Hauen wir auf die Pfanne!

escuelita

Die alten Gerätschaften, die zur Ernährung der Familie dienen, können sich, sollte es soweit kommen, in den Stimmzettel verwandeln, den wir nicht in die Wahlurne stecken können, und in die Hand, die wir bei der politischen Versammlung nicht zu heben wagen. Jedes Objekt ist geeignet, wenn es darum geht, die Aufmerksamkeit zu erringen: ein Tuch, das man vom Balkon hängen lässt, eine Zeitung, die man in der Öffentlichkeit hin- und herschwenkt oder eine Pfanne, die man im Chor mit anderen schlägt. Der große metallische Chor, den die Löffel und die Pfannen formieren, könnte an diesem 1. Mai um 20:30 Uhr unsere Stimme sein und das ausdrücken, was uns im Halse stecken geblieben ist.

Die Beschränkungen beim Betreten und Verlassen von Kuba haben schon zu lange angedauert. So werde ich meinen Topf klingen lassen für meine Eltern, die nie das Meer, das uns von der Welt trennt, überqueren konnten. Die Symphonie der Töpfe werde ich auch für mich anstimmen, dazu verdammt, in den letzten zwei Jahren nur virtuell zu reisen. Ich werde den Rhythmus des Löffels beschleunigen, wenn ich an Teo denke, verurteilt zu endgültigem Exil, wenn es ihm in den Sinn käme, ein Flugzeug vor seinem 18. Geburtstag zu besteigen. Ich werde den Topf scheppern lassen für Edgar, der sich im Hungerstreik befindet, nachdem sein Ausreiseantrag zum siebten Mal abgelehnt wurde. Am Ende des Metallkonzertes werde ich ein paar Noten Marta widmen, die kein grünes Licht bekam, um ihre Enkelin, die in Florida geboren wurde, zu besuchen.

Nach so vielen Schlägen auf den Boden der Pfanne wird sie wohl nicht mehr dazu taugen, ein einziges Ei zu braten. Für die lebensnotwendige „Nahrung“ der Reisefreiheit, der Bewegungsfreiheit, der Möglichkeit, sein Zuhause verlassen zu können, ohne um Erlaubnis fragen zu müssen, rentiert es sich ganz sicher, alles Zubehör meiner Küche zu zerschlagen.

Übersetzung: Bettina Hoyer, Iris Wißmüller, Sebastian Landsberger