Männersache

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Hier im Centro Habana der „guapos“ (*) (etwa: Messerhelden, Anm. d. Ü.) und Streithähne, wo ich geboren bin, habe ich gelernt, dass es Grenzen gibt, die eine Frau niemals überschreiten sollte. Mein ganzes Leben lang habe ich diese lachhaften Machoregeln missachtet, aber jetzt – und zwar ausschließlich heute – werde ich mich an eine davon halten. Ausgerechnet an die, die mir am wenigsten gefällt; dass nämlich „eine Frau einen Mann an ihrer Seite braucht, der für sie einsteht, wenn sie von anderen angegriffen oder verleumdet wird“. Weil ich mich attackiert fühle von einem, der unendlich viel mehr Macht hat als ich, der mehr als doppelt so alt ist wie ich und der – wie meine Nachbarinnen aus Kindertagen sagen würden – der Inbegriff der Männlichkeit ist, habe ich beschlossen, die Antwort meinem Mann, dem Journalisten Reinaldo Escobar, zu überlassen.

Ich meine damit die abfälligen Äußerungen Fidel Castros über mich in seinem Vorwort zu dem Buch ‚Fidel, Bolivia y algo más’. Nicht einmal dieser Angriff von allerhöchster Stelle bringt mich von meinem Vorsatz ab, mich nicht auf einen Teufelskreis von Widerspruch und Selbstverteidigung einzulassen. Leider muss ich ihm mitteilen, dass ich weiter auf das Thema „Kuba“ konzentriert bleibe.

Die Austragung des Streits soll Reinaldo und Fidel überlassen bleiben. Allen Mutmaßungen zum Trotz bleibe ich bei meinem „Frauenkram“ und stricke weiter an dem verschlissenen Teppich unserer Zivilgesellschaft.

Die „guapos“ aus meinem Viertel werden merken, dass ich etwas von ihnen gelernt habe!

(*) Ein „guapo cubano“ darf niemals mit einem Schönling verwechselt werden, sonst setzt es ein paar Ohrfeigen oder schlimmstenfalls einen klärenden Messerstich.

Hier klicken, um den Originalartikel (spanisch) von Reinaldo Escobar zu lesen.
Hier klicken, um eine Übersetzung des Artikels von Reinaldo Escobar zu lesen.

Übersetzung: Bettina Hoyer, Heidrun Wessel, Sebastian Landsberger

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3 Gedanken zu „Männersache

  1. Ja, die Yoani ist jetzt schon weltweit bekannt und beruehmt und selbst der “lider maximo” ginbein Kommentar darueber natuerlich nicht positiv.Bis jetzt ist nichts passiert, aber was sollen wir uns vormachen:Die warten nur ob sie sich irgend eine Bloese gibt um dann “energisch” einzugreifen.Aber ihre Kommentare sind prima und klaeren uns auf wie die Sache im Detail in Cuba aussieht.Die Turisten sehen das garnicht so genau.Wir muessen helfen wo wir koennen damit diese Kommentare von Yoani weiter erscscheinen koennen und hoffentlich alles sich zum Besseren wendet.

  2. Ach Heriberto,
    wenn das Helfen doch ein bisschen einfacher wäre!!! Hier in Deutschland gibt es leider viel zu viele Links-Romantiker, die die Realitäten in Kuba gar nicht zu Kenntnis nehmen wollen.
    Hast du einen Vorschlag, was wir HIER tun können? Wäre prima.

  3. Liebe(r)Desde lejos !! Die Sache ist ja einfach:Diese “Romantiker” sollen doch mal fuer 2 Monate nach dort gehen und arbeiten und den Gehalt der dortigen Leute bekommen;Sie werden bestimmt als “geheilt entlassen”.Du sprichst scheinbar auch spanisch.Ich lebe in Chile bin vor vielen Jahren in Deutschland geboren und habe die deutsche schoene Sprache immer hoch gehalten Alles Gute!!

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