllung bei der landwirtschaftlichen Produktion vorweisen mussten. Die kleinen Salatpflänzchen, die ich jeden Nachmittag entkrautete, hatten ihren Gegenpart in einer Herberge, in der Rowdytum herrschte, mangelnder Respekt vor der Privatsphäre und das harte Gesetz des Stärkeren.

Just an einem von jenen Nachmittagen, nach drei Tagen ohne Wasser und mit dem sich wiederholenden Gericht aus Reis und Kohl, schwor ich mir, dass meine Kinder nie auf eine Voruniversität auf dem Land gehen würden. Ich machte das mit der Wut des jungen Menschen, die sich – mit den Jahren – abmildert und uns die Unmöglichkeit, bestimmte Versprechen zu erfüllen, erfahren lässt. So gewöhnte ich mich an den Gedanken, Essenskörbe füllen zu müssen, wenn Teo auf einer solchen Schule wäre, hören zu müssen, dass sie ihm die Schuhe gestohlen hätten, dass er in der Dusche bedroht worden sei oder dass ein größerer ihm das Essen weggenommen habe. All diese Bilder, die ich erlebt hatte, kehrten wieder, als ich an die Internatsschulen dachte.

Zum Glück scheint das Experiment zu Ende zu gehen. Die geringe Produktivität, die Ansteckungsgefahr, der Verlust von ethischen Werten und das niedere akademische Niveau haben diese Ausbildungsmethode zum Scheitern gebracht. Nach Jahren von wirtschaftlichen Verlusten, da die Schüler mehr verbrauchten, als was sie aus der Erde herausholen konnten, kamen unsere Autoritäten zu der Überzeugung, dass der beste Platz für einen Jugendlichen an der Seite seiner Eltern ist. Leider haben sie das baldige Ende dieser Schulen verkündet, ohne sich öffentlich bei uns zu entschuldigen, die wir Versuchskaninchen eines gescheiterten Experiments waren; bei uns, denen die Voruniversitätsschulen auf dem Land einen Teil ihrer Träume und ihrer Gesundheit geraubt haben.

Anmerkung der Übersetzerin:

*preuniversitario (3 Jahre) entspricht bei uns der Oberstufe des Gymnasiums

Übersetzung: Iris Wißmüller / iris.wissmueller@gmx.de

Reliquien und Erinnerungen

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Foto: Man muss schießen können und zwar gut. Fidel *

Ein Leser von Generation Y schickte mir ein Stück der Berliner Mauer. Das Stückchen Beton ist bei mir angekommen, die ich auch von bestimmten Grenzen umschlossen bin, unberührbaren, aber nicht weniger strikten. Der mit Resten von Graffiti bemalte Stein hat vor meinem geistigen Auge eine unmögliche Ansammlung von jenem aufsteigen lassen, was dazu beigetragen hat, die Kubaner zu trennen. Um es mit einem lateinamerikanischen Schriftsteller zu sagen, es wäre ein Defilee von „den Dingen, all diesen Dingen“, die Trennung und Spannungen zwischen uns, die wir diese Insel bewohnen, bewirkt haben.

Ich würde zu dieser seltsamen Ansammlung von Dingen ein Stück Stacheldraht hinzufügen, der einmal die UMAP*, Militäreinheit zur Unterstützung der Produktion, umgab; einen Splitter der Nuklearraketen*, die einmal auf unserem Land stationiert waren und uns alle an den Rand der Auslöschung brachten; eine dieser Seiten, auf der Millionen unterschrieben, – ohne die Option zu haben, „nein“ anzukreuzen -, dass der Sozialismus* unumkehrbar sei und einen Holzsplitter von den Stöcken, die am 5. August 1994* auf Havannas Malecón Köpfe einschlugen. Bei der Kollektion fehlte auch noch ein wesentliches Stück, wenn ich es nicht hinzufügte, eine Schale der Eier, die beim Exodus von Mariel* flogen. Einige Milliliter der Tinte von den Berichten und Denunziationen, die in den letzten Jahren so überhand genommen haben. Es wäre auch kein Museum geeignet, die Personen und Situationen aufzunehmen, die wie eine große Barriere aus Ziegelsteinen und Zement zwischen uns gewirkt haben.

Jeder Kubaner könnte sein eigenes Repertoire zusammenstellen von den Mauern, die uns immer noch umgeben. Viel schwieriger scheint es, eine Liste zu erstellen von dem, was uns eint, von den möglichen Hämmern und Meißeln, mit denen wir die Mauern, die noch zwischen uns bestehen, niederreißen werden. Deswegen hat mich das Geschenk dieses häufigen Kommentarschreibers glücklich gemacht, da ich den Eindruck habe, dass auch unsere Barrieren und Trennungen – eines Tages – Objekte sind, die nur noch für Sammler vergangener Dinge Wert haben.

Übersetzung: Iris Wißmüller /iris.wissmueller@gmx.de

Anmerkungen der Übersetzerin
(siehe auch:http://en.wikipedia.org/wiki/History_portal):

*Foto: Yoani und ihr Fotograph machen gerne Wortspiele. Eine weitere Bedeutung von “tirar” ist wegwerfen und das passt gut zum Text.

*UMAP: waren bewachte Arbeitslager zur Umerziehung von Antisozialisten

*Nuklearraketen: spielt auf die Kubakrise zwischen USA und Sowjet Union 1962 an, als es beinahe zum 3. Weltkrieg kam.

*1994: ein spontaner Protest gegen die Restriktionen der Sonderperiode auf Havannas Seepromenade Malecón

*unumkehrbarer Sozialismus: 2002 wurde die kubanische Verfassung durch die Unterschrift von 8 –9 Millionen Kubanern dahingehend verändert. Das war die Reaktion auf das Varelaprojekt, bei dem 11000 Unterschriften für ein Referendum plädierten, das Persönlichkeitsrechte, wie die freie Rede, garantieren sollte.

*Mariel: 1980, in einer Phase des wirtschaftlichen Niedergangs, beschlossen 125 000 Kubaner, ihre Insel vom Hafen Mariel, 40 km westlich von Havanna, aus zu verlassen, sie wurden wie Abtrünnige unter Schimpf und Schande verabschiedet.

Grenzen überschreiten

Sieben Monate, nachdem ich in einer dunklen Polizeistation gewarnt wurde: “Sie haben alle Grenzen überschritten”, fahre ich noch immer nach Pinar del Río, um beim regelmäßigen Bloggertreffen zu unterrichten. Das Verbot unserer Treffen vom 6. Dezember hat das Virus nicht eingedämmt, das uns in Form von Online-Veröffentlichungen erfasst hat; statt dessen wurde dadurch bei vielen der Wunsch noch verstärkt, sich anstecken zu lassen.
Hier ein paar Fotos vom Sonntag aus dem Westen des Landes, als ich die Leute in die Tiefen von WordPress einführte und ihnen Tricks beibrachte, wie man ein Blog aktualisiert.

Übersetzung: Iris Wißmüller/iris.wissmueller@gmx.de

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