Im Krebsgang: ein Schritt vor, zwei zurück

matadero_aves

Ein paar Tage war ich ohne Zugang zum Internet, weil ein neues Hindernis auf dem Weg der alternativen Blogger aufgetaucht ist. Verschiedene Hotels des Landes verlangen für den Zugang zum Netz den Nachweis, dass man an einem Ort außerhalb des kubanischen Archipels wohnt. Die Angestellten am Empfang sagen mir, obwohl sie – genau wie ich -Einheimische sind, dass dieser bläuliche Ausweis mich nicht dazu berechtigt, ins große weltweite Spinnennetz zu springen. „Das ist eine Anordnung von oben“, erklärt mir eine Frau, als ob eine solche Entscheidung auf einer anderen als der Regierungsebene gefällt worden sein könnte.

Es scheint mir schwierig, mich über Nacht in eine Ausländerin zu verwandeln. So bleibt mir nur, gegen ein derartiges Verbot zu protestieren und die Existenz einer neuen Apartheid öffentlich zu machen. Ich werde wieder auf die Verkleidung als Touristin zurückgreifen müssen, obwohl ich dieses Mal eine so komplizierte Sprache wie das Ungarische lernen sollte, um diejenigen zu täuschen, die Karten für den Zugang ins Netz verkaufen. Vielleicht muss ich mich in den Hotels herumdrücken, bereit, die Ausländer darum zu bitten, dass sie für mich diesen Zugangsschlüssel kaufen, der mir verboten ist, diesen Passierschein, für den ich „keine Kubanerin“ sein darf.

Übersetzung: Bettina Hoyer, Iris Wißmüller, Sebastian Landsberger