„Sit-in“ der Blogger

Ich komme allmählich zu der Überzeugung, dass der Einfluss des Internets auf unsere Realität größer ist, als ich selbst dachte. Nachdem wir mehrere Tage nicht ans Netz gehen konnten in Hotels wie dem Meliá Cohiba, dem Panorama und dem emblematischen Hotel Nacional, scheint das Verbot aufgehoben worden zu sein. Ich sprach heute mit denselben Angestellten, die mir vor zwei Wochen die Bestimmung zeigten, die Kubaner von der Benutzung dieses Services in den touristischen Einrichtungen ausschloss. Sie sagten mir, ich könnte die verflixte Karte, die die Tür zur virtuellen Welt öffnet, schon wieder kaufen.

Vielleicht klingt es ein wenig überheblich, aber ich glaube, wenn wir während der letzten Tage nicht diesen Krach geschlagen hätten, indem wir eine solche Apartheid anprangerten, dann hätten sie uns diese Zugangsmöglichkeit genommen. Sie geben doch nach, wenn man sie unter Druck setzt, sie müssen doch ihre Pläne nachbessern, wenn die Bürger ihre Stimme erheben und die internationalen Medien das Echo zurückwerfen. Wir konnten das schon beim Fall Gorki beobachten und diese Berichtigung bestätigt uns, dass Schweigen nur dazu führt, dass sie uns noch mehr Raum nehmen. Lasst uns das ausnutzen, dass sie jetzt sagen, die Kubaner „dürfen Zugang zum Internet haben“ und nehmen wir das als öffentliche Verpflichtung. Zwingen wir sie, sie einzuhalten und wenn nicht, dann gibt es immer noch Twitter, Facebook und SMS, um zu protestieren, wenn sie uns wieder ausschließen wollen.

Am Montag stellten wir, ein Dutzend Blogger, Nachforschungen in mehr als 40 Hotels der Stadt an. Mit Ausnahme des Occidental Miramar, behaupteten alle, die Vorschrift nicht zu kennen, die Kubanern den Zugang zum Internet untersagte.

Übersetzung: Bettina Hoyer, Iris Wißmüller, Sebastian Landsberger